Vom Shooter zum Strategiespiel
Bei Rainbow Six steht taktisches Vorgehen seit jeher im Mittelpunkt. Mit „Rainbow Six Tactics“ nimmt Ubisoft diesen Bestandteil nun wörtlich und macht ihn zum Kern eines komplett neuen Spielkonzepts.
Das neue Spiel wird von Ubisoft Paris entwickelt und spielt parallel zur laufenden Handlung von Rainbow Six Siege. Eine neue globale Bedrohung zwingt Team Rainbow dazu, nicht nur einzelne Einsätze durchzuführen, sondern auf internationaler Ebene zu reagieren.
Dabei übernehmen Spieler erstmals selbst die Rolle von Six, dem Kommandanten der Rainbow-Einheit. Vom Hauptquartier aus werden Informationen ausgewertet, Einsätze ausgewählt und Teams zusammengestellt – erst danach geht es ins eigentliche Einsatzgebiet.
15 bekannte Operatoren stehen zur Auswahl
Ganz auf die Verbindung zu Rainbow Six Siege verzichtet Ubisoft dabei nicht.
Insgesamt stehen 15 bekannte Operatoren zur Verfügung. Jeder bringt eigene Fähigkeiten, Gadgets und einen individuellen Talentbaum mit. Aus diesem Pool können Teams aus bis zu vier Operatoren zusammengestellt werden.
Bestätigt sind unter anderem bekannte Figuren wie Ash, Sledge, Nøkk und Montagne. Gerade die Kombination ihrer unterschiedlichen Fähigkeiten soll einen großen Teil der taktischen Tiefe ausmachen.
Ein universell perfektes Team soll es entsprechend nicht geben. Je nach Auftrag können Aufklärung, Sprengkraft, Schutz oder andere Fähigkeiten wichtiger werden.
Geiseln retten, Bomben entschärfen und Zielpersonen ausschalten
Auch bei den Missionen bleibt Rainbow Six seinen Wurzeln treu.
Ubisoft nennt unter anderem Geiselbefreiungen, Bombenentschärfungen und Einsätze gegen bestimmte Zielpersonen. Die Kampagne soll Dutzende Missionen an verschiedenen Orten rund um die Welt umfassen.
Bevor das Team ausrückt, beginnt die eigentliche Arbeit bereits im Hauptquartier. Dort können Informationen analysiert und Operatoren passend zum jeweiligen Einsatz ausgewählt werden. Zwischen den Missionen lässt sich außerdem die Operationsbasis ausbauen und das Team weiter trainieren.
Damit verbindet Rainbow Six Tactics die einzelnen Gefechte mit einer übergeordneten strategischen Ebene.
Zerstörung bleibt ein wichtiger Bestandteil
Eine der bekanntesten Eigenschaften von Rainbow Six Siege schafft ebenfalls den Sprung ins neue Genre: zerstörbare Umgebungen.
Wände lassen sich durchbrechen, um alternative Zugänge zu schaffen. Deckungen können zerstört und neue Sichtlinien geöffnet werden. Dadurch sollen Spieler nicht ausschließlich auf vorgegebene Wege angewiesen sein.
Auch Aufklärungswerkzeuge und die charakteristischen Gadgets der Operatoren spielen eine wichtige Rolle.
Gerade dadurch soll sich Rainbow Six Tactics von klassischen Rundentaktikspielen unterscheiden: Statt lediglich Figuren über ein Spielfeld zu bewegen, will Ubisoft möglichst viel von der taktischen Identität der Shooter-Reihe erhalten.
„Breach“ unterbricht sogar das Rundensystem
Besonders spannend klingt die neue Breach-Funktion.
Damit können mehrere Aktionen eines Teams zunächst geplant und anschließend synchron ausgeführt werden. Für diesen Moment wird der klassische rundenbasierte Ablauf bewusst durchbrochen: Die beteiligten Operatoren stürmen gleichzeitig einen Bereich und kombinieren ihre Fähigkeiten miteinander.
Ein Operator könnte beispielsweise einen Zugang schaffen, während andere Teammitglieder unmittelbar darauf reagieren und verschiedene Ziele übernehmen.
Das dürfte einer der Momente sein, in denen sich das ansonsten deutlich langsamere Strategiespiel am stärksten nach klassischem Rainbow Six anfühlt.
Ein echtes Singleplayer-Rainbow-Six
Bemerkenswert ist außerdem die klare Ausrichtung des Projekts.
Während Rainbow Six Siege seit Jahren vor allem als kompetitives Multiplayer-Spiel bekannt ist, wird Rainbow Six Tactics ausdrücklich als Singleplayer-Spiel entwickelt.
Damit richtet sich Ubisoft auch an Spieler, die zwar die Welt, Operatoren und taktischen Möglichkeiten von Rainbow Six interessant finden, aber nicht unbedingt im kompetitiven Multiplayer antreten möchten.
Gleichzeitig dürfte das Spiel für Strategie-Fans interessant werden. Das Konzept erinnert auf den ersten Blick durchaus an moderne Rundentaktikspiele – durch Drohnen, zerstörbare Umgebungen, Operator-Gadgets und die Breach-Mechanik versucht Ubisoft jedoch, dem Spiel eine eigene Rainbow-Six-Identität zu geben.
Wann erscheint Rainbow Six Tactics?
Einen exakten Veröffentlichungstermin hat Ubisoft bislang nicht genannt. Der Release ist für 2027 vorgesehen.
Erscheinen soll Tom Clancy’s Rainbow Six Tactics für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC. Darüber hinaus soll das Spiel zum Start über Ubisoft+, GeForce Now und Blacknut verfügbar sein. Auf dem PC ist eine Veröffentlichung über Ubisoft Connect, Steam und den Epic Games Store vorgesehen.
Das Spiel kann bereits auf die Wunschliste gesetzt werden. Ubisoft bietet außerdem eine Registrierung für einen kommenden Closed Test an.
Offizielle Informationen zu Rainbow Six Tactics bei Ubisoft
Today.FM Fazit
Rainbow Six Tactics gehört zu den interessanteren Überraschungen der gamescom 2026. Ubisoft versucht nicht einfach, ein zweites Siege zu bauen, sondern überträgt bekannte Elemente der Serie in ein völlig anderes Genre.
15 bekannte Operatoren, Vierer-Teams, zerstörbare Umgebungen, strategische Entscheidungen im Hauptquartier und die synchronen Breach-Angriffe könnten eine spannende Mischung ergeben. Entscheidend wird sein, ob Ubisoft die Spannung eines Rainbow-Six-Einsatzes auch dann erhalten kann, wenn nicht mehr in Echtzeit geschossen wird.
Wenn das gelingt, könnte Rainbow Six Tactics 2027 nicht nur für Fans der Reihe, sondern auch für Freunde von Rundentaktik eine echte Überraschung werden.