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Epic Games baut seinen Launcher komplett neu – jetzt soll er endlich schneller werdenKurzbeschreibung:
Der Epic Games Launcher bekommt nicht einfach ein neues Design, sondern wird technisch praktisch neu gebaut. Eine erste Preview kann ab sofort auf Windows, macOS und erstmals nativ auf Linux ausprobiert werden. Epic verspricht deutlich schnellere Starts, eine bis zu 30-mal schneller ladende Bibliothek, bessere Downloads und neue Social-Funktionen – warnt aber selbst davor, dass die Testversion noch nicht vollständig ist.
Epic hat offenbar selbst gemerkt, wo das Problem liegt
Kostenlose Spiele?
Hat der Epic Games Store.
Große Exklusivtitel?
Gab es ebenfalls.
Einen Einkaufswagen?
Inzwischen sogar den.
Doch wenn PC-Spieler seit Jahren einen Punkt am Epic Games Store kritisieren, dann landet ziemlich schnell der Launcher selbst auf der Liste.
Langsames Starten, hakelige Navigation und eine Bibliothek, die sich im direkten Vergleich mit anderen Plattformen oftmals schwerfälliger anfühlt, gehören seit Jahren zu den häufigsten Beschwerden.
Epic Games versucht jetzt nicht mehr, diese Probleme mit kleinen Updates zu lösen.
Das Unternehmen hat den Launcher von Grund auf neu gebaut.
Seit dem 14. Oktober 2026 steht die erste öffentliche Preview des neuen Epic Games Launchers bereit.
Und Epic formuliert das Ziel ziemlich eindeutig:
Weniger warten. Mehr spielen.
Das ist kein neues Design über alter Technik
Schon Anfang des Jahres hatte Epic angekündigt, dass ein großer technischer Umbau bevorsteht.
Damals beschrieb der für den Store verantwortliche Manager Steve Allison das Vorhaben ziemlich bildlich:
Man werde dem Launcher praktisch die Innereien herausreißen.
Genau das ist inzwischen passiert.
Nach Angaben von Epic basiert die neue Version auf einer vollständig neuen Architektur.
Store und Launcher wurden nicht einfach optisch renoviert.
Der technische Unterbau wurde neu entwickelt.
Das erklärt auch, warum Epic die Software zunächst separat als Preview veröffentlicht.
Es handelt sich im Grunde eher um einen neuen Launcher als um Version 2.0 des bisherigen Clients.
Laut Epic startet der neue Launcher deutlich schneller
Die offensichtlichste Verbesserung soll die Geschwindigkeit sein.
Epic veröffentlicht dazu sogar eigene Vergleichswerte.
Bei einem Kaltstart benötigt der neue Launcher nach den Messungen des Unternehmens etwa 5,47 Sekunden, bis er bereit ist.
Für Steam gibt Epic im gleichen Test 10,07 Sekunden an.
Damit wäre der neue Epic Launcher laut eigener Messung ungefähr 1,8-mal schneller beim Start.
Beim Öffnen des Stores spricht Epic sogar von einer ungefähr dreifach höheren Geschwindigkeit gegenüber Steam.
Wichtig dabei:
Diese Zahlen stammen von Epic selbst.
Das Unternehmen sagt, seine Performance-Messungen seien extern überprüft worden. PC Gamer konnte die angegebenen Werte bei Veröffentlichung des eigenen Berichts allerdings noch nicht unabhängig vollständig testen.
Ob der Launcher auf dem heimischen PC tatsächlich exakt doppelt so schnell startet, dürfte ohnehin stark vom jeweiligen System abhängen.
Dass die neue Version deutlich schneller reagieren soll, ist allerdings offensichtlich eines der wichtigsten Entwicklungsziele.
Besonders die Bibliothek soll massiv schneller werden
Noch deutlicher fällt Epics Versprechen bei der Spielebibliothek aus.
Die soll laut Unternehmen bis zu 30-mal schneller laden als bisher.
Gerade große Bibliotheken waren beim alten Launcher nicht unbedingt dessen Lieblingsdisziplin.
In der neuen Version lässt sich deshalb nicht nur schneller durch die Sammlung navigieren.
Auch die Oberfläche wurde komplett überarbeitet.
Spieler können zwischen einer Rasteransicht und einer Detailansicht wechseln.
Spiele lassen sich in eigene Sammlungen einsortieren.
Titel, die man gerade nicht sehen möchte, können ausgeblendet werden.
Dazu kommen neue Filtermöglichkeiten nach Plattform, Genre und weiteren Kriterien.
Auch die Suche reagiert direkt während der Eingabe.
Wer über die Jahre hunderte kostenlose Epic-Spiele eingesammelt hat, dürfte jetzt möglicherweise erstmals erfahren, was er eigentlich alles besitzt.
Jedes Spiel bekommt eine eigene zentrale Seite
Auch einzelne Spiele werden stärker in den Mittelpunkt gerückt.
Statt Informationen über unterschiedliche Menüs zu verteilen, besitzt jeder Titel im neuen Launcher eine eigene Seite.
Dort sieht man unter anderem:
Spielstatus,
Startmöglichkeiten,
installierte Inhalte,
Updates
und Aktivitäten seit dem letzten Spielstart.
Dadurch soll deutlich schneller erkennbar sein, ob ein Spiel aktuell ist oder noch Daten herunterladen muss.
Gerade bei großen Spielen mit regelmäßigen Updates dürfte das angenehmer sein, als erst mehrere Menüs durchsuchen zu müssen.
Der Download-Manager wird endlich informativer
Auch bei Downloads hat Epic einiges verändert.
Der neue Download-Manager zeigt nicht mehr nur irgendeinen Fortschrittsbalken.
Spieler können gleichzeitig sehen:
Download-Geschwindigkeit, Lesegeschwindigkeit und Schreibgeschwindigkeit.
Außerdem werden aktive, wartende, geplante und fehlgeschlagene Downloads gemeinsam angezeigt.
Das ist besonders praktisch, weil ein scheinbar eingefrorener Download nicht zwangsläufig bedeutet, dass gerade nichts passiert.
Der Launcher kann beispielsweise bereits heruntergeladene Dateien auf das Laufwerk schreiben und den eigentlichen Netzwerkdownload vorübergehend pausieren.
Mit getrennten Anzeigen für Download-, Lese- und Schreibgeschwindigkeit lässt sich deutlich besser erkennen, was der PC gerade tatsächlich macht.
Endlich muss man also nicht mehr fünf Minuten auf „0 MB/s“ starren und überlegen, ob der Launcher arbeitet oder einfach innerlich aufgegeben hat.
Spiele aus anderen PC-Bibliotheken können ebenfalls auftauchen
Interessant ist außerdem, dass Epic den neuen Launcher stärker als zentrale Spielebibliothek positionieren möchte.
PC-Bibliotheken beziehungsweise Spiele aus anderen Quellen können eingebunden werden.
PC Gamer berichtet beispielsweise davon, dass sich Verknüpfungen zu Spielen importieren lassen, die über Steam oder andere Clients installiert wurden.
Damit möchte Epic offenbar verhindern, dass Spieler ständig zwischen verschiedenen Launchern wechseln müssen, nur um ein Spiel zu finden.
Das ist natürlich ein bisschen ironisch.
Die PC-Spielewelt hat jahrelang immer neue Launcher produziert.
Jetzt versuchen die Launcher langsam wieder, alle anderen Launcher einzusammeln.
Wir waren dem Startmenü offenbar näher, als wir dachten.
Die obere Leiste lässt sich selbst zusammenbauen
Auch die Oberfläche kann stärker angepasst werden.
Lieblingsspiele und Programme lassen sich direkt in einer individuellen oberen Leiste platzieren.
Wer Fortnite, Unreal Engine oder ein bestimmtes Spiel besonders häufig verwendet, kann dadurch schneller darauf zugreifen.
Zusätzlich gibt es vorgefertigte Layouts.
Die zuletzt gespielten Titel sollen ebenfalls von praktisch überall im Launcher schnell erreichbar bleiben.
Kleine Veränderung, aber wahrscheinlich genau die Sorte Funktion, die man erst dann vermisst, wenn man sie einmal benutzt hat.
Epic baut auch seine Social-Funktionen um
Der neue Launcher soll außerdem stärker mit Epics Social-System verbunden werden.
Spieler können direkt im Client:
Partys erstellen und Sprachchats starten.
Diese Kommunikation soll sich über Fortnite, Epic Games Store und die Epic Games App hinweg erstrecken.
Das passt zu Plänen, die Epic bereits Anfang des Jahres angekündigt hatte.
Damals waren unter anderem verbesserte Spielerprofile, Avatare und private Nachrichten Thema.
Auch Community-Funktionen wie Foren für ausgewählte große Spiele wurden diskutiert.
Noch ist davon allerdings nicht alles vollständig Bestandteil der Preview.
Epic sagt selbst, dass bestimmte Social- und Account-Funktionen aus dem alten Launcher in der neuen Version noch fehlen.
Die Preview ist ausdrücklich noch nicht fertig
Und genau das sollte man vor dem Installieren wissen.
Der neue Launcher ist keine fertige Veröffentlichung.
Epic nennt ihn ausdrücklich Preview.
Fehler sind also zu erwarten.
Einige Funktionen des alten Clients fehlen noch.
Die Entwickler wollen Feedback sammeln und die Software anschließend Schritt für Schritt ausbauen.
Epic beschreibt die erste Fassung selbst sinngemäß eher als Schnellboot als als Yacht:
leicht, schnell – aber noch nicht mit jeder denkbaren Ausstattung.
Wer einfach nur einen komplett stabilen Launcher möchte und keine Lust auf mögliche Preview-Probleme hat, muss deshalb nicht sofort wechseln.
Beim Wechsel wird der bisherige Launcher deinstalliert
Die Preview läuft außerdem nicht einfach dauerhaft parallel neben dem alten Client.
Wer sie installiert, lässt seine vorhandenen Spiele und Daten zunächst übernehmen.
Anschließend wird der bisherige Epic Games Launcher auf dem Rechner deinstalliert.
Die wichtigen Accountdaten bleiben allerdings erhalten.
Dazu gehören:
gekaufte Spiele,
bereits installierte Titel,
Cloud-Spielstände
und Fortschritt.
Wer die Preview später wieder verlassen möchte, kann sie deinstallieren und anschließend wieder den bisherigen Launcher installieren.
Der Account selbst ist davon natürlich nicht betroffen.
Erstmals gibt es einen offiziellen Linux-Launcher
Eine der größten Neuerungen ist allerdings gar keine Oberflächenfunktion.
Der Epic Games Launcher läuft erstmals nativ unter Linux.
Offiziell unterstützt werden derzeit unter anderem:
Ubuntu 22.04 LTS oder neuer,
Fedora 43 oder neuer
und Debian 12 oder neuer.
Andere Distributionen können ebenfalls funktionieren, werden aber aktuell nicht offiziell getestet.
Für Linux-Spieler ist das ein ziemlich bedeutender Schritt.
Denn der Epic Games Store war bisher auf diesem Betriebssystem nur über Umwege beziehungsweise Drittanbieter-Lösungen komfortabel nutzbar.
Jetzt existiert erstmals ein offizieller Client.
Und Fortnite soll später ebenfalls nach Linux kommen
Damit ist Epic allerdings noch nicht fertig.
Das Unternehmen arbeitet auch daran, Fortnite auf Linux zu bringen.
Das größte Hindernis ist dabei der Cheat-Schutz.
Epic entwickelt deshalb eine neue Linux-Version seines Easy Anti-Cheat-Systems.
Gemeinsam mit Betreuern verschiedener Linux-Distributionen sollen Sicherheitsanforderungen abgestimmt werden.
Sobald diese Lösung ausreichend unterstützt wird, soll Fortnite über den Epic Games Launcher auch auf Linux erscheinen.
Einen konkreten Termin nennt das Unternehmen derzeit noch nicht.
Die Verbesserungen am Anti-Cheat-System sollen später auch anderen Entwicklern zur Verfügung gestellt werden.
Damit könnte der Schritt langfristig über Fortnite hinausgehen.
Steam Deck ist damit allerdings noch nicht automatisch erledigt
Dass ein Linux-Launcher existiert, bedeutet nämlich nicht automatisch, dass jedes Windows-Spiel plötzlich unter Linux funktioniert.
Epic weist ausdrücklich darauf hin, dass viele Spiele weiterhin nur als Windows-Version erhältlich sind und möglicherweise zusätzliche Kompatibilitätsschichten benötigen.
Gerade Multiplayer-Spiele können außerdem weiterhin an ihren Anti-Cheat-Systemen scheitern.
Der neue Launcher löst also einen wichtigen Teil des Problems.
Aber nicht sämtliche Linux-Probleme der PC-Spielewelt auf einmal.
Das wäre für ein Launcher-Update vermutlich auch etwas viel verlangt.
Und dann wäre da noch das Thema KI
Eine ungewöhnliche Besonderheit des Projekts erwähnt Epic selbst mit erstaunlich viel Humor.
Der neue Launcher sei „vibe coded“ worden.
Der Begriff beschreibt eine Entwicklungsweise, bei der KI-Systeme einen erheblichen Teil des Programmcodes erzeugen.
Epic Games Store General Manager Martin Keely bestätigte gegenüber PC Gamer, dass KI-Werkzeuge tatsächlich zum Schreiben und Prüfen des neuen Codes eingesetzt wurden.
Dabei wurde nicht einfach der alte Launcher automatisch umgebaut.
Die Entwickler definierten Funktionen, die übernommen werden sollten, und bauten diese innerhalb der neuen Architektur neu.
Das Thema dürfte aufgrund der aktuellen Diskussion über generative KI in der Spielebranche durchaus kontrovers aufgenommen werden.
Für den Launcher selbst ist am Ende allerdings vor allem entscheidend, ob die Software zuverlässig funktioniert.
Ein schneller Start hilft wenig, wenn anschließend drei Buttons beschließen, Urlaub zu machen.
Epic will Spieler bei der Entwicklung mitreden lassen
Genau deshalb veröffentlicht Epic die Software zunächst offen als Preview.
Im Launcher befindet sich eine eigene Feedback-Funktion.
Zusätzlich sammelt das Unternehmen Rückmeldungen über Discord, Entwicklerforen und den Support.
Der Plan besteht darin, Fehler zu beseitigen, fehlende Funktionen nachzurüsten und den Client anschließend als stabile Version zu veröffentlichen.
Einen festen Termin für diesen endgültigen Wechsel nennt Epic derzeit noch nicht.
Ausgerechnet Steam wird zum Vergleichsmaßstab
Interessant ist, wie offensiv Epic diesmal den Vergleich mit Steam sucht.
Auf der offiziellen Preview-Seite werden die eigenen Leistungswerte direkt neben Valves Client gestellt.
Startup-Zeit.
Store-Aufruf.
Wechsel aus dem Hintergrund in die Bibliothek.
Epic weiß offensichtlich, mit wem sich der eigene Store messen lassen muss.
Steam besitzt allerdings einen enormen Vorsprung, was Funktionen, Nutzerbasis und jahrelang gewachsene Community-Systeme betrifft.
Nur schneller zu starten reicht deshalb nicht automatisch, um Spieler zum Wechseln zu bewegen.
Aber ein Launcher, der nicht mehr selbst der größte Grund ist, den Epic Store zu meiden, wäre zumindest schon einmal ein ziemlich wichtiger Fortschritt.
Vielleicht wird aus dem ungeliebten Launcher doch noch etwas
Seit seinem Start im Jahr 2018 wurde der Epic Games Store häufig über kostenlose Spiele, Exklusivdeals und bessere Umsatzbeteiligungen für Entwickler definiert.
Beim eigentlichen Benutzererlebnis musste Epic dagegen oft Kritik einstecken.
2026 scheint sich die Priorität endgültig verschoben zu haben.
Nicht noch ein kleines Menü.
Nicht noch ein zusätzlicher Button.
Sondern ein technischer Neustart.
Die erste Preview ist dabei offensichtlich noch nicht das fertige Ergebnis.
Aber sie zeigt ziemlich deutlich, wohin Epic möchte:
schneller starten, übersichtlicher werden, Downloads verständlicher machen, Social-Funktionen ausbauen und erstmals Linux offiziell unterstützen.
Ob der neue Launcher Steam tatsächlich Konkurrenz machen kann, wird sich erst zeigen, wenn die stabile Version fertig ist.
Aber zumindest hat Epic inzwischen offenbar eine Sache verstanden:
Ein Spiele-Store sollte nicht das Gefühl vermitteln, dass man bereits vor dem eigentlichen Spiel einen Ladebildschirm besiegen muss.
Quellen
Epic Games Store – „The new Epic Games Launcher is finally here in Preview“, 14. Oktober 2026
Offizielle Vorstellung der Preview mit Angaben zu Geschwindigkeit, neu gestalteter Bibliothek, Download-Manager, Social-Funktionen, Windows-, macOS- und Linux-Unterstützung sowie den weiteren Entwicklungsplänen. Epic Games Store
Epic Games: Neuer Launcher in der Preview
Epic Games – Epic Games Launcher Preview
Offizielle Preview-Seite mit Epics Performance-Messungen, neuen Bibliotheksfunktionen, Collections, Filtermöglichkeiten, Download-Anzeigen, Systemanforderungen und bekannten Einschränkungen. Epic Games Launcher
Epic Games Launcher Preview
Epic Games Support – „What is the Epic Games Launcher Early Preview?“
Informationen zum Wechsel vom bisherigen Launcher, zur Übernahme installierter Spiele und zur Möglichkeit, später wieder auf die bisherige Version zurückzukehren. Epic Games Store
Epic Games Support zur Launcher-Preview
PC Gamer – „Epic says its new 'vibe coded' Epic Games Store launcher is faster than Steam“, 14. Oktober 2026
Hintergründe zum kompletten technischen Neubau, zur Nutzung von KI-Werkzeugen, den von Epic veröffentlichten Performance-Vergleichen und der Einbindung von Spielen anderer PC-Clients. PC Gamer
PC Gamer zum neuen Epic Games Launcher
PC Gamer – „Epic Games Store to test forums … and a technical overhaul is coming“, 3. Februar 2026
Frühere Ankündigung des grundlegenden technischen Umbaus sowie der geplanten Erweiterungen rund um Profile, Nachrichten und Community-Funktionen. PC Gamer
PC Gamer zur angekündigten Epic-Überarbeitung