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Frittenbude veröffentlichen „Raveland“ – neues Album zwischen Rave, Punk und Rap

Die drei Mitglieder von Frittenbude sitzen vor einer neonbeleuchteten Club- und Ravekulisse; im Zentrum trägt ein bärtiger Musiker eine rote Jacke und Mütze, flankiert von den beiden anderen Bandmitgliedern.

Frittenbude sind zurück – und leise wird es erwartungsgemäß nicht. Mit „Raveland“ veröffentlicht die Band heute ihr siebtes reguläres Studioalbum. 14 Songs verbinden technoide Beats, Punk-Attitüde und Rap mit politischen Texten, Melancholie und ziemlich viel Lust auf kollektiven Kontrollverlust. Unterstützung kommt unter anderem von Mino Riot, T.Raumschmiere und Das Flug.

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Willkommen zurück im Raveland

Manche Albumnamen brauchen ungefähr drei Absätze Erklärung.

Bei Frittenbude reicht eigentlich ein Wort.

„Raveland“.

Man weiß sofort ungefähr, wo man landet.

Stroboskop.

Bass.

Schweiß.

Politik.

Menschen, die irgendwann zwischen Konzert und Club vergessen haben, welcher Wochentag eigentlich gerade ist.

Seit heute, dem 16. Oktober 2026, ist das neue Frittenbude-Album komplett erhältlich.

Es umfasst 14 Songs und erscheint über NACHTI.

Für die Band ist es offiziell das siebte Studioalbum.

Und nach rund 20 Jahren Frittenbude klingt darauf erstaunlich wenig danach, als wollten sich Johannes Rögner und Jakob Häglsperger langsam in eine gemütlichere musikalische Ecke zurückziehen.

Eher im Gegenteil.

Elektronik und Punk waren bei Frittenbude sowieso nie Gegensätze

Frittenbude in ein Genre zu stecken, funktioniert ungefähr so lange, bis der nächste Song anfängt.

Electropunk passt.

Techno irgendwie auch.

Rap definitiv.

Indie ebenfalls.

Und zwischendurch tauchen Popmelodien auf, die eigentlich viel zu eingängig dafür sind, wie viel Lärm drumherum passiert.

„Raveland“ führt genau diese Mischung weiter.

Hanseplatte beschreibt das Album als Spannungsfeld zwischen Electropunk, technoiden Beats und poporientierten Refrains.

Dazu kommen synthetische Flächen, treibende Sequenzen und gelegentliche Gitarrenakzente.

Das klingt auf dem Papier ziemlich ordentlich.

Frittenbude machen daraus erwartungsgemäß etwas deutlich Unordentlicheres.

14 Songs stehen auf dem Album

Die komplette Trackliste lautet:

  1. Die Freiheit trägt kein weisses Kleid
  2. Gorillas im Nebel
  3. Absolute Beginner
  4. Material zum Weglassen
  5. Die Unmöglichkeit eines Lamas (feat. Mino Riot)
  6. Hier wollen wir nicht bleiben
  7. ANTI ANTI ANTI (feat. Das Flug & T.Raumschmiere)
  8. Alpenpanorama
  9. Frühstück bei Tiffi
  10. Mallorca
  11. Manifest der Lohnarbeit
  12. Bullenwagen Broken Dreams
  13. Am Ende für das Ende
  14. From BUBU with Love

Schon die Titel klingen ziemlich eindeutig nach Frittenbude.

Zwischen politischem Manifest, Unsinn, Gesellschaftskritik und einem Lama liegt manchmal eben nur ein Track.

„ANTI ANTI ANTI“ machte früh deutlich, wohin die Reise geht

Einer der ersten Vorboten erschien bereits im April.

„ANTI ANTI ANTI“ entstand gemeinsam mit Das Flug und T.Raumschmiere.

Der Song ist gerade einmal etwas mehr als zwei Minuten lang.

Dafür passiert darin ziemlich viel.

Hohe Geschwindigkeit.

Punkenergie.

Elektronischer Druck.

Sprechgesang.

Und eine politische Haltung, die nicht besonders bemüht darum ist, zwischen den Zeilen versteckt zu werden.

Der Track erschien am 10. April 2026 und steht jetzt an siebter Stelle auf „Raveland“.

Wer Frittenbude vor allem wegen ihrer Verbindung von Clubmusik und Punk kennt, bekommt hier ziemlich genau diese Schnittstelle geliefert.

Politik gehört weiterhin dazu

Überhaupt ist „Raveland“ kein Album, das ausschließlich darüber nachdenkt, wo heute Abend gefeiert wird.

Die Beschreibung zur Veröffentlichung spricht ausdrücklich von einem Longplayer zwischen:

Euphorie, Melancholie und kollektivem Ausbruch entgegen dem Faschismus.

Das passt zur Geschichte der Band.

Frittenbude haben politische Positionen nie besonders sorgfältig aus ihrer Musik herausgehalten.

Gesellschaftliche Verhältnisse.

Arbeit.

Rechte Strukturen.

Polizei.

Kapitalismus.

Freiheit.

Das alles konnte bei ihnen schon immer irgendwo zwischen Bassdrum und Refrain auftauchen.

Auf „Raveland“ setzt sich das fort.

Und spätestens ein Titel wie „Manifest der Lohnarbeit“ macht relativ deutlich, dass der Club nicht der einzige Ort ist, um den es hier geht.

„Die Freiheit trägt kein weisses Kleid“ setzt bereits beim Titel ein Zeichen

Der Opener heißt „Die Freiheit trägt kein weisses Kleid“.

Auch dieser Song wurde vor Albumveröffentlichung bereits als Single sichtbar.

Dass ausgerechnet diese Nummer an Position eins steht, wirkt entsprechend bewusst gewählt.

Bei Frittenbude ist Freiheit selten eine sterile, romantische Idee.

Sie wird meistens politisch.

Unbequem.

Laut.

Und im besten Fall tanzbar.

Genau dieser Gegensatz zieht sich durch die Platte.

„Raveland“ will gleichzeitig raus aus der Realität und mitten hinein.

Dann wäre da noch das Lama

Natürlich kann man ein politisch aufgeladenes Album veröffentlichen.

Man kann aber gleichzeitig einen Song „Die Unmöglichkeit eines Lamas“ nennen.

Frittenbude machen beides.

Der Track entstand gemeinsam mit Mino Riot und erschien bereits vor dem Album als Single.

Er ist einer jener Titel, die ziemlich gut zeigen, warum Frittenbude trotz aller Ernsthaftigkeit nie vollständig in bedeutungsschwerer Pose verschwinden.

Die Band erlaubt sich weiterhin Absurdität.

Wortspiele.

Überzeichnungen.

Unsinn.

Und genau dadurch funktionieren die ernsthaften Momente oft umso stärker.

Wenn alles permanent maximal wichtig klingt, verliert irgendwann nämlich auch das Wichtige seine Wirkung.

„Mallorca“ klingt wahrscheinlich nicht nach Pauschalurlaub

Auch auf „Raveland“ findet sich ein Song namens „Mallorca“.

Bereits vor Albumrelease erschien davon eine Radiofassung gemeinsam mit Ponga Missi.

Wer jetzt auf Ballermann-Schlager hofft, ist bei Frittenbude vermutlich trotzdem in der falschen Warteschlange gelandet.

Allein die Tatsache, dass ein Frittenbude-Album Songs namens „Mallorca“, „Bullenwagen Broken Dreams“ und „Manifest der Lohnarbeit“ direkt nebeneinanderstellen kann, beschreibt die Tonalität ziemlich gut.

Hier dürfen Party und Gesellschaftskritik gleichzeitig existieren.

Eigentlich waren genau diese Widersprüche schon immer Teil der Band.

Frittenbude gibt es inzwischen seit etwa zwei Jahrzehnten

Die Ursprünge der Band reichen bis 2006 zurück.

Entstanden ist Frittenbude in Bayern.

Später verlagerte sich der Lebensmittelpunkt nach Berlin.

Mit ihrem Debüt „Nachtigall“ tauchte die Band 2008 in einer Zeit auf, in der elektronische Musik, Indie, Rap und Punk in Deutschland zunehmend ineinanderliefen.

Songs wie „Mindestens in 1000 Jahren“ oder später „Bilder mit Katze“ wurden zu frühen Erkennungsstücken.

Frittenbude passten dabei nie sauber neben klassische Punkbands.

Aber genauso wenig wirkten sie wie ein gewöhnlicher Electro-Act.

Der Computer durfte Krach machen.

Der Text durfte politisch sein.

Und danach konnte trotzdem getanzt werden.

Inzwischen ist Frittenbude offiziell ein Duo

Die heutige Kernbesetzung besteht aus:

Johannes Rögner – Gesang und Rap

und

Jakob Häglsperger – Elektronik, Synthesizer und Produktion.

Das frühere Bandmitglied Martin Steer verließ Frittenbude 2022.

Seitdem arbeitet die Formation im Kern als Duo weiter, ergänzt um Live- und Gastmusiker.

Dass sich dadurch der Sound komplett verändert hätte, lässt sich allerdings kaum behaupten.

Die Grundidee blieb erhalten:

Elektronische Musik soll nicht klinisch wirken.

Punk muss nicht zwingend aus drei Gitarren bestehen.

Und Rap darf auch über einen komplett entgleisten Ravebeat laufen.

Der Titel „Raveland“ besitzt außerdem Frittenbude-Geschichte

Ganz neu ist das Wort im Umfeld der Band übrigens nicht.

Frittenbude haben schon lange eine Verbindung zu „Raveland“.

Bereits früher machten sie einen Remix eines gleichnamigen Kettcar-Songs.

Der Begriff taucht damit nicht zufällig plötzlich 2026 auf.

Jetzt wird daraus allerdings der Name eines kompletten Albums.

Und eigentlich beschreibt er die Welt von Frittenbude ziemlich perfekt:

ein imaginärer Ort irgendwo zwischen Konzert, Club, Demonstration und völlig übernächtigtem Heimweg.

Der Vorgänger erschien 2023

Das letzte reguläre Studioalbum „Apokalypse Wow“ erschien 2023.

Darauf fanden sich unter anderem Songs wie:

„Stoli“,

„Suchen/Finden“,

„Marx & Biggie“

und

„Das Glas“.

Schon dort verband die Band politische und persönliche Themen wieder stark mit elektronischer Produktion.

„Raveland“ setzt diese Entwicklung fort, wirkt allerdings teilweise direkter und stärker auf die körperliche Wirkung seiner Beats ausgerichtet.

Zumindest eines scheint dabei ziemlich sicher:

Diese Platte wurde nicht ausschließlich dafür produziert, dass man sie alleine über Laptoplautsprecher hört.

Die Gastbeiträge passen zur Grundidee

Besonders interessant sind die Gäste.

Mino Riot taucht auf „Die Unmöglichkeit eines Lamas“ auf.

Bei „ANTI ANTI ANTI“ kommen Das Flug und T.Raumschmiere dazu.

Gerade T.Raumschmiere alias Marco Haas passt hervorragend in diese Welt.

Seine eigene Karriere bewegt sich seit Jahrzehnten zwischen elektronischer Musik, Punkästhetik, Techno und Noise.

Das wirkt also weniger wie:

Wir brauchen noch einen bekannten Namen für die Featureliste.

Sondern eher wie:

Diese Menschen gehören ohnehin in denselben kaputten Club.

„Raveland“ erscheint über NACHTI

Auch strukturell befindet sich Frittenbude inzwischen in einer anderen Phase ihrer Karriere.

Das neue Album erscheint bei NACHTI.

Damit setzen sie stärker auf unabhängige Strukturen und Eigenveröffentlichungen.

Nach zwei Jahrzehnten Bandgeschichte lässt sich das vermutlich auch leichter umsetzen als zu Beginn.

Frittenbude müssen niemandem mehr erklären, was Frittenbude eigentlich ist.

Wer heute ein Album dieser Band kauft, erwartet vermutlich nicht plötzlich zwölf klassische Radioballaden.

Obwohl es bei Frittenbude durchaus lustig wäre, genau das irgendwann aus Trotz zu machen.

Das Album gibt es auch ganz klassisch auf Platte und CD

Wer „Raveland“ nicht ausschließlich streamen möchte, bekommt mehrere physische Fassungen.

Das Album erscheint auf:

CD,
Vinyl
und sogar Musikkassette.

Dazu gibt es unter anderem eine gelbe Deluxe-Vinylversion sowie eine limitierte nummerierte pinkfarbene Indie-Edition.

Musikkassette inklusive.

Weil es offenbar nicht reicht, musikalisch zwischen Vergangenheit und Gegenwart herumzuspringen.

Man muss das Album auch noch auf einem Medium veröffentlichen, für das jüngere Hörer möglicherweise zunächst die Eltern nach einem funktionierenden Abspielgerät fragen müssen.

Am Ende heißt es wieder: tanzen und trotzdem zuhören

Vielleicht ist genau das auch nach 20 Jahren der Kern von Frittenbude.

Die Musik funktioniert körperlich.

Bass.

Tempo.

Rave.

Aber darunter stecken Texte, die nicht vollkommen egal sind.

Man kann dazu tanzen.

Man kann darüber diskutieren.

Und manchmal funktioniert beides gleichzeitig.

„Raveland“ bringt diese beiden Seiten erneut zusammen.

14 Songs zwischen:

Electropunk,

Rap,

Techno,

Pop,

Wut,

Melancholie

und ziemlich viel Bewegungsdrang.

Eine gemütliche Hintergrundplatte für den Sonntagsbrunch ist daraus eher nicht geworden.

Aber das wäre bei Frittenbude vermutlich sowieso Anlass zur Sorge.

„Raveland“ ist seit heute, dem 16. Oktober 2026, erhältlich.

Quellen

Apple Music – Frittenbude: „Raveland“
Apple Music führt das Album mit Veröffentlichung am 16. Oktober 2026 und bestätigt die vollständige Trackliste mit 14 Songs sowie die Gastbeiträge von Mino Riot, Das Flug und T.Raumschmiere. Apple Music - Web Player

jpc – Frittenbude: „Raveland“
Der Händler beschreibt „Raveland“ als siebtes Album der Band und ordnet die Platte zwischen Rave, Punk und Rap sowie Euphorie, Melancholie und antifaschistischem Anspruch ein. Außerdem werden CD-, Vinyl- und Kassettenausgaben bestätigt. JPC

Hanseplatte – „Raveland“
Hintergrund zum Sound zwischen roher Elektronik, Electropunk, technoiden Beats, poporientierten Refrains und gitarrenbasierten Akzenten sowie zur Veröffentlichung über NACHTI. Hanseplatte

Shazam – „ANTI ANTI ANTI“
Bestätigung der Veröffentlichung am 10. April 2026, der Beteiligung von T.Raumschmiere und Das Flug sowie der Produktions- und Songwriting-Credits. Shazam

Bierschinken – „Die Unmöglichkeit eines Lamas“, Mai 2026
Einordnung der Single mit Mino Riot als zweiten Vorboten von „Raveland“ und Hinweis auf rund 20 Jahre Bandgeschichte. bierschinken.net

Amazon Music – Frittenbude
Bestätigung von „Raveland“ als aktueller Veröffentlichung vom 16. Oktober 2026 sowie weiterer Singles der aktuellen Albumphase. music.amazon.com

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