Weiter mit Artikel 2. Beim Faktencheck lohnt sich eine Präzisierung: In Liverpool entsteht 2028 kein Freizeitpark im klassischen Sinn, sondern eine gewaltige, mehrstündige immersive Beatles-Erlebniswelt auf 100.000 Square Foot, die mehr als viermal so groß wird wie die heutige „Beatles Story“. Zusätzlich wird der St Johns Beacon zu einer eigenständigen „Yellow Submarine“-Attraktion umgebaut. Apple Corps hat die Pläne heute offiziell bestätigt.
The Beatles bekommen 2028 eine riesige neue Erlebniswelt mitten in LiverpoolLiverpool baut seine Verbindung zu den Beatles massiv aus: 2028 zieht „The Beatles Story“ in eine rund 100.000 Square Foot große neue Erlebniswelt im Stadtzentrum. Besucher sollen dort durch Liverpool, Hamburg, den Cavern Club, Abbey Road und das Shea Stadium reisen können – mit Originalobjekten, immersiver Technik und sogar Kulissen aus den kommenden Beatles-Kinofilmen. Direkt daneben entsteht zusätzlich eine „Yellow Submarine“-Erlebniswelt hoch über den Dächern der Stadt.
Die Beatles kehren noch einmal nach Hause zurück
Liverpool ist längst voller Orte, an denen die Geschichte der Beatles sichtbar geblieben ist. Penny Lane, Strawberry Field, der Cavern Club und die früheren Wohnhäuser von John Lennon und Paul McCartney ziehen jedes Jahr Fans aus aller Welt an.
2028 kommt allerdings etwas hinzu, das in seinen Dimensionen deutlich über eine gewöhnliche Ausstellung hinausgeht.
Apple Corps hat eine umfassende Neugestaltung der bestehenden „The Beatles Story“ angekündigt. Die seit 1990 bestehende Ausstellung verlässt ihren bisherigen Standort am Royal Albert Dock und zieht in das ehemalige St Johns Market im St Johns Shopping Centre.
Der neue Standort liegt unmittelbar gegenüber dem Bahnhof Liverpool Lime Street – also genau dort, wo für viele Besucher ihre Reise in die Stadt beginnt.
Apple Corps bezeichnet das Projekt als neue immersive Beatles-Erfahrung im Herzen Liverpools.
Mehr als viermal so groß wie bisher
Die Größenordnung ist beachtlich.
Das neue Areal umfasst rund 100.000 Square Foot und soll damit mehr als viermal so groß werden wie der derzeitige Standort der Beatles Story.
Damit geht es nicht nur darum, einige zusätzliche Vitrinen aufzustellen oder das bestehende Museum etwas moderner zu gestalten.
Die Verantwortlichen sprechen von einer mehrstündigen Erlebnisreise, in der Besucher verschiedene Phasen der Bandgeschichte regelrecht durchlaufen sollen.
Die Geschichte beginnt im Liverpool der Nachkriegszeit und führt anschließend über die frühen Jahre der Musiker, ihre Zeit in Hamburg und den Beginn der Beatlemania bis zum internationalen Höhepunkt ihrer Karriere.
Aus einem klassischen Musikmuseum soll damit zunehmend eine Mischung aus Ausstellung, begehbarer Kulisse und immersiver Entertainment-Erfahrung werden.
Besucher sollen in die Geschichte hineinlaufen
Ein wichtiger Teil des Projekts sind rekonstruierte Orte aus der Beatles-Geschichte.
Besucher sollen beispielsweise in den Cavern Club, die Abbey Road Studios, das Shea Stadium und die berühmte Savile Row eintauchen können.
Diese Orte sind eng mit unterschiedlichen Phasen der Band verbunden.
Der Cavern Club steht für die frühen Auftritte in Liverpool. Abbey Road wurde zum Synonym für einige der wichtigsten Beatles-Aufnahmen überhaupt. Das Shea Stadium in New York symbolisiert die enorme Dimension der Beatlemania, während Savile Row mit Apple Corps, „Let It Be“ und dem legendären Rooftop Concert verbunden ist.
Die Idee besteht nicht darin, diese Orte lediglich über Fotos und Texte zu erklären.
Besucher sollen sich mitten in rekonstruierten Umgebungen bewegen können.
Die neuen Beatles-Filme liefern einen Teil der Kulissen
Besonders interessant ist die Verbindung zu einem weiteren riesigen Beatles-Projekt.
Regisseur Sam Mendes arbeitet derzeit an „The Beatles – A Four-Film Cinematic Event“. Statt einer einzelnen Filmbiografie entstehen gleich vier Kinofilme, die die Geschichte der Band aus den unterschiedlichen Perspektiven von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr erzählen.
Alle vier Filme sollen im April 2028 ins Kino kommen.
Ein Teil der aufwendig gebauten Filmsets und Requisiten wird anschließend nicht einfach eingelagert oder zerstört.
Stattdessen sollen Kulissen aus den Filmen in die neue Liverpooler Erlebniswelt integriert werden.
Dadurch könnte die neue Beatles Story ungewöhnlich authentische Nachbildungen bekommen, weil einige Bereiche ursprünglich für große Kinoproduktionen entstanden sind.
Die Erlebniswelt soll kurz nach dem Kinostart eröffnen.
Ein kompletter Beatles-Tag statt Museumsbesuch
Apple Corps beschreibt den Besuch ausdrücklich als mehrstündige Erfahrung.
Das verändert die Dimension des Projekts deutlich.
Die heutige Beatles Story funktioniert bereits als immersive Ausstellung mit rekonstruierten Schauplätzen, Audioguides und Originalobjekten. Am neuen Standort soll dieses Prinzip allerdings erheblich ausgebaut werden.
Neben historischen Artefakten kommen moderne immersive Technologien, großformatige Kulissen und unterschiedliche Erlebnisbereiche hinzu.
Das Ziel ist offenbar, dass Fans nicht einfach eine chronologisch aufgebaute Ausstellung anschauen, sondern mehrere Stunden innerhalb der Beatles-Welt verbringen.
Apple-Corps-Chef Tom Greene vergleicht die Ambitionen des Projekts sogar mit weltbekannten Musikdestinationen wie Graceland und Dollywood.
Liverpool soll damit eine zentrale Pilgerstätte für Beatles-Fans aus aller Welt bekommen.
Ein „Yellow Submarine“ über Liverpool
Damit endet das Projekt allerdings noch nicht.
Auch eines der auffälligsten Gebäude der Liverpooler Innenstadt wird Teil der neuen Beatles-Welt: der St Johns Beacon.
Der rund 400 Fuß hohe Turm soll eine eigenständige „Yellow Submarine“-Erfahrung bekommen.
Von dort haben Besucher einen vollständigen 360-Grad-Blick über Liverpool.
Das passt natürlich perfekt zum Beatles-Thema. Von oben können Besucher zahlreiche Orte sehen, die unmittelbar mit der Band verbunden sind – während die Gestaltung auf einen der bekanntesten Beatles-Songs und den gleichnamigen Animationsfilm verweist.
Der Beacon wird nicht einfach Teil des Eintritts der Beatles Story.
Die Aussichtsattraktion soll grundsätzlich separat besucht werden können. Gleichzeitig werden Kombitickets für beide Erlebnisse angeboten.
So entsteht im Zentrum der Stadt praktisch ein zweiter großer Beatles-Anlaufpunkt.
Paul McCartney freut sich auf die neue Heimat der Bandgeschichte
Auch Paul McCartney hat sich bereits zu den Plänen geäußert.
Für ihn ist besonders wichtig, dass das Projekt ausgerechnet in Liverpool entsteht. Die Stadt sei ein Bestandteil seiner eigenen Identität und ebenso ein Teil der Identität der Beatles.
McCartney beschreibt die vorgestellten Pläne als eine Erfahrung, die ihn gedanklich auf die gesamte Reise der Band zurückführt – von Liverpool hinaus in die Welt und schließlich wieder zurück.
Dass Jahrzehnte nach den ersten gemeinsamen musikalischen Versuchen einmal eine derart große Erlebniswelt über diese Geschichte entstehen würde, hätten sich die vier Musiker damals kaum vorstellen können.
Ringo Starr bleibt im Herzen ein Liverpooler
Auch Ringo Starr begrüßt das Projekt.
Er erinnert daran, wie klein die Welt während seiner Jugend zunächst war. Schon Flugreisen oder eine internationale Karriere lagen weit außerhalb dessen, was sich die späteren Beatles damals vorstellen konnten.
Liverpool sei für ihn bis heute eine Musikstadt.
Besonders positiv hebt Starr hervor, dass die Attraktion nicht ausschließlich die Vergangenheit vermarkten soll.
Ein Teil der Einnahmen wird in zukünftige Künstler aus Liverpool investiert.
Damit schlägt das Projekt bewusst eine Brücke zwischen der Musikgeschichte der Stadt und ihrer nächsten Generation.
Jedes Ticket unterstützt neue Künstler
Dafür wird der Apple Corps Liverpool Trust gegründet.
Von jedem Ticket für The Beatles Story soll ein Anteil an die neue gemeinnützige Initiative fließen.
Das Geld soll Künstler aus Liverpool und lokale Kulturprojekte unterstützen.
Details zur genauen Förderung sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.
Die Idee dahinter ist interessant: Eine Band, die vor mehr als sechs Jahrzehnten selbst aus der Liverpooler Musikszene hervorging, soll über ihre heutige Anziehungskraft neue Musiker aus derselben Stadt unterstützen.
Millionen internationaler Beatles-Fans könnten damit indirekt dazu beitragen, dass neue Musikprojekte in Liverpool entstehen.
Apple Corps übernimmt bereits 2027
Der Umbau beginnt organisatorisch schon früher.
2027 übernimmt Apple Corps die bestehende Beatles Story am Royal Albert Dock.
Die Ausstellung bleibt dort zunächst geöffnet. Erst 2028 erfolgt der Umzug in das neue Gebäude.
Für Besucher bedeutet das: Die bestehende Beatles Story soll sowohl 2026 als auch 2027 regulär zugänglich bleiben.
Damit entsteht keine mehrjährige Pause zwischen der aktuellen Ausstellung und ihrer erheblich größeren Nachfolgerin.
Apple Corps wird erstmals selbst eine permanente Beatles-Erfahrung in der Heimatstadt der Band betreiben.
Liverpool ist erst die zweite offizielle Apple-Corps-Erlebniswelt
Interessanterweise bekommt Liverpool damit nicht die erste permanente Beatles-Erfahrung direkt unter Apple-Corps-Regie.
Die entsteht bereits Ende 2027 in London.
Dort wird 3 Savile Row erstmals dauerhaft für Besucher geöffnet.
Das Gebäude ist historisch besonders bedeutend. Hier befand sich die frühere Apple-Corps-Zentrale, im Untergeschoss nahmen die Beatles Teile von „Let It Be“ auf – und auf dem Dach fand am 30. Januar 1969 ihr berühmtes letztes öffentliches Konzert statt.
Die Londoner Attraktion soll sich über sieben Etagen erstrecken und unter anderem bisher nicht gezeigtes Archivmaterial, wechselnde Ausstellungen, das rekonstruierte Studio und das berühmte Dach zugänglich machen.
Liverpool folgt 2028 als zweite permanente Apple-Corps-Attraktion – allerdings mit einer vollkommen anderen Größenordnung.
Die Beatles werden 2028 praktisch überall sein
Das Jahr 2028 dürfte für Beatles-Fans ohnehin außergewöhnlich werden.
Im April erscheinen die vier großen Sam-Mendes-Filme.
Kurz danach öffnet die neue Beatles Story in Liverpool.
Dazu kommt die bereits bestehende Londoner Attraktion in Savile Row.
Damit entsteht innerhalb kurzer Zeit ein ganzes Netzwerk neuer Beatles-Projekte.
Und das mehr als 60 Jahre nach dem Höhepunkt der Beatlemania.
Dass eine Band so lange nach ihrer aktiven gemeinsamen Zeit noch derartige Investitionen und internationale Aufmerksamkeit auslöst, ist selbst innerhalb der Musikgeschichte ungewöhnlich.
Liverpool profitiert schon heute enorm von den Beatles
Für Liverpool sind John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr längst nicht nur historische Musiker.
Die Band ist Teil der wirtschaftlichen Identität der Stadt.
Fans reisen aus aller Welt an, besuchen Penny Lane, Strawberry Field, den Cavern Club, die Beatles Story und die früheren Wohnorte der Musiker.
Entsprechend groß sind die Erwartungen an die neue Attraktion.
Die direkte Lage gegenüber Lime Street könnte zusätzlich dazu führen, dass die Beatles Story für Besucher zu einem der ersten Anlaufpunkte überhaupt wird.
Wer mit dem Zug in Liverpool ankommt, steht praktisch unmittelbar vor der neuen Erlebniswelt.
Kein gewöhnliches Beatles-Museum mehr
Deshalb ist die Bezeichnung „Museum“ für das Projekt eigentlich fast zu klein.
Natürlich bleiben historische Artefakte und Informationen wichtig.
Aber 100.000 Square Foot Fläche, begehbare Filmsets, immersive Technik, mehrere Stunden Besuchszeit und eine zusätzliche Yellow-Submarine-Aussichtsattraktion gehen deutlich darüber hinaus.
Das Projekt bewegt sich eher zwischen Museum, Erlebniswelt und groß angelegter Musikattraktion.
Ein klassischer Freizeitpark mit Achterbahnen oder Fahrgeschäften wird Liverpool dadurch allerdings nicht bekommen.
Wer also auf „Helter Skelter – The Roller Coaster“ oder einen „Magical Mystery Tour“-Darkride gehofft hat, muss weiter warten.
Von Liverpool hinaus in die Welt – und wieder zurück
Die Geschichte hinter dem Projekt passt fast ein wenig zu einer Beatles-Platte.
Vier junge Musiker verlassen Liverpool, werden zu einer der berühmtesten Bands der Welt und verändern Popmusik und Jugendkultur.
Mehr als sechs Jahrzehnte später reisen Fans aus genau dieser Welt nach Liverpool, um zu sehen, wo alles begonnen hat.
2028 bekommt diese Reise einen neuen Mittelpunkt.
Mit der neuen Beatles Story und dem Yellow-Submarine-Erlebnis im St Johns Beacon entsteht keine einfache Ausstellungserweiterung. Liverpool baut eine internationale Beatles-Destination, die Fans mehrere Stunden lang mitten in die Geschichte der Fab Four schicken soll.
Oder etwas kürzer gesagt: Die Beatles kommen 2028 noch einmal nach Hause – nur diesmal auf 100.000 Square Foot.
Quellen
- The Beatles / Apple Corps, 18. Oktober 2026: Offizielle Vorstellung von „The Beatles: Liverpool 2028“ mit neuem 100.000-Square-Foot-Standort, mehrstündigem Erlebnis, Originalartefakten, rekonstruierten Schauplätzen, Filmsets und Yellow-Submarine-Erlebnis im St Johns Beacon. The Beatles
- The Beatles – Liverpool 2028: Bestätigung des Umzugs der Beatles Story ins St Johns Shopping Centre und der neuen Yellow-Submarine-Attraktion sowie Hinweis, dass der aktuelle Standort 2026 und 2027 geöffnet bleibt. The Beatles
- Liverpool City Region Destination Partnership, 20. Oktober 2026: Offizielle regionale Ankündigung mit Details zu Apple Corps, neuem Standort, Apple Corps Liverpool Trust und Zusammenarbeit mit Stadt und Region. Liverpool Stadtregion Partnerchaft
- Associated Press, 20. Oktober 2026: Einordnung des Großprojekts, der Nutzung von Kulissen aus den kommenden Beatles-Filmen und der erwarteten Bedeutung für Liverpool. AP News
- The Beatles / Apple Corps, 11. Mai 2026: Offizielle Vorstellung der für Ende 2027 geplanten Beatles-Erfahrung in 3 Savile Row mit sieben Etagen, Archivmaterial, Studio und Rooftop. The Beatles
- The Beatles / Sony Pictures: „The Beatles – A Four-Film Cinematic Event“ mit vier separaten Kinofilmen und geplantem weltweiten Kinostart im April 2028.