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BMW zeigt den neuen 3er – und macht den i3 zum Elektro-Bruder der Mittelklasse-Ikone

BMW startet mit der achten Generation des 3er in eine neue Ära. Erstmals gibt es die traditionsreiche Limousine parallel als klassischen 3er mit Verbrennungsmotor und als vollelektrischen BMW i3 auf Basis der Neuen Klasse. Besonders der i3 setzt mit bis zu 912 Kilometern WLTP-Reichweite, 400-kW-Laden und 469 PS ein deutliches Zeichen. Optisch rücken beide Antriebswelten dabei überraschend eng zusammen.

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BMW erneuert eines seiner wichtigsten Modelle grundlegend: Die achte Generation des BMW 3er ist da.

Und diesmal bedeutet eine neue 3er-Generation deutlich mehr als ein neues Design, stärkere Motoren und ein moderneres Cockpit. BMW führt die Baureihe erstmals gleichzeitig in zwei technischen Welten weiter.

Auf der einen Seite steht der klassische BMW 3er mit Benzinmotoren und 48-Volt-Mild-Hybrid-Technik. Auf der anderen Seite kommt mit dem neuen BMW i3 erstmals ein vollelektrischer 3er auf Basis der Neuen Klasse.

Das Interessante daran: Von außen sollen beide ausdrücklich als eine gemeinsame Modellfamilie wahrgenommen werden.


Ein Design für Elektro und Verbrenner

Viele Hersteller trennen ihre Elektroautos optisch deutlich von ihren Verbrennermodellen.

BMW geht beim neuen 3er einen anderen Weg.

Der elektrische i3 und die Verbrennerversion unterscheiden sich zwar technisch grundlegend, tragen aber weitgehend dieselbe neue Designsprache. Beide bekommen die typische Form der Neuen Klasse, angepasst an die Proportionen einer sportlichen Mittelklasselimousine.

Auffällig sind der lange Radstand, kurze Überhänge und deutlich ausgestellte Radhäuser.

Auch die BMW-Niere verändert sich.

Sie verschmilzt optisch stärker mit den Doppelscheinwerfern und bildet gemeinsam mit ihnen eine neue Lichtsignatur. Die bisher teilweise extrem groß ausgeführten Nieren anderer BMW-Modelle spielen beim neuen 3er damit eine deutlich andere Rolle.

Hinzu kommen flächenbündige Türgriffe, die beim Entriegeln automatisch ausfahren.


Der i3 ist jetzt wirklich ein elektrischer 3er

Der Name BMW i3 ist natürlich nicht neu.

Von 2013 bis 2022 trug bereits der kompakte Elektro-Pionier von BMW diese Bezeichnung. Mit dem damaligen ungewöhnlichen Stadtauto hat der neue i3 allerdings kaum noch etwas gemeinsam.

Jetzt bezeichnet i3 tatsächlich genau das, was der Name vermuten lässt:

einen elektrischen BMW 3er.

Er ist nach dem iX3 das zweite Serienmodell auf Basis der neuen Elektroarchitektur „Neue Klasse“.


Bis zu 912 Kilometer Reichweite

Zum Marktstart bietet BMW zwei Elektrovarianten an.

Den Einstieg bildet der BMW i3 40 xDrive.

Er verfügt über zwei Elektromotoren und damit Allradantrieb. Die Systemleistung beträgt 275 kW beziehungsweise 374 PS, das maximale Drehmoment liegt bei 520 Newtonmetern.

Die Batterie besitzt einen nutzbaren Energiegehalt von 82,8 kWh.

Damit schafft der i3 40 xDrive nach WLTP maximal 710 Kilometer.

Schon diese Variante dürfte damit für viele Langstreckenfahrer interessant werden.


i3 50 xDrive kommt auf 469 PS

Darüber positioniert BMW den i3 50 xDrive.

Auch er besitzt jeweils einen Elektromotor an Vorder- und Hinterachse.

Die Systemleistung steigt auf 345 kW beziehungsweise 469 PS, das Drehmoment auf 645 Newtonmeter.

Damit beschleunigt die elektrische Mittelklasselimousine in 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 200 km/h begrenzt.

Noch beeindruckender fällt allerdings die Batterie aus.

Sie besitzt einen nutzbaren Energiegehalt von 108,7 kWh.

Je nach Ausstattung sollen damit bis zu 912 Kilometer nach WLTP möglich sein.

Damit stößt der neue i3 in einen Reichweitenbereich vor, der vor wenigen Jahren selbst bei deutlich größeren Elektroautos kaum denkbar gewesen wäre.


400 kW Ladeleistung

Zur neuen Gen6-Elektrotechnik gehört außerdem ein 800-Volt-System.

Der i3 50 xDrive kann an einer geeigneten Schnellladesäule mit bis zu 400 kW Gleichstrom laden.

Von zehn auf 80 Prozent soll es unter optimalen Bedingungen rund 21 Minuten dauern.

Noch greifbarer ist eine andere Zahl:

Innerhalb von zehn Minuten sollen bis zu 423 Kilometer zusätzliche WLTP-Reichweite nachgeladen werden können.

Beim kleineren i3 40 xDrive liegt die maximale Ladeleistung bei 300 kW. Auch dort nennt BMW rund 21 Minuten für den Bereich von zehn auf 80 Prozent.


Der i3 kann Strom wieder abgeben

Die neue Generation kann Energie nicht nur aufnehmen.

BMW integriert beim i3 auch bidirektionales Laden.

Das umfasst unter anderem:

Vehicle-to-Load, Vehicle-to-Home und Vehicle-to-Grid.

Damit kann der Wagen je nach Infrastruktur beispielsweise externe Geräte versorgen, als Energiespeicher für ein Haus eingesetzt werden oder Strom zurück ins öffentliche Netz geben.

Gerade langfristig könnte das ein wichtiger Bestandteil moderner Elektroautos werden.


„Heart of Joy“ steuert die Fahrdynamik

Einen ungewöhnlichen Namen trägt eines der wichtigsten elektronischen Systeme des neuen i3.

BMW nennt den zentralen Fahrdynamikrechner „Heart of Joy“.

Er kombiniert erstmals zahlreiche Funktionen für Antrieb, Rekuperation, Bremsen und Fahrdynamik in einer zentralen Recheneinheit.

Laut BMW arbeitet das System bis zu zehnmal schneller als bisherige Steuergeräte.

Dadurch sollen Befehle des Fahrers unmittelbarer umgesetzt werden und das Auto präziser reagieren.

Gerade beim 3er dürfte das entscheidend sein.

Denn seit Jahrzehnten gehört das sportliche Fahrgefühl zu den wichtigsten Eigenschaften der Baureihe.


Der klassische 3er bleibt

BMW setzt allerdings nicht vollständig auf Elektro.

Parallel zum i3 erscheint weiterhin ein klassischer BMW 3er mit Benzinmotor.

Zum Start stehen unter anderem BMW 318 und BMW 320 zur Verfügung.

Der BMW 318 leistet 156 PS, der BMW 320 kommt auf 211 PS. Beide besitzen einen Zweiliter-Vierzylinder und werden von einem 48-Volt-Mild-Hybrid-System unterstützt.

Geschaltet wird über eine Achtgang-Steptronic.

Der neue 320 beschleunigt damit in 7,4 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht maximal 240 km/h.


M350 xDrive bekommt 443 PS

Das vorläufige Spitzenmodell der Verbrennerseite heißt BMW M350 xDrive.

Unter der Haube arbeitet ein Dreiliter-Reihensechszylinder mit 48-Volt-Unterstützung.

Die Systemleistung beträgt 326 kW beziehungsweise 443 PS.

Von null auf 100 km/h geht es in nur 4,1 Sekunden, bei 250 km/h wird elektronisch abgeregelt.

Der M350 bekommt außerdem ein Feature, das bislang eher den großen M-Modellen vorbehalten war.


BMW baut einen Drift-Modus ein

BMW nennt die Funktion „Drift Moment“.

Über das Zentraldisplay kann der Fahrer die komplette Antriebskraft auf die Hinterräder schicken.

Damit lässt sich der M350 xDrive trotz seines Allradantriebs wie ein klassischer Hecktriebler bewegen.

BMW positioniert ihn damit noch deutlicher als Bindeglied zwischen normalem 3er und den echten Hochleistungsmodellen der M GmbH.


Plug-in-Hybrid folgt 2027

Auch elektrifizierte Verbrenner bleiben Bestandteil der Strategie.

BMW kündigt für 2027 zusätzlich einen Plug-in-Hybrid innerhalb der neuen 3er-Reihe an.

Damit wird die Palette ungewöhnlich breit:

Benziner, Mild-Hybrid, Plug-in-Hybrid und vollständig elektrischer i3 sollen parallel existieren.

BMW spricht dabei bewusst von „Technologieoffenheit“.

Auch ein i3 M60 kommt


Noch interessanter wird die Elektroseite.

Für 2027 kündigt BMW bereits einen i3 M60 xDrive an.

Technische Leistungsdaten nennt der Hersteller momentan noch nicht.

Klar ist aber: Er wird das elektrische M-Performance-Modell der Baureihe und dürfte oberhalb des bereits 469 PS starken i3 50 xDrive positioniert werden.

Damit bekommt auch der elektrische 3er eine klare sportliche Hierarchie.


Komplett neues Cockpit

Im Innenraum vollzieht BMW ebenfalls einen deutlichen Schnitt.

Das klassische Kombiinstrument direkt hinter dem Lenkrad verschwindet.

Stattdessen kommt BMW Panoramic iDrive zum Einsatz.

Das System besteht aus mehreren Bereichen.

Ein schmales Panoramic Vision Display projiziert wichtige Informationen über einen großen Bereich am unteren Rand der Windschutzscheibe.

Dazu kommt optional ein 3D Head-up-Display.

In der Mitte sitzt ein neues 17,9 Zoll großes Zentraldisplay, das deutlich zum Fahrer geneigt ist.


Alexa+ zieht ins Auto ein

Das Betriebssystem heißt BMW Operating System X und basiert auf dem Android Open Source Project.

Auch der BMW Intelligent Personal Assistant wird ausgebaut.

Dafür integriert BMW Funktionen von Amazon Alexa+.

Die Sprachsteuerung soll dadurch stärker dialogorientiert funktionieren. Statt starre Kommandos auswendig zu lernen, sollen Fahrer natürlicher mit dem Auto sprechen können.

Softwareupdates kommen weiterhin Over-the-Air.


Freihändig mit bis zu 130 km/h

Auch die Fahrerassistenz wird ausgebaut.

Der Autobahnassistent ermöglicht auf freigegebenen Strecken freihändiges Fahren bis 130 km/h.

Der Fahrer bleibt weiterhin verantwortlich und muss aufmerksam bleiben, kann die Hände aber unter bestimmten Bedingungen vom Lenkrad nehmen.

Ab 2027 sollen zudem neue navigationsgestützte Assistenzfunktionen für den Stadtverkehr folgen.


Elektro und Verbrenner sind unterschiedlich groß

Trotz der nahezu identischen Designs handelt es sich technisch nicht einfach um dasselbe Auto mit unterschiedlichem Motor.

Der Verbrenner ist 4,765 Meter lang, 1,850 Meter breit und 1,455 Meter hoch.

Der elektrische i3 misst 4,760 Meter Länge, 1,865 Meter Breite und 1,480 Meter Höhe.

Auch der Radstand unterscheidet sich.

Beim klassischen 3er sind es 2,86 Meter, beim i3 knapp 2,90 Meter.

Der Elektro-3er bietet zudem 420 Liter Kofferraum plus ein zusätzliches 31-Liter-Staufach unter der Fronthaube.


Zwei Autos, die trotzdem wie Geschwister aussehen sollen

Genau das macht die Strategie interessant.

Technisch basieren Verbrenner und Elektro-i3 auf unterschiedlichen Grundlagen.

Optisch und im Innenraum sollen Kunden diesen Unterschied aber kaum als Trennung der Modellfamilie wahrnehmen.

Man entscheidet sich also nicht mehr zwischen einem „normalen BMW“ und einem eigenständig gestalteten Elektroauto.

Man entscheidet sich für einen 3er – und anschließend für die gewünschte Antriebsart.


Made in Germany

Auch bei der Produktion setzt BMW stark auf Deutschland.

Der elektrische BMW i3 entsteht im Stammwerk München.

Der 3er mit Verbrennungsmotor sowie der spätere Plug-in-Hybrid werden dagegen in Dingolfing gebaut.

Die neuen Hochvoltbatterien kommen aus dem BMW-Werk Irlbach-Straßkirchen in Niederbayern.

BMW investiert nach eigenen Angaben rund zwei Milliarden Euro in die Fertigung des neuen 3er und die Batterietechnik.

Allein rund eine Milliarde Euro floss in die Werke München und Dingolfing, eine weitere Milliarde in den neuen Batteriestandort.


Der 3er wird zum Symbol für BMWs neue Strategie

Der neue 3er ist damit weit mehr als nur die nächste Generation eines erfolgreichen Modells.

BMW versucht mit ihm gleichzeitig zwei Dinge:

Die Neue Klasse mit ihrer neuen Elektroplattform, Softwarearchitektur und Designsprache soll in den Massenmarkt der Marke kommen.

Gleichzeitig will das Unternehmen Kunden weiterhin die Wahl lassen, ob sie bereits vollständig elektrisch fahren möchten.

Der BMW 3er wird damit gewissermaßen zum Schaufenster dieser Strategie.

Ein Design.

Ein Modellname.

Aber völlig unterschiedliche Technik darunter.

Und ausgerechnet der traditionsreiche 3er wird nun zum Auto, das BMWs Vergangenheit und Zukunft besonders deutlich miteinander verbindet.


Quellen

  • BMW Group PressClub Deutschland: Offizielle Vorstellung der achten BMW-3er-Generation, Design, Innenraum, Motoren, Fahrerassistenz und Produktion. BMW Group PressClub
  • BMW Group – Technische Daten BMW 3er: Angaben zu BMW 318, BMW 320, BMW M350 xDrive sowie Abmessungen und Fahrleistungen. BMW Group PressClub
  • BMW Group – Technische Daten BMW i3: Batteriegrößen, Leistungen, Reichweiten, 800-Volt-Technik, Ladezeiten und bidirektionales Laden von i3 40 xDrive und i3 50 xDrive. BMW Group PressClub
  • BMW Group: Produktionsstrategie und Investitionen von rund zwei Milliarden Euro in München, Dingolfing und Irlbach-Straßkirchen. BMW Group PressClub
  • BMW Group: Hintergrund zur Neuen Klasse und zum Produktionsstart des neuen i3 im Münchner Stammwerk. 

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