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Musik

RAYE gewinnt den Mercury Prize 2026 mit „This Music May Contain Hope“

RAYE steht lächelnd auf einer Preisverleihungsbühne und hält die Mercury-Prize-Trophäe in den Händen.

RAYE hat den Mercury Prize 2026 gewonnen. Ihr zweites Album „THIS MUSIC MAY CONTAIN HOPE.“ setzte sich gegen elf weitere nominierte Werke durch – darunter Alben von Olivia Dean, Florence + The Machine, Paul McCartney, Dave, Suede und JADE. Für RAYE ist der Sieg ein weiterer Höhepunkt in einer Karriere, die sich in nur wenigen Jahren komplett verändert hat.

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Wenn es noch einen Preis gebraucht hätte, um zu zeigen, wie sehr RAYE inzwischen zu den wichtigsten britischen Künstlerinnen ihrer Generation gehört, dann dürfte dieser Abend gereicht haben.

Am 22. Oktober wurde sie in der Utilita Arena in Newcastle als Gewinnerin des Mercury Prize 2026 ausgezeichnet.

Das prämierte Album heißt „THIS MUSIC MAY CONTAIN HOPE.“ und ist ihr zweites reguläres Studioalbum.

Die Auszeichnung würdigt jedes Jahr ein herausragendes britisches oder irisches Album – unabhängig davon, ob es sich um Pop, Rock, Jazz, Rap, elektronische Musik oder experimentellere Veröffentlichungen handelt.

Ein Album, das sich kaum in ein Genre pressen lässt

Genau das passt ziemlich gut zu RAYEs Gewinneralbum.

„THIS MUSIC MAY CONTAIN HOPE.“ bewegt sich zwischen Jazz, Soul, R&B, Klassik, Funk, Swing und Pop.

Die Jury hob besonders hervor, wie groß und ambitioniert das Album angelegt sei. Gleichzeitig gehe es weit über eine einzelne Stilrichtung hinaus.

Laut Jury verbindet RAYE auf dem Album alten Hollywood-Glamour mit sehr direkten, alltäglichen Geschichten über Beziehungen, Selbstbild und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens.

Das Ergebnis sei trotz all dieser Themen ausdrücklich hoffnungsvoll.

Das Album ist in vier Teile gegliedert

Auch strukturell wollte RAYE offenbar nicht einfach nur eine Sammlung einzelner Songs veröffentlichen.

„THIS MUSIC MAY CONTAIN HOPE.“ ist in vier Abschnitte aufgeteilt.

Dadurch wirkt das Album stärker wie ein zusammenhängendes Werk als wie eine reine Playlist.

Gerade dieser Ansatz spielte bei der Entscheidung der Jury offenbar eine wichtige Rolle.

Sie betonte ausdrücklich, dass das Albumformat auch im Streamingzeitalter weiterhin eine besondere Bedeutung habe – nämlich dann, wenn Künstler ihre Ideen nicht nur in einzelnen Songs, sondern über ein komplettes Werk erzählen wollen.

73 Minuten statt schneller Streaming-Häppchen

Auch die Länge zeigt, dass RAYE bei diesem Album nicht unbedingt versucht hat, möglichst streamingfreundlich zu denken.

„THIS MUSIC MAY CONTAIN HOPE.“ läuft rund 73 Minuten und umfasst 17 Tracks.

Das ist in einer Zeit, in der viele Veröffentlichungen möglichst kompakt ausfallen, durchaus auffällig.

Die Songs wechseln dabei immer wieder ihren Stil.

Jazzige Arrangements stehen neben orchestralen Passagen.

Soul trifft auf Pop.

Funk und Swing tauchen ebenso auf wie deutlich ruhigere Momente.

Gerade diese Mischung war offenbar einer der Gründe, warum sich die Jury für RAYE entschied.

Nach der Preisübergabe folgt „I Hate The Way I Look Today.“

Nach der Bekanntgabe nahm RAYE die Trophäe von BBC-Radio-1-Moderatorin und DJ Sian Eleri entgegen, die den Preis stellvertretend für die Jury überreichte.

Anschließend ging RAYE direkt wieder auf die Bühne.

Sie spielte „I Hate The Way I Look Today.“ aus dem Gewinneralbum.

Die Performance endete mit Standing Ovations in der Utilita Arena.

Schon zuvor hatte sie während der regulären Show einen Song ihres nominierten Albums live präsentiert.

Damit wurde aus der Mercury-Nominierung für RAYE am Ende ein ziemlich kompletter Abend.

„Music is medicine“

In ihrer Reaktion auf den Sieg sprach RAYE darüber, welche Bedeutung Hoffnung für sie besitzt.

Sie sagte außerdem, dass sie Musik als eine Form von Medizin begreife.

Gerade deshalb passe der Titel des Albums für sie besonders gut.

Die Aussage wirkt bei RAYE nicht besonders überraschend.

Schon ihr Debütalbum „My 21st Century Blues“ war sehr persönlich und beschäftigte sich offen mit Themen wie Selbstzweifeln, Beziehungen, sexueller Gewalt und den Schattenseiten der Musikindustrie.

Beim zweiten Album wird diese Offenheit weitergeführt – allerdings mit einem deutlich stärkeren Fokus auf Hoffnung und Weiterentwicklung.

Gegen elf ziemlich starke Konkurrenten

Ein Selbstläufer war der Mercury Prize jedenfalls nicht.

Auf der Shortlist standen insgesamt zwölf Alben:

Dave – „The Boy Who Played the Harp“
Dove Ellis – „Blizzard“
Florence + The Machine – „Everybody Scream“
JADE – „THAT’S SHOWBIZ BABY!“
Knats – „A Great Day In Newcastle“
Kojey Radical – „Don't Look Down“
Nia Archives – „Emotional Junglist“
Olivia Dean – „The Art of Loving“
Paul McCartney – „The Boys of Dungeon Lane“
RAYE – „THIS MUSIC MAY CONTAIN HOPE.“
Suede – „Antidepressants“
War Child Records – „HELP(2)“

Damit setzte sich RAYE unter anderem gegen einen der erfolgreichsten britischen Musiker aller Zeiten durch.

Für Paul McCartney war es sogar die erste Mercury-Prize-Nominierung seiner Karriere.

Newcastle war zum zweiten Mal Gastgeber

Die Verleihung fand in diesem Jahr erneut in Newcastle statt.

2025 war der Mercury Prize erstmals in seiner Geschichte aus London herausgezogen.

Damals gewann Sam Fender mit „People Watching“ – ausgerechnet ein Künstler aus Newcastle.

2026 kehrte die Veranstaltung deshalb erneut in die Utilita Arena zurück.

Moderiert wurde die Preisverleihung von Lauren Laverne.

Begleitet wurde sie außerdem von einem umfangreichen Mercury Prize Fringe mit mehr als 30 Veranstaltungen in verschiedenen Locations der Stadt.

Viele der Nominierten standen selbst auf der Bühne

Der Abend bestand nicht nur aus der eigentlichen Preisübergabe.

Zahlreiche nominierte Künstler spielten einen Song aus ihren jeweiligen Alben.

Live dabei waren unter anderem:

RAYE, Olivia Dean, Florence + The Machine, JADE, Nia Archives, Kojey Radical, Knats, Dove Ellis und Suede.

Pulp trat stellvertretend für das „HELP(2)“-Album von War Child Records auf.

Für die nominierten Alben von Dave und Paul McCartney wurden Kurzfilme gezeigt.

Damit bleibt das Konzept des Mercury Prize weiterhin stark auf das Album als Ganzes ausgerichtet.

Für RAYE schließt sich ein ziemlich großer Kreis

Der Sieg bekommt noch mehr Gewicht, wenn man ein paar Jahre zurückblickt.

2021 machte RAYE öffentlich, wie unzufrieden sie mit ihrer damaligen Labelsituation war.

Sie erklärte damals, dass sie trotz jahrelanger Arbeit kein eigenes Album veröffentlichen dürfe.

Kurz darauf trennte sie sich von ihrem damaligen Label und begann, ihre Karriere unabhängiger aufzubauen.

2023 erschien schließlich „My 21st Century Blues“.

Und danach ging es ziemlich schnell.

Erst BRIT-Rekord, jetzt Mercury Prize

Mit ihrem Debütalbum und Songs wie „Escapism.“ entwickelte sich RAYE zu einem der größten britischen Popnamen der vergangenen Jahre.

2024 schrieb sie bei den BRIT Awards Geschichte.

Sie gewann an einem einzigen Abend sechs Preise – mehr als jeder Künstler zuvor bei einer einzelnen BRIT-Verleihung.

Nur wenige Jahre zuvor hatte sie öffentlich darum kämpfen müssen, überhaupt ein Album veröffentlichen zu können.

Jetzt besitzt sie zusätzlich den Mercury Prize.

„Where Is My Husband!“ wurde zum nächsten großen Hit

Auch kommerziell war das zweite Album bereits vor dem Mercury-Erfolg sehr erfolgreich.

Die Single „Where Is My Husband!“ erreichte Platz eins der britischen Charts und schaffte es auch international weit nach oben.

In den USA erreichte der Song laut Guardian Platz sechs.

Damit gelingt RAYE etwas, das beim Mercury Prize nicht immer selbstverständlich ist:

Sie verbindet großen kommerziellen Erfolg mit einem Album, das gleichzeitig von einer unabhängigen Fachjury für seine künstlerische Qualität ausgezeichnet wird.

25.000 Pfund Preisgeld

Mit dem Mercury Prize ist außerdem ein Preisgeld von 25.000 Pfund verbunden.

Im Vergleich zu den kommerziellen Dimensionen großer Popproduktionen ist das natürlich nicht die entscheidende Summe.

Die eigentliche Bedeutung des Preises liegt vielmehr im Prestige.

Der Mercury Prize wird seit 1992 vergeben und zeichnet ausdrücklich komplette Alben aus.

Zu den früheren Gewinnern gehören unter anderem Little Simz, Wolf Alice, Dave, Young Fathers, Ezra Collective, English Teacher und zuletzt Sam Fender.

Ein Preis für das Album in Zeiten von Playlists

Interessant ist auch die Botschaft der Jury.

Sie nutzte ihre Begründung ausdrücklich dafür, den Wert des Albums als Kunstform hervorzuheben.

Streamingplattformen haben das Musikhören in den vergangenen Jahren immer stärker in Richtung einzelner Songs, Playlists und algorithmisch vorgeschlagener Tracks verschoben.

RAYEs Album steht fast demonstrativ dagegen.

17 Songs.

Mehr als 70 Minuten.

Vier Abschnitte.

Und ein musikalisches Konzept, das sich nicht auf einen einzigen Sound reduzieren lässt.

Damit wird der Mercury Prize diesmal auch ein wenig zu einer Auszeichnung für Menschen, die noch ein komplettes Album von vorne bis hinten hören.

Eine Karriere, die vor fünf Jahren noch völlig anders aussah

Vielleicht ist genau das die größere Geschichte hinter diesem Sieg.

RAYE musste öffentlich dafür kämpfen, überhaupt die Kontrolle über ihre eigene Musik zurückzubekommen.

Wenige Jahre später dominierte sie die BRIT Awards.

Jetzt gewinnt sie mit ihrem zweiten Album einen der wichtigsten britischen Musikpreise.

Dass dieses Album ausgerechnet „THIS MUSIC MAY CONTAIN HOPE.“ heißt, wirkt dabei fast ein bisschen zu passend.

Und vielleicht lässt sich die Geschichte ihrer vergangenen Jahre auch ziemlich einfach zusammenfassen:

Diese Musik enthält tatsächlich Hoffnung.

Und seit gestern Abend auch einen Mercury Prize.

Quellen

  • Mercury Prize, 22. Oktober 2026 – offizielle Bekanntgabe von RAYE als Gewinnerin, Jurybegründung, Liveperformance und vollständige Shortlist.

  • Mercury Prize, 30. Juli 2026 – offizielle Bekanntgabe der zwölf nominierten „Albums of the Year“.

  • The Guardian, 22. Oktober 2026 – Gewinn des Mercury Prize, Albumlänge, Preisgeld und Einordnung von RAYEs Karriere.

  • NME, 23. Oktober 2026 – RAYEs Reaktion auf den Gewinn, ihre Aussagen über Hoffnung und „Music is medicine“.

  • Mercury Prize, 30. September 2026 – Live-Acts der Preisverleihung in der Utilita Arena Newcastle.

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