Wir springen damit direkt zu Artikel 23. Weil der Tag der offenen Tür heute bereits stattgefunden hat, habe ich die ursprüngliche Meldung aktualisiert: Aus der Ankündigung ist inzwischen eine Bilanz geworden. Mehr als 30.000 Menschen kamen zum Jubiläumswochenende, rund 10.000 davon allein zum heutigen Tag der offenen Tür. MVG
150 Jahre Münchner Tram: Mehr als 30.000 Besucher feiern das JubiläumMünchens Straßenbahn wird 150 Jahre alt – und die Stadt hat das Jubiläum an diesem Wochenende groß gefeiert. Historische Wagen rollten gemeinsam mit modernen Trambahnen durch die Innenstadt, Sonderlinien brachten Besucher kostenlos durch München und der Betriebshof in der Einsteinstraße öffnete am Sonntag seine Tore. Mehr als 30.000 Menschen kamen zu den Veranstaltungen.
150 Jahre Tram werden zum Publikumsmagneten
München und seine Tram gehören seit anderthalb Jahrhunderten zusammen. Entsprechend groß fiel am Wochenende des 17. und 18. Oktober der Höhepunkt des Jubiläumsjahres aus.
Nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft besuchten insgesamt mehr als 30.000 Menschen die verschiedenen Veranstaltungen rund um das Jubiläum. Allein beim Tag der offenen Tür am heutigen Sonntag kamen ersten Schätzungen zufolge rund 10.000 Besucherinnen und Besucher zum Tram-Betriebshof in der Einsteinstraße.
Der Andrang war zeitweise sogar so groß, dass das Gelände wegen Überfüllung kurzzeitig geschlossen werden musste. Was ursprünglich als Blick hinter die Kulissen geplant war, entwickelte sich damit zu einem der größten Publikumsmagnete des Jubiläumsjahres.
15 Trambahnen ziehen gemeinsam durch München
Der Startschuss für das Festwochenende fiel bereits am Samstagmorgen in der Innenstadt. Historische und moderne Fahrzeuge versammelten sich an der Theatinerstraße und bildeten anschließend einen rund 300 Meter langen Fahrzeugkorso.
Insgesamt nahmen 15 Fahrzeuge teil. Damit ließ sich die Entwicklung der Münchner Straßenbahn praktisch auf einer einzigen Strecke verfolgen: von historischen Wagen aus früheren Jahrzehnten bis hin zu modernen Trambahnen, die heute täglich im Linienverkehr eingesetzt werden.
Für zusätzliche historische Atmosphäre sorgten Beteiligte in alten Uniformen. Schaffner verteilten historische Fahrscheine, während sogenannte Schienenritzenreinigerinnen an die Arbeitswelt der frühen Straßenbahnzeit erinnerten.
Auch ein historischer Pferdewagen gehörte zum Auftakt. Oberbürgermeister Dominik Krause und SWM-Geschäftsführer Florian Bieberbach begrüßten daraus die Besucher, bevor sich die Parade durch die Innenstadt in Richtung Betriebshof bewegte.
Kostenlos mit historischen Fahrzeugen durch München
Nach dem Korso verschwanden die historischen Fahrzeuge nicht sofort wieder im Depot. Stattdessen setzte die MVG sie gemeinsam mit modernen Bahnen auf einer besonderen Jubiläumslinie ein.
Zwischen dem Betriebshof Einsteinstraße und dem Sendlinger Tor konnten Besucher am Samstag kostenlos mitfahren. Auch historische Busse waren Teil des Angebots.
Die Straßenbahnroute führte unter anderem über Max-Weber-Platz, Maximilianeum, Maxmonument, Nationaltheater, Theatinerstraße, Karlsplatz und schließlich zum Sendlinger Tor.
Damit wurde das Jubiläum nicht nur zu einer Ausstellung alter Fahrzeuge. Besucher konnten einen Teil der Verkehrsgeschichte tatsächlich selbst erleben – inklusive Wagen, die im regulären Münchner Straßenbild längst nicht mehr alltäglich sind.
Am Sonntag öffnet der Betriebshof seine Tore
Der zweite große Teil des Jubiläumswochenendes folgte am Sonntag. Von 10 bis 17 Uhr öffnete der Tram-Betriebshof in der Einsteinstraße 148 seine Tore.
Normalerweise bekommen Fahrgäste diesen Bereich kaum zu Gesicht. Hier werden Straßenbahnen gewartet, repariert, gereinigt und für den täglichen Einsatz vorbereitet.
Beim Tag der offenen Tür konnten Besucher unter anderem einen Blick in die Werkstätten werfen und erleben, wie umfangreich der technische Aufwand hinter einem Straßenbahnbetrieb tatsächlich ist.
Zu sehen waren dabei nicht nur normale Trambahnen. Auch zahlreiche Spezialfahrzeuge standen auf dem Gelände.
Unimog, Turmwagen und Unfallhilfswagen
Neben historischen und modernen Straßenbahnen präsentierte die MVG verschiedene Fahrzeuge, die im Alltag meist eher unauffällig im Hintergrund arbeiten.
Dazu gehörten beispielsweise Unimogs, Turmwagen, Fahrdrahtkontrollwagen, Kranfahrzeuge, Schienenreinigungsfahrzeuge und Unfallhilfswagen.
Gerade diese Fahrzeuge zeigen, dass ein Straßenbahnnetz weit mehr benötigt als lediglich Gleise und reguläre Trambahnen. Oberleitungen müssen kontrolliert, Schienen gereinigt und technische Störungen beseitigt werden.
Besucher konnten außerdem eine Tram aus ungewöhnlichen Perspektiven kennenlernen: sowohl von unten als auch von oben.
Ein Durchgang unter einer Straßenbahn ermöglichte einen Blick auf Fahrwerk und Technik, während der Dacharbeitsstand zeigte, welche Komponenten sich oberhalb eines modernen Tramwagens befinden.
Auch Waschanlage und Lackiererei waren geöffnet
Der Betriebshof zeigte nicht nur die technische Wartung. Besucher konnten ebenfalls Bereiche besichtigen, in denen die Fahrzeuge für ihren täglichen Einsatz vorbereitet werden.
Dazu gehörten die Waschanlage und die Lackiererei. Auch Türtechnik, Hublifte und verschiedene Wartungsschritte wurden demonstriert.
Wer normalerweise nur an einer Haltestelle einsteigt, dürfte dadurch einen völlig anderen Eindruck davon bekommen haben, wie viel Arbeit notwendig ist, bevor eine Tram morgens überhaupt auf die Strecke geschickt werden kann.
Mitarbeiter aus unterschiedlichen Berufsgruppen standen ebenfalls für Fragen zur Verfügung und erklärten ihre Aufgaben im Betriebshof.
Einmal selbst in den Fahrerstand
Besonders beliebt dürfte für viele Besucher der Blick in die Fahrerstände gewesen sein.
Beim Tag der offenen Tür konnten verschiedene Tramtypen aus nächster Nähe betrachtet werden. Damit ließ sich nicht nur verfolgen, wie sich das äußere Erscheinungsbild im Laufe der Jahrzehnte verändert hat – auch die Arbeitsplätze der Fahrer haben sich technisch massiv weiterentwickelt.
Während frühe Straßenbahnen noch vergleichsweise einfache Bedienelemente besaßen, verfügen moderne Fahrzeuge über umfangreiche elektronische Systeme.
Für Kinder und Tram-Fans dürfte allein die Möglichkeit, einmal dort zu stehen, wo normalerweise der Fahrer sitzt, zu den besonderen Momenten des Tages gehört haben.
Alles begann mit Pferden
Dass München überhaupt 150 Jahre Straßenbahn feiern kann, geht auf den 21. Oktober 1876 zurück.
Damals begann die Geschichte allerdings noch ohne Strom. Pferde zogen sechs Wagen über eine rund 2,8 Kilometer lange Strecke.
Sie führte vom Promenadeplatz über den Karlsplatz und den damaligen Centralbahnhof bis zur Stadtgrenze an der Nymphenburger Straße.
Was heute wie eine vergleichsweise kurze Strecke wirkt, war damals der Beginn eines Verkehrsmittels, das die Entwicklung Münchens in den folgenden Jahrzehnten entscheidend mitprägen sollte. Stadt München
1895 kam der elektrische Betrieb
Knapp zwei Jahrzehnte später begann die nächste große Phase. 1895 wurde die Münchner Straßenbahn elektrifiziert.
Damit verschwanden nach und nach die Pferde aus dem täglichen Betrieb. Die neue Technik machte größere Netze, höhere Kapazitäten und einen zuverlässigeren Betrieb möglich.
1907 übernahm schließlich die Stadt selbst die Straßenbahn.
In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Netz gemeinsam mit München weiter. Neue Wohngebiete entstanden, Stadtteile wurden erschlossen und die Tram wurde für Generationen von Münchnerinnen und Münchnern Teil des täglichen Lebens.
Heute sind es 82 Kilometer Strecke
Von den 2,8 Kilometern der ersten Pferdebahn ist das heutige Netz weit entfernt.
Nach Angaben der Stadt München umfasst die Tram inzwischen 82 Streckenkilometer und 173 Haltestellen. Rund 120 Millionen Fahrgäste pro Jahr nutzen die Straßenbahnen.
Damit ist die Tram trotz U-Bahn, S-Bahn, Bus und anderen Mobilitätsangeboten weiterhin ein wesentlicher Teil des Münchner Nahverkehrs. Stadt München
Und das Netz soll weiter wachsen. Mit Projekten wie der Westtangente, der Tram Münchner Norden und weiteren geplanten Strecken spielt die Straßenbahn auch für die zukünftige Verkehrsentwicklung der Stadt eine wichtige Rolle.
Das Jubiläum läuft bereits das ganze Jahr
Das Festwochenende ist zwar der größte Programmpunkt, aber längst nicht die einzige Aktion zum 150. Geburtstag.
Bereits seit Monaten macht die MVG mit verschiedenen Angeboten auf das Jubiläum aufmerksam. Dazu gehört beispielsweise die Münchentram, die zwischen Mai und Anfang Oktober Stadtrundfahrten durch München angeboten hat.
Ein Stadtführer begleitete die ungefähr 50-minütigen Rundfahrten und erklärte Sehenswürdigkeiten sowie Wissenswertes zur Geschichte der Stadt.
Auch eine speziell gestaltete Jubiläumstram ist im Netz unterwegs.
Zusätzlich wurden an verschiedenen Orten in München Jubiläumsstelen aufgestellt. Sie erzählen einzelne Kapitel aus der Geschichte der Straßenbahn und machen das Jubiläum damit direkt im Stadtbild sichtbar. München.de
Tramgeschichte bleibt auch nach dem Wochenende sichtbar
Wer den Tag der offenen Tür verpasst hat, muss trotzdem nicht bis zum nächsten runden Geburtstag warten.
Das MVG Museum in der Ständlerstraße widmet sich dauerhaft der Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs in München. Auf mehr als 5.000 Quadratmetern sind dort historische Trambahnen, Busse und Arbeitsfahrzeuge aus unterschiedlichen Epochen zu sehen.
Für 2026 sind noch mehrere Öffnungstage geplant, darunter am 8. und 29. November sowie am 13. Dezember. Ende November und Mitte Dezember werden die Museumstage zusätzlich mit Modellbahnmärkten verbunden. München.de
Damit geht das Jubiläumsjahr auch nach dem großen Oktober-Wochenende weiter.
Von sechs Pferdewagen zu 120 Millionen Fahrgästen
150 Jahre Straßenbahn lassen sich problemlos in Zahlen ausdrücken: 1876 waren es sechs Wagen auf 2,8 Kilometern Strecke. Heute gibt es 173 Haltestellen, 82 Kilometer Netz und rund 120 Millionen Fahrgäste pro Jahr.
Das Jubiläumswochenende hat allerdings gezeigt, dass hinter diesen Zahlen offenbar mehr steckt.
Mehr als 30.000 Besucher wollten historische Fahrzeuge sehen, alte Straßenbahnen fahren und einen Blick hinter die Türen des Betriebshofs werfen. Rund 10.000 kamen allein am Sonntag.
Für ein Verkehrsmittel, das täglich so selbstverständlich durch die Stadt fährt, ist das eine bemerkenswerte Aufmerksamkeit.
Und vielleicht liegt genau darin der besondere Reiz der Münchner Tram: Sie ist gleichzeitig alltägliches Verkehrsmittel, ein Stück Stadtgeschichte und für erstaunlich viele Menschen offenbar auch ein kleines Stück Leidenschaft.
Quellen
- Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), 18. Oktober 2026: Bilanz des Jubiläumswochenendes mit mehr als 30.000 Besuchern, rund 10.000 Gästen beim Tag der offenen Tür sowie Angaben zum Fahrzeugkorso und zum Programm im Betriebshof. MVG
- MVG, 12. Oktober 2026: Offizielles Programm des Jubiläumswochenendes am 17. und 18. Oktober mit Korso, Jubiläumslinie, Museum und Tag der offenen Tür. MVG
- Landeshauptstadt München, 13. Oktober 2026: Historie der Münchner Tram mit Betriebsbeginn am 21. Oktober 1876, Elektrifizierung 1895 sowie aktuellen Angaben zu Streckenlänge und Haltestellen. Stadt München
- MVG – „150 Jahre Tram in München“: Details zum Tag der offenen Tür, Werkstätten, Fahrzeugtechnik und weiteren Angeboten des Jubiläumsjahres. MVG
- MVG, 19. Mai 2026: Informationen zur Münchentram und den Stadtrundfahrten im Jubiläumsjahr. MVG
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