Luke Hemmings, Michael Clifford, Calum Hood und Ashton Irwin haben in ihrer Karriere schon einige musikalische Richtungswechsel hingelegt. Pop-Punk, Alternative Rock, Synth-Pop und elektronische Produktionen gehörten längst zum 5SOS-Sound.
Mit „CLUBSOS“ gehen sie nun allerdings noch einen Schritt weiter. Statt lediglich einzelne Remixe herauszubringen, bekommen mehrere Songs eine gemeinsame neue Identität.
Sechs Songs werden für den Dancefloor umgebaut
„CLUBSOS VOL. 1“ umfasst insgesamt sechs Tracks und läuft rund acht Minuten. Die EP greift ausschließlich Material aus der aktuellen „EVERYONE’S A STAR!“-Ära auf und übersetzt die Songs in deutlich elektronischere, schnellere und clubtauglichere Versionen.
Die Trackliste:
Evolve – CLUBSOS VOL. 1
Everyone’s a Star! – CLUBSOS VOL. 1
NOT OK – CLUBSOS VOL. 1
Telephone Busy – CLUBSOS VOL. 1
Boyband – CLUBSOS VOL. 1
I’m Scared I’ll Never Sleep Again – CLUBSOS VOL. 1
Damit geht es nicht darum, sechs vollkommen neue Songs zu veröffentlichen. Die Band zerlegt bekannte Titel und baut sie musikalisch neu zusammen.
„Evolve“ war der Anfang
Den ersten offiziellen Eindruck von CLUBSOS gab es bereits im August.
Am 14. August 2026 erschien „Evolve – CLUBSOS VOL. 1“. Aus dem ursprünglichen Song wurde eine euphorische Dance-Version mit deutlich stärkerem elektronischem Fundament. Universal bezeichnete die Veröffentlichung damals ausdrücklich als Start eines neuen Dance-Konzepts innerhalb der Welt von 5 Seconds of Summer.
Schon dort war also klar: Das sollte nicht bei einem einzelnen Remix bleiben.
Entstanden ist die Idee in Chicago
Die eigentliche Geburtsstunde von CLUBSOS liegt allerdings einige Tage davor.
Am 1. August 2026 spielten 5 Seconds of Summer nach ihrem Lollapalooza-Auftritt eine Aftershow im Salt Shed in Chicago. Dort tauchten erstmals mehrere veränderte Club-Versionen eigener Songs im Set auf.
Das Publikum reagierte offenbar so deutlich auf das Konzept, dass CLUBSOS anschließend auch außerhalb des Konzerts weiterentwickelt wurde.
„Telephone Busy“ trifft plötzlich auf Harry Styles
Wie frei die Band dabei mit ihrer eigenen Musik umgeht, zeigt besonders „Telephone Busy“.
Bei der CLUBSOS-Liveversion verbanden 5SOS den Song mit Elementen aus „Ready, Steady, Go!“ von Harry Styles. Daraus entwickelte sich sogar ein kleiner Fan-Gag: Bei späteren Harry-Styles-Shows begannen Fans während entsprechender Passagen Teile von „Telephone Busy“ mitzusingen.
CLUBSOS funktioniert dadurch weniger wie eine klassische Remix-EP und mehr wie ein DJ-Set, in dem Songs ineinanderfließen und musikalische Referenzen auftauchen dürfen.
Auch „NOT OK“ wurde komplett neu gedacht
Als zweiter größerer Vorgeschmack erschien im Oktober die CLUBSOS-Version von „NOT OK“.
Rock Sound beschreibt die neue Version mit einem deutlich garage-lastigeren Beat und einem Sound, der weit von der ursprünglichen Bandproduktion entfernt ist. Genau darin liegt offenbar das Konzept: Die Songs sollen nicht einfach etwas schneller gemacht werden, sondern eine komplett andere Funktion bekommen.
Das Original gehört zu „EVERYONE’S A STAR!“, während die neue Version ausdrücklich für den Club gedacht ist.
Auf der aktuellen Tour wird CLUBSOS zum eigenen Konzertabschnitt
5 Seconds of Summer integrieren das Projekt inzwischen sogar fest in ihre Liveshows.
Bei der aktuellen „EVERYONE’S A STAR! World Tour“ folgt nach dem regulären Konzertteil ein längerer CLUBSOS-Block, in dem zahlreiche Songs als kurze Club-Mixe gespielt werden.
Bei der Las-Vegas-Show Ende August gehörten dazu unter anderem „Everyone’s a Star!“, „Boyband“, „Telephone Busy“, „Start Over“, „Good Girls“, „NOT OK“, „No. 1 Obsession“, „Chest“ und „Evolve“.
Teilweise werden dabei zusätzlich Songs anderer Künstler zitiert oder eingemischt.
Britney Spears, KATSEYE und NSYNC tauchen ebenfalls auf
Die Live-Version von CLUBSOS geht sogar noch weiter als die neue EP.
„No. 1 Obsession“ wurde beispielsweise mit Elementen aus Britney Spears’ „Toxic“ kombiniert. „Good Girls“ enthielt Teile von KATSEYEs „Internet Girl“, während bei „Castaway“ Elemente aus „Bye Bye Bye“ von NSYNC auftauchten.
Damit wird deutlich, warum die Band das Ganze nicht einfach „Remix Set“ nennt.
CLUBSOS entwickelt langsam eine eigene kleine Parallelwelt innerhalb der Konzerte.
5SOS nehmen sich selbst als „Boyband“ nicht mehr ganz so ernst
Das passt auch gut zur aktuellen Phase der Band.
5 Seconds of Summer beschreiben sich inzwischen selbst mit einem gewissen Augenzwinkern wieder als „Boyband“ – ein Begriff, gegen den sie sich früher teilweise stark gewehrt hatten.
Heute spielen sie bewusst damit. Einer der neuen Songs heißt sogar schlicht „Boyband“.
Dass ausgerechnet dieser Titel jetzt noch eine CLUBSOS-Version bekommt, zeigt ziemlich gut, wie entspannt die vier inzwischen mit ihrer eigenen Vergangenheit umgehen.
Seit 2011 hat sich musikalisch einiges verändert
5 Seconds of Summer wurden 2011 in Sydney gegründet und machten zunächst über YouTube und später als Support von One Direction international auf sich aufmerksam.
Mit Songs wie „She Looks So Perfect“, „Amnesia“ und „She’s Kinda Hot“ wurden sie vor allem mit Pop-Punk und jugendlichem Gitarrenpop verbunden.
Später folgten mit „Youngblood“, „Easier“ und „Teeth“ deutlich elektronischere und dunklere Produktionen.
CLUBSOS ist deshalb zwar eine neue Richtung – vollkommen überraschend kommt der Schritt aber nicht.
Die Band ist längst bei mehr als zehn Milliarden Streams angekommen
Inzwischen gehören 5 Seconds of Summer zu den erfolgreichsten australischen Bands ihrer Generation.
Universal beziffert ihre bisherigen Verkäufe auf mehr als 18 Millionen Alben, dazu kommen mehr als sechs Millionen verkaufte Konzerttickets und über zehn Milliarden Streams weltweit.
Drei ihrer Alben schafften es außerdem direkt auf Platz eins der US-amerikanischen Billboard 200.
Aus der vermeintlichen Teenie-Band der frühen 2010er ist damit längst ein international etablierter Pop- und Rock-Act geworden.
„Vol. 1“ klingt ziemlich eindeutig nach Fortsetzung
Interessant ist natürlich auch der Titel.
Die neue EP heißt nicht einfach „CLUBSOS“.
Sie heißt „CLUBSOS VOL. 1“.
Eine offizielle Ankündigung für „Vol. 2“ gibt es bislang nicht. Die Namensgebung und die deutlich größere Zahl an CLUBSOS-Versionen, die bereits live existieren, lassen aber durchaus Raum für weitere Veröffentlichungen.
Songs dafür gäbe es jedenfalls genug.
Von der Rockband zum eigenen Nachtclub
CLUBSOS wirkt deshalb weniger wie ein kleiner Remix-Nachschlag zum aktuellen Album.
Die Band baut daraus langsam ein eigenes Format.
Im normalen Konzert stehen Gitarren, Drums und große Pop-Refrains im Mittelpunkt. Danach werden dieselben Songs auseinandergenommen und als kurze elektronische Clubtracks wieder zusammengesetzt.
Das ist ein ziemlich ungewöhnlicher Weg, um einen bestehenden Songkatalog weiterzuverwenden.
Und genau deshalb funktioniert die Idee.
5 Seconds of Summer müssen dafür keine zweite Band gründen.
Sie machen nach dem Konzert einfach ihren eigenen Club auf.
Willkommen bei CLUBSOS.
Quellen
Universal Music Canada, 14. August 2026 – Entstehung des CLUBSOS-Konzepts und Veröffentlichung von „Evolve – CLUBSOS VOL. 1“.
Billboard Philippines, 30. Oktober 2026 – Veröffentlichung der EP, komplette Trackliste und Hintergrund zur Lollapalooza-Aftershow.
Apple Music – „CLUBSOS VOL. 1“, sechs Songs und Veröffentlichung am 30. Oktober 2026.
Rock Sound, 12. Oktober 2026 – CLUBSOS-Version von „NOT OK“ und Ankündigung der vollständigen EP.
Universal Music Japan, 30. Oktober 2026 – Veröffentlichung und vollständige Trackliste von „CLUBSOS VOL. 1“.