Nach der Pause soll es wieder richtig laut werden
Bei Royal Blood braucht es eigentlich nicht besonders viel, um enorm viel Lärm zu erzeugen. Mike Kerr spielt Bass und singt, Ben Thatcher sitzt am Schlagzeug – und seit mehr als einem Jahrzehnt klingt dieses Zwei-Mann-Setup regelmäßig so, als würden deutlich mehr Musiker auf der Bühne stehen.
Nach dem 2023 erschienenen Album „Back to the Water Below“ wurde es allerdings ruhiger um die Band aus Brighton. Royal Blood schalteten nach eigenen Worten den eigenen Motor einige Zeit in den Leerlauf. 2025 gingen Kerr und Thatcher schließlich wieder ins Studio – diesmal ohne festen Zeitplan und ohne sich selbst unter Druck zu setzen.
Das Ergebnis heißt „Dead Company“ und wird das fünfte Studioalbum von Royal Blood. Gleichzeitig steht nun fest: Die neuen Songs kommen im Frühjahr 2027 auch nach Deutschland.
Drei Deutschlandshows im März 2027
Royal Blood haben ihre neue Europatour für Februar und März 2027 angekündigt. Nach dem Auftakt in Antwerpen führt die Reise über Amsterdam und Paris direkt nach Deutschland.
Hierzulande sind drei Konzerte bestätigt: Am 1. März 2027 spielen Royal Blood im E-Werk in Köln, am 2. März folgt die Columbiahalle in Berlin, bevor das Duo am 3. März in der Muffathalle München auftritt.
Anschließend geht die Europatour unter anderem nach Mailand, Lausanne, Toulouse, Madrid und Lissabon weiter. Der reguläre Vorverkauf für die Deutschlandtermine ist inzwischen gestartet.
Für deutsche Fans ist die Ankündigung durchaus etwas Besonderes. Die letzten eigenen Deutschlandkonzerte von Royal Blood liegen dann bereits mehrere Jahre zurück. Mit „Dead Company“ kehrt das Duo also nicht nur musikalisch, sondern auch auf die hiesigen Club- und Hallenbühnen zurück.
„Dead Company“ soll wieder auf das Wesentliche reduziert sein
Die wichtigste Idee hinter dem neuen Album klingt zunächst fast zu simpel: Royal Blood wollten wieder herausfinden, was sich allein mit zwei Menschen, zwölf Tönen und ihren Instrumenten anstellen lässt.
Das Duo produzierte das Album selbst und verzichtete bewusst darauf, den ohnehin ungewöhnlichen Royal-Blood-Sound mit zu vielen zusätzlichen Ebenen zu überladen. Stattdessen sollte die Platte roh, unmittelbar und körperlich wirken.
Royal Blood selbst beschreiben ihre neue Phase ziemlich deutlich. Nachdem sie einige Jahre einen Gang zurückgeschaltet hätten, wollten sie diesmal wieder schneller und härter spielen. Die neuen Songs seien außerdem ausdrücklich mit Blick auf die Bühne entstanden.
Das dürfte Fans gefallen, denen besonders das kompromisslose Frühwerk der Band am Herzen liegt.
Drei Songs zeigen bereits, wohin die Reise geht
Den ersten Vorgeschmack gab es bereits im August mit „Ten Over Ten“. Der Song markierte gleichzeitig die offizielle Ankündigung des neuen Albums. Im September folgte „Swallow The Bomb“, bevor Anfang Oktober der Titeltrack „Dead Company“ veröffentlicht wurde.
Gerade der Titelsong zeigt ziemlich gut, was Royal Blood mit ihrer Rückbesinnung meinen. Kerrs verzerrter Bass klingt weiterhin eher nach mehreren Gitarren als nach einem klassischen Bassinstrument, während Thatchers Schlagzeug den Song mit sehr direktem Druck nach vorne schiebt.
Thematisch beschäftigt sich „Dead Company“ laut Kerr mit der Wirkung, die Musik auf Körper und Geist haben kann. Ein einziger Song könne Wahrnehmung und Stimmung vollständig verändern. Für eine Band, deren Konzerte traditionell stark von körperlicher Energie leben, ist das beinahe so etwas wie ein programmatischer Satz für die kommende Albumphase.
Zehn neue Songs sind angekündigt
„Dead Company“ soll zehn Tracks umfassen. Neben den bereits veröffentlichten „Ten Over Ten“, „Swallow The Bomb“ und „Dead Company“ gehören unter anderem „Mother Never Told You“, „Nowhere All Along“, „Ride“, „Rear View Mirror“, „Take Em All“, „Tapping Out“ und „The Closer“ zur angekündigten Trackliste.
Auffällig ist dabei, dass Royal Blood das Album nicht mit einem riesigen Kreis externer Produzenten aufgebaut haben. Kerr und Thatcher übernahmen die Produktion selbst. Nach zwölf Jahren Bandgeschichte scheint das Duo also eher noch stärker auf die eigene Chemie setzen zu wollen.
Das passt zu einer Band, die von Beginn an aus einer sehr konkreten Einschränkung ihre größte Stärke gemacht hat: Wie groß kann Rockmusik klingen, wenn auf der Bühne nur zwei Menschen stehen?
Beim Erscheinungstermin gibt es aktuell widersprüchliche Angaben
Beim Veröffentlichungsdatum lohnt sich derzeit allerdings ein genauer Blick. Die aktuelle Startseite von Royal Blood nennt den 6. November 2026 für „Dead Company“. Auch Apple Music führt derzeit den 6. November.
Mehrere Produktseiten im offiziellen Royal-Blood-Shop nennen dagegen weiterhin 13. November 2026 und enthalten noch den ursprünglichen Pressetext mit diesem Datum. Auch Eventim und einige Musikmedien arbeiten weiterhin mit dem 13. November.
Offenbar wurde der Termin nach der ursprünglichen Ankündigung verändert, ohne dass sämtliche Shopseiten bereits vollständig aktualisiert wurden. Für TODAY.FM würden wir deshalb aktuell den 6. November als jüngste offizielle Angabe der Band-Startseite verwenden, den abweichenden 13. November aber transparent erwähnen.
So vermeiden wir genau das, was bei Release-Meldungen schnell passiert: Eine alte Händlerangabe wird abgeschrieben und anschließend überall als vermeintlich aktuelles Datum weitergereicht.
Vier Alben – viermal Nummer eins in Großbritannien
Royal Blood starten dabei nicht gerade aus einer kleinen Nische in ihr nächstes Kapitel. Das selbstbetitelte Debütalbum von 2014 ging in Großbritannien direkt auf Platz eins. Dasselbe gelang anschließend „How Did We Get So Dark?“ von 2017, „Typhoons“ von 2021 und „Back to the Water Below“ aus dem Jahr 2023.
Damit haben Mike Kerr und Ben Thatcher bislang mit jedem ihrer vier Studioalben die Spitze der britischen Albumcharts erreicht.
Das ist besonders bemerkenswert, weil Royal Blood trotz großer Festivalshows und internationalem Erfolg musikalisch nie zu einer typischen Stadionrockband mit fünf oder sechs Mitgliedern geworden sind. Die Grundidee ist seit dem Beginn dieselbe geblieben: Kerr erzeugt mit seinem Bass über verschiedene Verstärker, Effekte und Signalwege gleichzeitig tiefe Bassfrequenzen und massive gitarrenähnliche Riffs, während Thatcher das rhythmische Fundament praktisch im Alleingang aufbaut.
„Dead Company“ soll wieder stärker für die Bühne funktionieren
Bei „Typhoons“ hatte die Band deutlich stärker mit Dance-Rock, Discoelementen und elektronischen Einflüssen experimentiert. „Back to the Water Below“ öffnete den Sound danach erneut in mehrere Richtungen.
Für das neue Album scheint der Fokus klarer zu sein. Royal Blood wollten Songs schreiben, die unmittelbar live funktionieren. Genau deshalb dürfte die kommende Tour mehr sein als die übliche Pflichtreise nach einer Albumveröffentlichung.
Die Band spricht selbst davon, die Stücke ausdrücklich für die Bühne geschrieben und aufgenommen zu haben. Wenn das Versprechen aufgeht, könnte „Dead Company“ damit eine der direktesten Royal-Blood-Platten seit längerer Zeit werden.
Die Rückkehr begann eigentlich schon vor der Albumankündigung
Dass bei Royal Blood wieder etwas passiert, hatte sich 2026 bereits angedeutet. Nach einer ruhigeren Phase tauchte das Duo wieder häufiger öffentlich auf, spielte kleinere Shows und überraschte unter anderem mit einem unangekündigten Auftritt beim Reading Festival.
Auch Auftritte bei Zane Lowe sowie in der neu gestarteten britischen Ausgabe von „Saturday Night Live“ sorgten dafür, dass die Band wieder stärker ins Rampenlicht rückte.
Die Veröffentlichung des Titeltracks und die anschließende Tourankündigung machen nun endgültig klar: Das war kein kurzer Zwischenstopp. Royal Blood beginnen einen vollständigen neuen Albumzyklus.
Köln, Berlin und München werden die neuen Songs als Erste in Deutschland erleben
Gerade die Wahl der deutschen Venues ist interessant. Statt sofort möglichst große Arenen zu buchen, spielen Royal Blood im E-Werk, in der Columbiahalle und in der Muffathalle – also in vergleichsweise kompakten Hallen, in denen der massive Sound des Duos ziemlich unmittelbar wirken dürfte.
Für eine Platte, die bewusst roh und liveorientiert produziert wurde, ist das wahrscheinlich die bessere Umgebung als eine riesige Arena mit kilometerweiter Distanz zur Bühne.
Und wer Royal Blood bereits live erlebt hat, weiß: Bei zwei Musikern gibt es erstaunlich wenig Platz auf der Bühne, an dem nichts passiert.
Ben Thatcher gehört zu den Schlagzeugern, die einen erheblichen Teil einer Show damit verbringen, so auszusehen, als hätte das Schlagzeug ihm persönlich etwas getan. Mike Kerr wiederum muss gleichzeitig Bass, Riffs und Gesang zusammenhalten.
Minimalbesetzung bedeutet bei Royal Blood jedenfalls selten minimale Energie.
Das fünfte Album könnte zu einer Art Neustart werden
Zwölf Jahre nach ihrem Debüt befinden sich Royal Blood an einem interessanten Punkt. Die Band muss niemandem mehr beweisen, dass ihr ungewöhnliches Duo-Konzept funktioniert. Vier Nummer-eins-Alben in Großbritannien haben diese Frage ziemlich eindeutig beantwortet.
Viel spannender ist deshalb, was passiert, wenn Kerr und Thatcher nach einer bewussten Pause wieder zu genau jenem Kern zurückkehren, mit dem alles angefangen hat.
Keine möglichst große Produktion. Kein Versuch, jede musikalische Möglichkeit gleichzeitig auszuprobieren. Sondern Bass, Schlagzeug, Stimme und Songs, die im besten Fall eine Konzerthalle auseinandernehmen.
„Dead Company“ erscheint nach der derzeit jüngsten offiziellen Angabe am 6. November 2026; einzelne offizielle Shopseiten führen weiterhin den ursprünglich genannten 13. November.
Die Deutschlandtour folgt im März 2027 mit Konzerten in Köln, Berlin und München.
Wenn Royal Blood ihre eigene Ankündigung ernst nehmen, werden diese Shows jedenfalls nicht besonders zurückhaltend.
Nach ein paar Jahren im Leerlauf wollen sie den Motor schließlich nicht einfach nur wieder starten.
Sie wollen ihn offenbar direkt bis in den roten Bereich drehen.
Quellen
Royal Blood – offizielle Website
Die aktuelle Startseite führt „Dead Company“ mit 6. November 2026 und verlinkt auf die Vorbestellungen des fünften Studioalbums. Royal Blood
Royal Blood – offizieller Albumshop
Die Produktseiten beschreiben „Dead Company“ als selbstproduziertes fünftes Album, nennen die Rückkehr nach der kreativen Pause und führen derzeit teilweise noch den 13. November 2026 als Erscheinungstermin. Diese Abweichung zur aktuellen Band-Startseite haben wir im Artikel deshalb ausdrücklich kenntlich gemacht. Royal Blood (EU)
Royal Blood – offizielle Europatour 2027
Bestätigung der drei Deutschlandkonzerte am 1. März im E-Werk Köln, 2. März in der Columbiahalle Berlin und 3. März in der Muffathalle München sowie der weiteren Europatermine. Royal Blood
Eventim – Royal Blood: „Dead Company“ und Deutschlandtour, 9. Oktober 2026
Aktuelle deutschsprachige Informationen zum Titeltrack, zur Entstehung des Albums, der Selbstproduktion und den drei Deutschlandshows. Eventim
VISIONS – Royal Blood kündigen Deutschlandkonzerte an, 9. Oktober 2026
Bestätigung der Tourdaten sowie Einordnung des fünften Albums und der bereits veröffentlichten Singles „Ten Over Ten“, „Swallow The Bomb“ und „Dead Company“. VISIONS.de
Apple Music – „Dead Company“
Apple Music führt das Album aktuell als Vorabveröffentlichung für den 6. November 2026.