Es gibt Filme, die die Kinogeschichte nachhaltig prägen und deren weltweiter Erfolg im Nachhinein unaufhaltsam wirkt. Zu diesen Werken gehört zweifellos die übernatürliche Liebesgeschichte „Ghost – Nachricht von Sam“, die im Jahr 1990 die internationalen Kinosäle dominierte. Mit einem gewaltigen weltweiten Einspielergebnis von über 505 Millionen US-Dollar und fast vier Millionen angelockten Kinogästen allein in Deutschland rangierte der Film an der Spitze der damaligen Charts. Doch hinter den Kulissen dieser Produktion lief das Casting keineswegs reibungslos ab. Bevor sich das finale Ensemble um Patrick Swayze und Demi Moore fand, gaben sich namhafte Hollywood-Grössen die Klinke in die Hand – und lehnten teils folgenschwere Angebote ab.
Das grosse Casting-Karussell um Sam und Molly
Die Suche nach der idealen Besetzung gestaltete sich für die Verantwortlichen äusserst komplex. Insbesondere für die Rolle der Molly Jensen gab es im Vorfeld zahlreiche prominente Überlegungen. Bevor schliesslich Demi Moore die ikonische Figur verkörperte, wurden Kandidatinnen wie Molly Ringwald, Nicole Kidman und Julia Roberts von den Filmschaffenden in Erwägung gezogen. Auch für die männliche Hauptfigur des getöteten Bankers Sam Wheat liefen die Fäden bei ganz anderen Hollywood-Stars zusammen, bevor Patrick Swayze schliesslich die Rolle seines Lebens ergatterte.
So erhielten unter anderem Michael J. Fox und Bruce Willis konkrete Angebote für den Part des Sam Wheat. Beide entschieden sich jedoch gegen eine Mitwirkung an dem Projekt – eine Entscheidung, die sie im Nachhinein und im Angesicht des gigantischen Kinoerfolgs öffentlich bereuten. Sie hatten das enorme emotionale und kommerzielle Potenzial des Stoffes, der eine Mischung aus Thriller, Romantik und übersinnlichen Elementen darstellt, schlichtweg unterschätzt.
Warum Harrison Ford das Skript nicht verstand
Zu den prominenten Schauspielern, die ebenfalls für die Hauptrolle des Sam Wheat angefragt wurden, zählte auch Harrison Ford. Der „Star Wars“- und „Indiana Jones“-Star, der zu diesem Zeitpunkt bereits zu den unangefochtenen Kassenmagneten der Traumfabrik gehörte, zeigte sich nach der Lektüre des Drehbuchs jedoch keineswegs begeistert, sondern schlicht ratlos.
Regisseur Jerry Zucker erinnerte sich in späteren Rückblicken an die Reaktion des Schauspielers. Ford konnte schlichtweg nicht nachvollziehen, worauf die Geschichte hinauswollte, und stellte den Machern eine entscheidende Verständnisfrage: „Warum macht ihr diesen Film? Ist es eine Komödie? Eine Tragödie? Das ist sehr seltsam.“ Für den Schauspieler war die Genremischung aus humorvollen Momenten, Kriminalfall und melancholischer Geistergeschichte offenbar zu diffus, als dass er sich hätte darauf einlassen wollen.
Reue bei den Kollegen versus Fords pragmatische Haltung
Während andere Hollywood-Grössen wie Bruce Willis und Michael J. Fox im Nachhinein offen einräumten, sich durch ihre Absage eine goldene Filmchance entgehen gelassen zu haben, schlug Harrison Ford einen gänzlich anderen Weg ein. Er lehnte das Angebot konsequent ab – und hat seine Entscheidung bis zum heutigen Tag zu keinem Zeitpunkt bereut.
Diese unerschütterliche Haltung passt nahtlos zu dem pragmatischen Image, das den Schauspieler über Jahrzehnte hinweg durch seine Karriere begleitet hat. Anstatt dem verpassten Blockbuster-Erfolg nachzutrauern, blieb Ford seiner Linie treu, Rollen ausschliesslich nach seiner ganz eigenen Einschätzung des Materials anzunehmen. „Ghost“ wurde schliesslich auch ohne ihn zu einem historischen Kinomeilenstein, während Fords Karriere bekannterweise keinen Schaden nahm.