Die Yeah Yeah Yeahs blicken mit einem besonderen Liveprojekt auf ihre inzwischen 25-jährige Bandgeschichte zurück. „Hidden in Pieces Live at the Royal Albert Hall“ dokumentiert eine Konzertreihe, bei der Karen O, Nick Zinner und Brian Chase viele ihrer bekannten Songs bewusst aus dem üblichen Rockkontext herausgelöst haben.
Die reguläre digitale Version des Albums ist bereits seit dem 1. September erhältlich. Am Freitag, dem 23. Oktober 2026, folgt nun die zweite Veröffentlichungsphase: Dann erscheinen Vinyl und CD sowie eine erweiterte digitale Ausgabe mit zusätzlichen Liveaufnahmen.
Ein anderes Gesicht der Yeah Yeah Yeahs
Wer bei den Yeah Yeah Yeahs vor allem an scharfkantige Gitarren, Karen Os explosive Bühnenpräsenz und Songs wie „Heads Will Roll“ oder „Date with the Night“ denkt, bekommt auf „Hidden in Pieces“ eine andere Seite der Band zu hören.
Für die Tour wurden Stücke aus verschiedenen Phasen der Karriere neu arrangiert. Akustische Gitarren, Streicher, Piano und Kontrabass rückten stärker in den Vordergrund. Dadurch wirken viele bekannte Songs ruhiger, zerbrechlicher und stellenweise fast kammermusikalisch.
Die Band selbst beschreibt das Projekt als Gelegenheit, Songs aus ihrer gesamten Geschichte in einem neuen Licht zu zeigen.
Aufgenommen in der Royal Albert Hall
Das Herzstück des Albums bilden Konzerte, die 2025 in der Londoner Royal Albert Hall aufgezeichnet wurden.
Für die Yeah Yeah Yeahs war es zugleich das erste Mal, dass sie in dem traditionsreichen Saal auftraten. Die Konzerte waren Teil ihrer „Hidden in Pieces“-Theatertour zum 25-jährigen Bandjubiläum.
Karen O erklärte rückblickend, dass gerade in der Royal Albert Hall etwas Besonderes mit den neu entwickelten Arrangements passiert sei. Die verschiedenen Elemente hätten dort erstmals vollständig zusammengefunden.
Die intime Atmosphäre der Tour war dabei ausdrücklich gewollt. Statt großer Festivalbühnen entschied sich die Band für Theater und Konzertsäle, die eine unmittelbare Verbindung zwischen Musikern und Publikum ermöglichen sollten.
Von „Gold Lion“ bis „Maps“
Die ursprüngliche digitale Ausgabe umfasst 13 Stücke.
Los geht es mit „In Heaven“, bevor unter anderem „Blacktop“, „Gold Lion“, „Cheated Hearts“, „Warrior“, „Skeletons“, „Runaway“ und „Spitting Off the Edge of the World“ folgen.
Natürlich fehlen auch zwei der bekanntesten Yeah-Yeah-Yeahs-Songs nicht: „Maps“ und „Zero“.
Eine Besonderheit ist außerdem die Interpretation von Björks „Hyperballad“, die sich ebenfalls auf dem Album befindet.
Die 13 Titel der bisherigen Ausgabe:
In Heaven
Blacktop
Gold Lion
Hyperballad
Cheated Hearts
Isis
Warrior
Skeletons
Runaway
Spitting Off the Edge of the World
Mars
Maps
Zero
Deluxe-Version bringt weitere Konzertaufnahmen
Mit der Veröffentlichung am 23. Oktober wächst das Projekt über die Londoner Shows hinaus.
Die erweiterte Ausgabe enthält zusätzliche Liveaufnahmen von weiteren Stationen der Tour. Material stammt unter anderem aus San Diego, Chicago, New York und Mexico City.
Damit wird aus dem ursprünglichen Konzertmitschnitt stärker ein Dokument der gesamten „Hidden in Pieces“-Tour.
Zu den zusätzlich angekündigten Songs gehören unter anderem „Y Control“, „Let Me Know“, „Hysteric“, „Despair“ und „Little Shadows“.
Für Fans dürfte gerade dieser Teil interessant sein, weil damit auch Stücke ihren Weg auf die Veröffentlichung finden, die auf der 13-Track-Version vom September noch fehlen.
Tour entstand aus dem Wunsch nach Nähe
Hinter „Hidden in Pieces“ steckt allerdings mehr als nur die Idee für eine Jubiläumstour.
Karen O erklärte, das Projekt sei aus dem Wunsch entstanden, 2025 wieder mit der eigenen Band und der Fangemeinschaft zusammenzukommen. Live-Musik habe für die Band immer wieder eine besondere Bedeutung, wenn gesellschaftlich oder persönlich schwierige Zeiten verarbeitet werden müssten.
Genau diese Stimmung beeinflusste offenbar auch die Konzerte.
Karen O beschrieb die Shows als außergewöhnlich verletzlich. Diese emotionale Seite sollte bewusst Teil der Aufnahmen bleiben – und nicht durch eine zu glatte Liveproduktion verloren gehen.
Dazu gibt es einen Konzertfilm
Parallel zum Livealbum entstand außerdem der rund 22-minütige Kurzfilm „Hidden in Pieces“.
Regie führte Barnaby Clay. Anders als das Album wurde der Film nicht in London aufgenommen, sondern während eines Auftritts im Orpheum Theatre in Los Angeles.
Der Schwarz-Weiß-Film konzentriert sich ebenfalls auf die reduzierte Seite der Yeah Yeah Yeahs und wurde über den Criterion Channel veröffentlicht. Zusätzlich waren Vorführungen in ausgewählten Kinos angekündigt.
Damit erhält das Projekt neben der akustischen Dokumentation auch eine visuelle Ergänzung.
25 Jahre Yeah Yeah Yeahs
Die Yeah Yeah Yeahs entstanden Anfang der 2000er-Jahre in New York und gehören zu den Bands, die den damaligen Indie- und Garage-Rock-Boom entscheidend mitprägten.
Karen O, Gitarrist Nick Zinner und Schlagzeuger Brian Chase entwickelten dabei schnell einen eigenen Stil zwischen Punk, Art Rock, Indie und elektronischen Einflüssen.
Das Debütalbum „Fever to Tell“ erschien 2003 und brachte unter anderem „Maps“ hervor. Später folgten Alben wie „Show Your Bones“, „It's Blitz!“, „Mosquito“ und zuletzt „Cool It Down“ aus dem Jahr 2022.
Gerade weil die Band über viele Jahre für energiegeladene und teilweise chaotische Liveshows bekannt war, wirkt das Konzept von „Hidden in Pieces“ wie ein bewusster Gegenentwurf.
Bekannte Songs, andere Perspektive
Ein klassisches Best-of-Livealbum ist „Hidden in Pieces“ damit nicht.
Die Songs werden nicht einfach so gespielt, wie Fans sie von den Studioalben kennen. Vielmehr zerlegt die Band ihr eigenes Material und setzt es mit anderen Instrumenten und einer ruhigeren Dynamik neu zusammen.
Dadurch können selbst seit vielen Jahren bekannte Stücke plötzlich anders wirken.
„Maps“ beispielsweise funktioniert ohnehin stark über Karen Os Stimme und die emotionale Direktheit des Songs. In einer reduzierten Livefassung wird genau dieser Teil noch stärker hervorgehoben.
Ähnliches gilt für Songs wie „Skeletons“ oder „Runaway“, die sich für die atmosphärische Umsetzung besonders gut eignen.
Am 23. Oktober wird das Projekt komplett
Für Streaminghörer ist „Hidden in Pieces Live at the Royal Albert Hall“ also streng genommen keine Neuerscheinung mehr. Die Grundversion läuft bereits seit Anfang September.
Am 23. Oktober folgt aber der nächste wichtige Schritt.
Dann wird das Album erstmals regulär auf Vinyl und CD erhältlich sein. Gleichzeitig erscheint die erweiterte digitale Ausgabe mit weiteren Liveaufnahmen.
Für die Yeah Yeah Yeahs wird das Jubiläumsprojekt dadurch zu einer umfangreichen Rückschau auf eine Bandgeschichte, die inzwischen ein Vierteljahrhundert umfasst – allerdings nicht mit den lautesten Versionen ihrer Songs, sondern mit einigen der verletzlichsten.
Quellen
Yeah Yeah Yeahs – offizieller Shop, physische Veröffentlichung von „Hidden in Pieces Live at the Royal Albert Hall“ am 23. Oktober 2026.
Pitchfork, 1. September 2026 – digitale Veröffentlichung, Konzertfilm und physische Ausgabe.
NME, 1. September 2026 – Hintergrund zur Tour, Royal Albert Hall und Deluxe-Ausgabe.
Spotify – Trackliste und Veröffentlichungsdaten der digitalen 13-Track-Version.
SPIN, 1. September 2026 – Livealbum und neu arrangierte Songs der „Hidden in Pieces“-Tour.
The Quietus, 3. September 2026 – Royal-Albert-Hall-Aufnahmen und Björk-Cover „Hyperballad“.