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Galantis sind zurück: „The Devil’s Tax Return: Volume 1“ ist da

Zwei Figuren mit leuchtenden futuristischen Katzenhelmen stehen vor einem dunklen Wüstenhimmel neben einem Auto; rechts ist der Schriftzug „Galantis – The Devil’s Tax Return – Volume 1“ zu sehen.

Galantis schlagen ein neues Kapitel auf: Mit „The Devil’s Tax Return: Volume 1“ veröffentlicht Christian Karlsson heute eine sechs Songs starke EP voller Neuinterpretationen von Klassikern, die ihn selbst geprägt haben. Statt einfacher Cover entstehen daraus neue elektronische Produktionen zwischen House, Synthpop und Dance – darunter Songs von The Killers, Feist, Frankie Valli, José González und The War on Drugs.

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Sechs bekannte Songs – aber keine gewöhnliche Cover-EP

Es gibt Coverversionen.

Es gibt Remixe.

Und dann gibt es dieses Projekt.

Galantis haben heute, am 16. Oktober 2026, „The Devil’s Tax Return: Volume 1“ veröffentlicht.

Die neue EP umfasst sechs Tracks und erscheint über Counter Records, das zu Ninja Tune gehört.

Auf den ersten Blick könnte man relativ einfach sagen:

Christian Karlsson nimmt sechs bekannte Songs und macht daraus elektronische Versionen.

Das wäre allerdings ein bisschen zu kurz gegriffen.

Denn genau gegen diese Beschreibung wehrt sich der Mann hinter Galantis selbst.

Für ihn geht es nicht darum, bekannte Songs einfach noch einmal nachzuspielen.

Und auch nicht darum, einen klassischen Remix daraus zu bauen.

Er möchte sie neu erfinden.

Der Titel ist ziemlich selbstironisch

Schon der Name der EP verrät, dass Christian Karlsson ziemlich genau weiß, auf welches Terrain er sich begibt.

„The Devil’s Tax Return“.

Der Gedanke dahinter ist sinngemäß:

Wer sich an Klassikern anderer Künstler vergreift, macht sich automatisch ein bisschen verdächtig.

Viele Songs besitzen einen Status, bei dem Fans relativ schnell sagen:

Lass das Original einfach in Ruhe.

Karlsson kennt dieses Gefühl selbst.

Lange wollte er genau deshalb überhaupt nicht an Songs arbeiten, die ihm besonders wichtig waren.

Irgendwann wurde genau diese Angst allerdings zur Herausforderung.

Wenn er schon einen Klassiker anfasst, dann wollte er nicht nur eine leicht modernisierte Version daraus machen.

Er wollte herausfinden, ob daraus etwas entstehen kann, das gleichzeitig nach Galantis klingt und den Kern des Originals respektiert.

Der „Devil“ im Titel ist also ein bisschen er selbst.

Der Produzent, der Dinge anfasst, die man möglicherweise besser nicht anfassen sollte.

Sehr beruhigend.

Fast 100 Songs standen ursprünglich auf der Liste

Die sechs Titel der EP waren keineswegs von Anfang an gesetzt.

Für das Projekt ging Karlsson zunächst durch eine große persönliche Sammlung von Lieblingssongs.

Nach eigenen Angaben beschäftigte er sich mit annähernd 100 möglichen Titeln.

Teilweise entstanden sogar unterschiedliche Produktionsversuche.

Manche funktionierten.

Andere nicht.

Einige waren offenbar so stark mit ihrer Originalfassung verbunden, dass sich keine Galantis-Version ergeben wollte, mit der Karlsson zufrieden war.

Übrig blieben schließlich sechs Songs.

Sie verbindet weniger ein gemeinsames Genre als ein anderer Punkt:

Sie haben Christian Karlsson persönlich geprägt.

Die Trackliste von „The Devil’s Tax Return: Volume 1“

Die EP besteht aus:

  1. Stay Alive
  2. Do You Mind
  3. Can’t Take My Eyes Off You
  4. When You Were Young
  5. 1234
  6. Red Eyes

Zusammen kommt die EP auf knapp 19 Minuten.

Das klingt zunächst relativ kompakt.

Musikalisch steckt allerdings ziemlich viel unterschiedliche Geschichte darin.

Denn die Originale stammen aus völlig verschiedenen Welten.

„Stay Alive“ eröffnet das Projekt

Den Anfang macht „Stay Alive“.

Karlsson orientiert sich hier an dem Song von José González.

Die Galantis-Version erschien bereits am 27. Mai als erster Vorgeschmack auf die EP.

Interessant ist dabei, wie stark sich der Song für elektronische Musik öffnen lässt.

Das ursprüngliche Stück lebt viel stärker von ruhiger Atmosphäre und akustischer Emotionalität.

Galantis bauen daraus eine elektronische Produktion, ohne die melancholische Grundstimmung komplett wegzudrücken.

Genau dieses Prinzip zieht sich durch die komplette EP.

Der Song soll nicht einfach lauter und schneller werden.

Er soll in einer anderen musikalischen Sprache funktionieren.

„Do You Mind“ greift einen britischen Clubklassiker auf

Noch deutlicher wird dieses Konzept bei „Do You Mind“.

Das Original stammt von Paleface feat. Kyla und erschien 2007.

Später wurde der Song besonders durch den Crazy Cousinz Remix zu einem wichtigen Track der britischen Clubszene.

Viele kennen Kylas markante Stimme zudem indirekt aus Drakes „One Dance“.

Für Galantis bleibt genau diese Stimme ein zentraler Bestandteil.

Karlsson versucht nicht, das Original zu überschreiben.

Stattdessen baut er rund um die bekannte Vocal-Linie eine neue elektronische Produktion.

Die Single erschien Anfang Juli und war gleichzeitig die offizielle Ankündigung der neuen EP.

Frankie Valli landet plötzlich im Galantis-Universum

Mit „Can’t Take My Eyes Off You“ wird der Zeitsprung noch größer.

Der Song gehört ursprünglich zu den bekanntesten Aufnahmen von Frankie Valli.

Seit seiner Veröffentlichung 1967 wurde er unzählige Male gecovert.

Jazz.

Soul.

Pop.

Disco.

Akustikversionen.

Praktisch alles war irgendwann dabei.

Galantis setzen dem jetzt eine moderne Dance-Version entgegen.

Der Track erschien Anfang August als weiterer Vorbote der EP.

Und genau hier wird besonders deutlich, was Karlsson mit dem Projekt meint.

Es geht nicht darum, den Song möglichst originalgetreu nachzubauen.

Das wäre bei einem Stück mit fast 60 Jahren Geschichte auch relativ sinnlos.

Stattdessen wird gefragt:

Was würde dieser Song in einer heutigen Galantis-Produktion machen?

The Killers werden zum Dance-Track

Die wahrscheinlich ungewöhnlichste Nummer ist „When You Were Young“.

Das Original von The Killers stammt aus dem Jahr 2006 und gehört zu den großen Gitarrenhymnen der Band.

Auf „Sam’s Town“ klingt der Song nach:

großen Gitarren,

Brandon Flowers,

amerikanischer Weite

und maximalem Indie-Rock-Drama.

Jetzt taucht er auf einer Galantis-EP auf.

Und genau diese Reibung macht das Projekt interessant.

Statt einfach Gitarren durch Synthesizer zu ersetzen, versucht Karlsson, den emotionalen Aufbau des Songs in ein neues elektronisches Arrangement zu übertragen.

Das funktioniert deutlich besser, als die Kombination auf dem Papier zunächst klingt.

Feists „1234“ bekommt Synthpop statt Indie-Pop

Mit „1234“ folgt ein weiterer Song, der stark mit einer bestimmten Zeit verbunden ist.

Feists Original erschien 2007 und entwickelte sich zu einem ihrer bekanntesten Titel.

Galantis veröffentlichten die neue Version bereits im September.

Karlsson erklärte, dass der Song für ihn eine bestimmte musikalische Phase repräsentiert und seiner Meinung nach von einem jüngeren Publikum wiederentdeckt werden sollte.

Seine Version macht daraus eine deutlich treibendere Synthpop-Produktion.

Die einfache, fast verspielte Grundidee bleibt erkennbar.

Aber das Drumherum verändert sich komplett.

„Red Eyes“ bildet den Abschluss

Der sechste Titel ist „Red Eyes“.

Das Original stammt von The War on Drugs und erschien 2014 auf dem Album „Lost in the Dream“.

Auch dieser Song liegt stilistisch eigentlich ziemlich weit weg vom klassischen Galantis-Kosmos.

Das Original baut über mehrere Minuten eine breite, gitarrengetriebene Atmosphäre auf.

Galantis übertragen diese emotionale Weite in elektronische Strukturen.

Damit endet die EP ziemlich passend.

Nicht mit dem größten offensichtlichen Dance-Klassiker.

Sondern mit einem Song, der zeigt, wie weit Karlsson das Grundkonzept ziehen wollte.

Die Songs stammen aus einer bestimmten Phase seines Lebens

Die Auswahl ist dabei nicht zufällig.

Viele der Originale verbindet Karlsson mit einer Zeit, in der er selbst begann, musikalisch neue Wege zu gehen.

Besonders wichtig war dabei Miike Snow.

Die Indie-Electronic-Band, die Karlsson gemeinsam mit Pontus Winnberg und Andrew Wyatt gründete, bedeutete für ihn eine deutliche Abkehr von seiner früheren Rolle als klassischer Popproduzent.

Vorher hatte er als Teil von Bloodshy & Avant unter anderem für große Popstars gearbeitet.

Britney Spears.

Madonna.

Kylie Minogue.

Katy Perry.

Und natürlich gehört auch „Toxic“ zu seiner Geschichte.

Karlsson war am Songwriting und an der Produktion des Britney-Spears-Klassikers beteiligt.

„Toxic“ erklärt vielleicht sogar ziemlich gut, wie Karlsson Musik denkt

„Toxic“ war nie ein besonders gewöhnlicher Popsong.

Ungewöhnliche Streicher.

Ein aggressiver Beat.

Ein sehr markantes Arrangement.

Und trotzdem komplett radiotauglich.

Diese Mischung aus:

experimentell genug, um aufzufallen,

aber eingängig genug, um Millionen Menschen zu erreichen,

zieht sich später auch durch Galantis.

„Runaway (U & I)“.

„No Money“.

„Peanut Butter Jelly“.

„Heartbreak Anthem“.

Das sind keine Underground-Tracks.

Aber sie besitzen fast immer irgendein Element, das sie sofort erkennbar macht.

Bei „The Devil’s Tax Return“ dreht Karlsson diesen Prozess nun um.

Statt einen neuen Song möglichst markant zu machen, nimmt er bereits markante Songs und zerlegt sie.

Galantis haben ohnehin eine ziemlich ungewöhnliche Entwicklung hinter sich

Galantis starteten ursprünglich als Duo.

Heute wird das Projekt allein von Christian Karlsson geführt.

Seit dem Live-Debüt beim Coachella Festival 2014 entwickelte sich Galantis zu einem der großen Namen der internationalen Dance-Szene.

Das Debütalbum „Pharmacy“ brachte 2015 unter anderem:

„Runaway (U & I)“

und

„Peanut Butter Jelly“.

Später folgten Songs wie:

„No Money“,

„Faith“ mit Dolly Parton und Mr. Probz,

„Heartbreak Anthem“ mit David Guetta und Little Mix

sowie

„Lighter“ mit David Guetta und 5 Seconds of Summer.

Nach Angaben des aktuellen Labels kommen Galantis inzwischen auf mehr als elf Milliarden Streams weltweit.

Jetzt beginnt erstmals eine Phase ohne Major Label

„The Devil’s Tax Return“ besitzt allerdings noch eine zweite Bedeutung.

Die EP markiert eine neue Labelphase.

Galantis veröffentlichen sie über Counter Records, ein Imprint von Ninja Tune.

Karlsson bezeichnete den Schritt selbst als besonders wichtig.

Er habe Ninja Tune bereits seit den 1990ern verfolgt.

Und zum ersten Mal in seiner Karriere sei er nicht bei einem Major Label unter Vertrag.

Das habe seine Arbeitsweise deutlich verändert.

Mehr Freiheit.

Weniger Vorgaben.

Mehr Lust, Dinge auszuprobieren.

Und ziemlich offensichtlich führte genau das zu einer EP, bei der jemand irgendwann sagte:

Warum machen wir eigentlich nicht Feist, The Killers und Frankie Valli auf dieselbe Platte?

Das Projekt klingt dadurch fast wie ein persönliches Mixtape

Vielleicht ist das die beste Beschreibung.

„The Devil’s Tax Return: Volume 1“ wirkt wie ein Lieblingssongs-Mixtape.

Nur dass Christian Karlsson die Songs nicht einfach hintereinander abspielt.

Er baut sie komplett neu.

Die Originale stammen aus verschiedenen Jahrzehnten.

Verschiedenen Genres.

Verschiedenen Szenen.

Und trotzdem ergeben sie zusammen ein Bild davon, welche Musik ihn selbst beeinflusst hat.

Das macht die EP persönlicher, als eine klassische Sammlung von Dance-Covern wahrscheinlich wäre.

Und dann steht da noch „Volume 1“

Natürlich darf man einen Teil des Titels nicht übersehen.

Volume 1.

Das klingt relativ eindeutig danach, dass die Geschichte weitergehen soll.

Eine offizielle Trackliste oder ein Termin für einen zweiten Teil wurde bislang allerdings nicht angekündigt.

Deshalb gilt:

Es gibt aktuell keine bestätigte „Volume 2“.

Aber nach fast 100 ursprünglich getesteten Songs wäre zumindest ausreichend Material vorhanden.

Vermutlich liegt irgendwo auf einer Festplatte gerade ein Stapel Produktionen, bei denen Christian Karlsson noch entscheidet, ob er sich wirklich traut, das Original anzufassen.

Ein neues Kapitel, das bewusst zurückschaut

Normalerweise bedeutet ein neues Kapitel:

neue Songs.

Neuer Sound.

Blick nach vorne.

Galantis machen es diesmal etwas anders.

Christian Karlsson beginnt seine neue kreative Phase ausgerechnet damit, auf die Musik zurückzuschauen, die ihn selbst geprägt hat.

Aber er behandelt sie nicht wie Museumsstücke.

Er nimmt sie auseinander.

Baut sie neu.

Und riskiert dabei ausdrücklich, dass Fans der Originale fragen:

Musste das wirklich sein?

Die Antwort steckt eigentlich schon im Titel.

Wahrscheinlich nicht.

Aber genau deshalb wollte er es machen.

„The Devil’s Tax Return: Volume 1“ von Galantis ist seit heute, dem 16. Oktober 2026, mit sechs Tracks über Counter Records erhältlich.

Quellen

Galantis / offizieller Release-Link – „The Devil’s Tax Return: Volume 1“
Bestätigung des EP-Titels und der Veröffentlichung am 16. Oktober 2026. galantis.lnk.to
Galantis – The Devil’s Tax Return: Volume 1

Ninja Tune / Counter Records – Galantis
Offizielle Labelseite mit Hintergrund zu Christian Karlsson, Galantis, früheren Erfolgen, mehr als elf Milliarden Streams und dem aktuellen Wechsel zu Counter Records. Ninja Tune
Galantis bei Ninja Tune / Counter Records

Bandcamp – „The Devil’s Tax Return: Volume 1“
Offizielle Trackliste mit „Stay Alive“, „Do You Mind“, „Can’t Take My Eyes Off You“, „When You Were Young“, „1234“ und „Red Eyes“. Galantis

Apple Music – „The Devil’s Tax Return: Volume 1“
Bestätigung des Releases am 16. Oktober 2026 und der sechs Songs umfassenden EP. Apple Music - Web Player

EUPHORIA. – Interview mit Christian Karlsson, 10. August 2026
Karlsson erklärt dort die Bedeutung des EP-Titels, dass fast 100 Songs geprüft wurden und dass er ausdrücklich keine klassischen Cover oder Remixe produzieren wollte, sondern neue Galantis-Versionen mit Respekt vor dem emotionalen Kern der Originale. EUPHORIA.

Record of the Day – Galantis unterschreibt bei Counter Records, 3. Juli 2026
Hintergrund zur ersten Nicht-Major-Label-Phase seiner Karriere sowie zu den Neuinterpretationen von Songs unter anderem von Frankie Valli, The Killers, Feist und The War on Drugs. recordoftheday.com

BroadwayWorld – Galantis veröffentlicht „1234“, 9. September 2026
Bestätigung von Feists „1234“ als Vorlage und Einordnung der EP als Sammlung von Neuinterpretationen jener Songs, die Karlsson in einer prägenden Phase seiner Karriere begleiteten. BroadwayWorld

Galantis – offizielles Video zu „Stay Alive“
Bestätigt „Stay Alive“ als Teil der EP und die Veröffentlichung über Counter Records. youtube.com

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