Was wäre, wenn du nach Hause zurückkehren könntest – dafür aber vergessen müsstest, wer dir dein ganzes Leben lang am wichtigsten war?
Genau mit dieser ungewöhnlich emotionalen Idee startet DreamWorks Animation am 8. Oktober 2026 in Deutschland mit „Forgotten Island“ ins Kino.
Der Film verbindet ein farbenfrohes Fantasy-Abenteuer mit philippinischer Mythologie und einer Geschichte über zwei Freundinnen, deren gemeinsamer Lebensabschnitt gerade zu Ende geht.
Und hinter dem Projekt steht ausgerechnet das Kreativteam, das bereits „Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch“ zu einem der gefeiertsten DreamWorks-Filme der vergangenen Jahre gemacht hat.
Jo und Raissa stehen vor einem Abschied
Im Mittelpunkt stehen Jo und Raissa.
Die beiden sind bereits seit ihrer Kindheit beste Freundinnen.
Gemeinsam sind sie aufgewachsen, haben praktisch alles miteinander erlebt und kennen seit Jahren die Geschichten ihrer philippinischen Familien über einen geheimnisvollen Ort namens Nakali.
Doch nach der Highschool steht plötzlich eine große Veränderung bevor.
Raissa möchte fortziehen und in New York beziehungsweise den USA studieren.
Damit droht den beiden erstmals ein Leben, in dem sie nicht mehr ständig zusammen sind.
Bevor sich ihre Wege trennen, wollen sie deshalb noch eine letzte gemeinsame Nacht verbringen.
Natürlich läuft diese ein klein wenig anders als geplant.
Ein Portal führt direkt nach Nakali
Jo und Raissa entdecken ein mysteriöses Portal.
Und plötzlich landen sie ausgerechnet an jenem Ort, von dem sie als Kinder so viele Geschichten gehört haben:
auf der vergessenen Insel Nakali.
Was zunächst wie die Erfüllung eines Kindheitstraums wirkt, entwickelt sich schnell zu einem gefährlichen Abenteuer.
Denn Nakali ist voller magischer und mythologischer Kreaturen.
Einige davon werden zu Verbündeten.
Andere verfolgen wesentlich weniger freundliche Absichten.
Philippinische Mythologie steht im Mittelpunkt
Gerade hier unterscheidet sich „Forgotten Island“ deutlich von vielen anderen großen amerikanischen Animationsfilmen.
Die Welt von Nakali orientiert sich stark an Figuren und Geschichten aus der philippinischen Mythologie.
DreamWorks greift dafür verschiedene Wesen auf, mit denen Jo und Raissa bereits durch Geschichten ihrer Familien vertraut sind.
Der Film behandelt diese Mythologie nicht nur als exotische Kulisse.
Sie ist direkt mit der Herkunft der beiden Freundinnen und ihrer Familiengeschichte verbunden.
Ein Werhund wird zum ungewöhnlichen Begleiter
Zu den neuen Freunden gehört Raww.
Und Raww ist ein Werhund.
Also ungefähr genau das, wonach es klingt.
Im englischen Original wird die gutmütige, aber ziemlich tollpatschige Figur von Dave Franco gesprochen.
Raww begleitet Jo und Raissa gemeinsam mit einer kleinen Gruppe weiterer Wesen auf ihrem Weg über die Insel.
Natürlich braucht jedes Fantasy-Abenteuer auch einen gefährlichen Gegner.
Und dafür hat DreamWorks eine besonders interessante Figur ausgewählt.
Die Manananggal wird zur großen Bedrohung
Jo und Raissa müssen sich der gefürchteten Manananggal stellen.
Die Kreatur stammt tatsächlich aus der philippinischen Folklore.
Im englischen Original wird sie von Lea Salonga gesprochen.
Salonga ist nicht nur eine Tony-Award-Gewinnerin, sondern Disney-Fans unter anderem als Gesangsstimme von Figuren wie Jasmin und Mulan bekannt.
In „Forgotten Island“ übernimmt sie nun eine deutlich bedrohlichere Rolle.
Dann entdecken die Freundinnen den wahren Preis der Insel
Der eigentliche Konflikt des Films ist allerdings wesentlich persönlicher als ein Kampf gegen ein Monster.
Jo und Raissa entdecken schließlich, dass ihre Rückkehr nach Hause mit einem Preis verbunden ist.
Und dieser Preis besteht aus ihren Erinnerungen.
Um Nakali verlassen zu können, könnten sie sämtliche Erinnerungen an ihre gemeinsame Freundschaft verlieren.
Aus dem großen Fantasy-Abenteuer wird dadurch plötzlich ein Wettlauf gegen das Vergessen.
Sie müssen einen Weg von der Insel finden, bevor sie sich gegenseitig vollständig aus dem Gedächtnis verlieren.
Genau darin steckt die stärkste Idee des Films
DreamWorks erzählt damit eigentlich eine ziemlich universelle Geschichte.
Freundschaften verändern sich.
Menschen ziehen weg.
Das Leben entwickelt sich weiter.
Und irgendwann stellt sich die Frage, ob eine Beziehung bestehen bleibt, wenn der gemeinsame Alltag verschwindet.
„Forgotten Island“ übersetzt diese Angst einfach in eine Fantasy-Idee:
Jo und Raissa verlieren nicht nur räumlich den Kontakt.
Sie könnten buchstäblich vergessen, dass sie jemals Freundinnen waren.
Der offizielle Trailer zeigt bereits einiges von Nakali
Der aktuelle deutsche Trailer vermittelt ziemlich gut, wie bunt und gleichzeitig teilweise bedrohlich die Welt ausfällt.
Neben großen Fantasy-Landschaften gibt es zahlreiche ungewöhnliche Kreaturen, schnelle Action und deutlich mehr emotionale Momente, als man bei der farbenfrohen Optik zunächst erwarten könnte.
H.E.R. spricht Jo
Für die englische Originalfassung hat DreamWorks eine ungewöhnlich prominente Besetzung zusammengestellt.
H.E.R. übernimmt die Stimme von Jo.
Die Sängerin gehört zu den erfolgreichsten R&B-Künstlerinnen ihrer Generation und besitzt bereits mehrere Grammys sowie einen Oscar.
Ihre beste Freundin Raissa wird von Liza Soberano gesprochen.
Die Schauspielerin war zuletzt unter anderem in „Lisa Frankenstein“ zu sehen.
Dazu kommt ein ziemlich großes Ensemble
Neben H.E.R. und Liza Soberano sind im Original außerdem zu hören:
- Dave Franco als Raww
- Lea Salonga als Manananggal
- Jenny Slate als Batibat
- Manny Jacinto als Bungi Tiyanak
- Dolly de Leon
- Jo Koy
- Ronny Chieng
Damit bringt der Film nicht nur eine stark philippinisch geprägte Geschichte mit, sondern auch zahlreiche Schauspielerinnen und Schauspieler mit entsprechenden kulturellen Wurzeln.
Auch die deutsche Synchronfassung steht bereit
In der deutschen Version werden die Hauptfiguren unter anderem von Magdalena Höfner, Gabrielle Pietermann und Tim Schwarzmaier gesprochen.
Der Film kommt bei uns sowohl in 2D als auch teilweise in 3D ins Kino.
Die FSK hat „Forgotten Island“ ab 12 Jahren freigegeben.
Damit richtet sich DreamWorks offenbar etwas stärker an ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene als bei manch anderem Familienanimationsfilm.
Die Regisseure kennen sich mit ungewöhnlichen Fantasywelten aus
Besonders interessant sind die Namen hinter der Kamera.
Joel Crawford und Januel Mercado haben den Film gemeinsam geschrieben und inszeniert.
Beide arbeiteten bereits zusammen an „Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch“.
Crawford führte dort Regie, Mercado war Co-Regisseur.
Der Film wurde 2023 für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert und entwickelte sich gerade wegen seiner ungewöhnlichen visuellen Gestaltung und überraschend ernsten Themen zu einem großen Erfolg.
Produzent Mark Swift ist ebenfalls wieder dabei
Auch Produzent Mark Swift kehrt zurück.
Damit arbeitet bei „Forgotten Island“ im Kern erneut das kreative Trio zusammen, das schon „Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch“ geprägt hat.
Das erklärt vielleicht auch, warum der neue Film trotz seiner bunten Oberfläche erneut ein relativ erwachsenes Thema behandelt.
Damals ging es um Sterblichkeit und Angst.
Diesmal geht es um Freundschaft, Trennung und Erinnerung.
DreamWorks setzt damit seine emotionale Phase fort
In den vergangenen Jahren hat DreamWorks auffällig häufig versucht, seine Filme nicht nur über Comedy und große Abenteuer zu definieren.
„Der wilde Roboter“ erzählte beispielsweise von Familie, Verlust und Zugehörigkeit.
„Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch“ beschäftigte sich überraschend intensiv mit Todesangst.
Und „Forgotten Island“ stellt nun eine Freundschaft ins Zentrum, die wortwörtlich ausgelöscht werden könnte.
Das heißt natürlich nicht, dass auf Humor verzichtet wird.
Raww dürfte ziemlich zuverlässig dafür sorgen, dass zwischen den emotionalen Momenten genug Chaos entsteht.
Eine Fantasywelt, die man im Mainstream-Kino selten sieht
Gerade die philippinische Mythologie könnte allerdings das spannendste Element des Films werden.
Große westliche Animationsstudios greifen vergleichsweise selten auf diese Sagenwelt zurück.
Wesen wie Manananggal, Batibat oder Tiyanak dürften deshalb für viele Zuschauer völlig neu sein.
Für andere könnten sie dagegen Geschichten darstellen, die sie bereits aus ihrer eigenen Familie kennen.
Das macht Nakali zu einer Fantasywelt, die nicht einfach nur aus bekannten europäischen Märchenmotiven zusammengesetzt wurde.
Im Kern bleibt es eine Geschichte über zwei Freundinnen
All die Kreaturen, Portale und Fantasy-Landschaften funktionieren am Ende allerdings nur, wenn Jo und Raissa als Freundinnen überzeugen.
Denn genau darum geht es letztlich:
Was bleibt von einer Freundschaft, wenn sich das Leben verändert?
Und wie viel ist man bereit zu riskieren, um einen Menschen nicht zu verlieren?
Die magische Insel macht diese Fragen lediglich größer und sichtbarer.
DreamWorks bringt zum Herbst einen ungewöhnlichen Animationsfilm
Mit „Forgotten Island“ bekommt das Kinoprogramm im Oktober damit einen Film, der auf den ersten Blick wie ein klassisches buntes Familienabenteuer aussieht.
Unter der Oberfläche steckt aber eine ziemlich melancholische Idee.
Zwei Freundinnen wollen eine letzte gemeinsame Nacht erleben.
Sie finden eine Insel, von der sie seit ihrer Kindheit geträumt haben.
Und ausgerechnet dort droht ihnen das Schlimmste:
Dass all ihre gemeinsamen Jahre irgendwann so wirken könnten, als hätten sie niemals stattgefunden.
„Forgotten Island“ startet am Donnerstag, 8. Oktober 2026, in den deutschen Kinos.
Quellen
- Universal Pictures Germany: Deutscher Trailer, deutscher Kinostart am 8. Oktober 2026, Handlung, Originalsprecher und Produktionsinformationen. YouTube
- DreamWorks Animation: Offizielle Filmseite mit Cast, Regisseuren Joel Crawford und Januel Mercado sowie Produzent Mark Swift. DreamWorks
- epd Film: Deutscher Kinostart, FSK 12, Verleih durch Universal Pictures sowie Angaben zur deutschen Synchronfassung. epd Film
- Berlin.de: Handlung, deutscher Start am 8. Oktober und deutsche Sprecher Magdalena Höfner, Gabrielle Pietermann und Tim Schwarzmaier. Berlin.de
- Cinema: Hintergrund zu Nakali und der philippinischen Mythologie sowie Rollen der Originalsprecher. cinema.de