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Musik

Nico Santos widmet „dear child“ seinem Sohn – und macht aus einem Song eine Zeitkapsel

Nico Santos sitzt nachdenklich in einem warm beleuchteten Musikstudio; im Vordergrund liegen Notenblätter, im Hintergrund sind Klavier und Gitarre zu sehen.

Nico Santos wird auf seinem neuen Album so persönlich wie selten zuvor. „dear child“ ist seinem zweijährigen Sohn gewidmet und eröffnet das neue Doppelalbum „POV“. Noch bevor Nico selbst zu hören ist, beginnt der Song mit einer echten Aufnahme aus dem Familienalltag – und soll seinem Sohn eines Tages zeigen, wie sein Vater über ihn dachte, als er noch ganz klein war.

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Am 30. Oktober 2026 veröffentlicht Nico Santos sein viertes Studioalbum „POV“. Insgesamt 18 Songs verteilen sich auf zwei musikalisch unterschiedliche Seiten: „Personal“ erzählt autobiografische Geschichten und zeigt den Sänger ruhiger und intimer, während „Optimist“ für die große, energiegeladene Popseite seiner Musik steht.

„dear child“ steht ganz am Anfang dieser Reise – und dürfte gleichzeitig einer der persönlichsten Songs sein, die Santos bislang veröffentlicht hat.

Die erste Stimme auf dem Album gehört nicht Nico

Schon die ersten Sekunden machen deutlich, dass dieser Song anders funktionieren soll. „dear child“ beginnt mit einer echten Aufnahme aus dem Familienleben, auf der Nicos Sohn zu hören ist.

Genau das war beabsichtigt. Santos erklärte im Gespräch mit dem Schweizer „Blick“, dass er den Gedanken schön fand, dass beim Start des Albums nicht seine eigene Stimme als erstes erklingt, sondern die seines Kindes.

Damit beginnt das bisher persönlichste Album seiner Karriere nicht mit einer großen Produktion oder einem möglichst eingängigen Refrain.

Es beginnt zu Hause.

Geschrieben als Geschenk für seinen Sohn

Nico Santos beschreibt „dear child“ als einen Song, den man im besten Fall nur einmal im Leben schreibt. Anders als bei einer klassischen Liebesballade gehe es nicht einfach darum, eine gute Geschichte über eine Beziehung zu erzählen.

Der Song soll seinem Sohn etwas hinterlassen.

Eine Erinnerung daran, wie sein Vater ihn gesehen hat, als er zwei Jahre alt war – und welche Gedanken und Wünsche er ihm für sein späteres Leben mitgeben wollte. Santos kann sich sogar vorstellen, das Lied in vielen Jahren gemeinsam mit ihm noch einmal anzuhören.

Dadurch bekommt „dear child“ fast den Charakter einer musikalischen Zeitkapsel.

Sein Sohn kennt den Song längst auswendig

Die vielleicht schönste Reaktion auf den Song kam allerdings schon lange vor der Veröffentlichung.

Santos erzählte, dass sein zweijähriger Sohn das Stück inzwischen praktisch komplett mitsingen könne. Für ihn sei genau das bereits mehr, als er sich von dem Lied hätte wünschen können.

Dabei wächst der Kleine sogar mehrsprachig auf und besucht eine spanische Kita. Neben deutschen und spanischen Kinderliedern gehören offenbar auch „Freestyler“ von Bomfunk MC’s, Sean Pauls „Temperature“ und Hansons „MMMBop“ zu seinen aktuellen Favoriten.

Und jetzt eben auch Papas Song.

Aus „Dear Son“ wurde bewusst „Dear Child“

Ursprünglich sollte der Titel noch persönlicher werden.

Santos hatte zunächst „Dear Son“ im Kopf. Schließlich entschied er sich allerdings für „Dear Child“, weil der Song nicht ausschließlich seine eigene Vater-Sohn-Beziehung widerspiegeln sollte.

Auch Eltern einer Tochter oder andere Familien sollten ihre eigene Beziehung zu ihrem Kind darin wiederfinden können.

Das macht aus einer sehr privaten Geschichte gleichzeitig einen Song, der bewusst offen genug für andere Menschen bleiben soll.

„POV“ zeigt zwei völlig unterschiedliche Seiten

Der Song funktioniert gleichzeitig als ideale Einführung in das Konzept des neuen Albums.

„POV“ ist ein Doppelalbum mit 18 Songs und zwei klar voneinander getrennten Welten. Die erste Seite trägt den Namen „Personal“ und enthält die ruhigeren, autobiografischen Stücke über Familie, Beziehungen und Menschen, die Nico Santos geprägt haben.

Die zweite Seite heißt „Optimist“ und ist deutlich größer und tanzbarer. Hier finden sich Songs wie „Classic“, „Why Don’t You Stay“, „Ray of Light“, „All Time High“ und „Body“ mit Topic und Fireboy DML.

Wer das Album von Anfang an hört, startet also bewusst mit der intimsten Seite des Musikers.

Nicht einfach nur Nico Santos der Popstar

Genau das war offenbar das Ziel.

Santos erklärte im Vorfeld, dass „POV“ diesmal tatsächlich sehr persönlich werden sollte. Er wollte nicht nur neue Popmusik veröffentlichen, sondern verschiedene Blickwinkel auf sein eigenes Leben zeigen.

Die Gegensätze sind dabei ziemlich groß.

Auf der einen Seite steht der Musiker, der große Hallen spielt, bei „The Voice of Germany“ im Fernsehen sitzt und Songs für Millionen Menschen veröffentlicht.

Auf der anderen Seite steht ein Vater, der im Wohnzimmer eine Aufnahme seines kleinen Sohnes macht.

Beides gehört zu derselben Person.

Auch „Yours, Nico“ wird ungewöhnlich privat

„dear child“ bleibt auf „POV“ nicht der einzige autobiografische Moment.

Mit „Yours, Nico“ gibt es einen mehr als vier Minuten langen Song, in dem Santos große Teile seiner Lebensgeschichte in Rapform erzählt. Familie, Freundschaften, Verluste und schwierige Lebensphasen fließen darin zusammen.

Dabei spricht er laut eigener Aussage teilweise über Situationen, die er zuvor selbst in Interviews nicht öffentlich thematisiert hatte.

„POV“ ist deshalb mehr als ein Doppelalbum, bei dem eine Hälfte langsam und die andere schnell ist.

Die Trennung ist auch inhaltlich.

„Personal“ für ruhige Momente

Santos beschreibt die erste Seite als Musik für Situationen, in denen man alleine oder bewusst ruhiger hört. Teilweise wird seine Stimme lediglich von einer Akustikgitarre begleitet.

Familie und prägende Menschen stehen im Mittelpunkt.

„dear child“ setzt dafür den Ton.

Keine große Dance-Produktion.

Kein Radiohit, der schon in den ersten zehn Sekunden möglichst laut auffallen möchte.

Sondern eine direkte Botschaft an einen Menschen, der momentan noch viel zu jung ist, um sie vollständig zu verstehen.

„Optimist“ dreht die Stimmung danach komplett um

Die zweite Hälfte des Albums zeigt dann den anderen Nico Santos.

„Optimist“ enthält die energetischeren Songs und soll Hoffnung, Bewegung und das schnelle Leben als Popstar abbilden. Der Künstler beschreibt diese Seite als Musik für das Auto, Freunde oder Abende, an denen man eben nicht ruhig zu Hause sitzen möchte.

Dadurch wirkt das Album beinahe wie zwei verschiedene Playlists, die trotzdem zusammengehören.

Und vielleicht steckt genau darin die eigentliche Bedeutung von „POV“:

Es kommt darauf an, aus welchem Blickwinkel man Nico Santos gerade betrachtet.

Heute erscheint das komplette Doppelalbum

„POV“ ist seit dem 30. Oktober 2026 erhältlich und erscheint über Intercord beziehungsweise Universal Music.

Neben der digitalen Veröffentlichung gibt es das Album auf CD und als Doppelvinyl. Die Vinyl-Ausgabe verteilt die beiden Welten entsprechend auf zwei Platten.

Für Santos ist es das vierte Studioalbum nach „Streets of Gold“, „Nico Santos“ und „Ride“.

Vom Hitproduzenten zum sehr persönlichen Songwriter

Santos ist seit Jahren einer der erfolgreichsten deutschen Popmusiker und Songwriter.

Songs wie „Rooftop“, „Safe“, „Play With Fire“ oder „Weekend Lover“ machten ihn als Solokünstler bekannt. Gleichzeitig arbeitete er bereits früh als Songwriter und Produzent für andere Künstler und entwickelte sich später auch im Fernsehen zu einem bekannten Gesicht.

Mit „POV“ scheint er jetzt allerdings weniger beweisen zu wollen, wie groß seine Produktionen werden können.

Er zeigt vielmehr, wer hinter ihnen steckt.

Und genau deshalb steht „dear child“ ganz am Anfang

Es wäre einfach gewesen, das Album mit einem der großen Popsongs zu eröffnen.

Mit einem Beat.

Mit einem Refrain.

Mit etwas, das sofort nach Radio klingt.

Stattdessen hört man zuerst ein kleines Kind.

Und anschließend einen Vater, der versucht, etwas für später festzuhalten.

Vielleicht versteht sein Sohn den Song heute noch nicht vollständig. Vielleicht singt er einfach nur mit, weil er die Melodie kennt und sich selbst am Anfang hört.

Aber genau darin steckt eigentlich die schönste Vorstellung hinter „dear child“.

Heute ist es sein Lieblingslied.

In 18 Jahren könnte es eine Erinnerung daran sein, wie alles einmal angefangen hat.

Und Nico Santos hat diese Erinnerung vorsichtshalber schon einmal aufgenommen.

Quellen

  • Offizieller Nico-Santos-Shop – „POV“ erscheint am 30. Oktober 2026 als viertes Studioalbum, Doppelalbum mit 18 Songs und den Seiten „Personal“ und „Optimist“.

  • RND, 27. Oktober 2026 – Bedeutung von „dear child“, Aufnahme seines Sohnes und Idee einer musikalischen Zeitkapsel.

  • Blick, 27. Oktober 2026 – Nico Santos über die Stimme seines Sohnes am Anfang des Albums und dessen Beziehung zum Song.

  • BUNTE / Joyn, September 2026 – Hintergrund zur Entstehung für seinen Sohn und ursprünglicher Titel „Dear Son“.

  • Universal Music – „POV“ als aktuelles Album von Nico Santos.

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