Gestern der große Auftakt – heute beginnen die neuen Folgen
Das Comeback startete am Montagabend, dem 26. Oktober 2026, ungewöhnlich groß. Statt einer normalen Folge zeigte Sat.1 um 20:15 Uhr zunächst den Spielfilm „Richter Alexander Hold – Der Prozess seines Lebens“.
Darin steht Hold vor einem besonders persönlichen Fall. Ein brutaler Mordversuch an einem Geschäftsmann scheint mit einer Entführung zusammenzuhängen, die bereits 16 Jahre zurückliegt. Während Hold versucht, den Täter zu finden, droht sich die Vergangenheit zu wiederholen.
Ab Dienstag, dem 27. Oktober, geht es nun mit dem eigentlichen Comeback weiter. „Richter Alexander Hold – Seine neuen Fälle“ läuft werktags um 18:00 Uhr in Sat.1 und parallel beziehungsweise anschließend bei Joyn.
Sat.1 hat gleich 50 neue Folgen produzieren lassen
Bei einem einmaligen Nostalgie-Special bleibt es damit ausdrücklich nicht. Insgesamt wurden 50 neue Folgen produziert.
Das zeigt, dass Sat.1 dem Format mehr zutraut als lediglich einen kurzen Ausflug in die eigene Sendergeschichte. Die neuen Ausgaben sollen den Vorabend über mehrere Wochen hinweg prägen und damit genau dort wieder anknüpfen, wo Gerichtsshows einst zu den festen Säulen des deutschen Nachmittagsprogramms gehörten.
Und der Zeitpunkt ist durchaus interessant. Auch andere klassische Gerichtsshows haben in den vergangenen Jahren erfolgreiche Comebacks erlebt. Barbara Salesch und Ulrich Wetzel kehrten bereits mit neuen Formaten zurück – nun holt Sat.1 einen seiner bekanntesten TV-Richter ebenfalls wieder vor die Kamera.
Einige alte Bekannte sitzen wieder im Gerichtssaal
Fans der ursprünglichen Sendung werden nicht nur Alexander Hold wiedererkennen. Auch Staatsanwältin Christina Dissmann, Staatsanwalt Stephan Lucas und Justizwachtmeister Frank Seelhoff gehören erneut zum Ensemble.
Daneben gibt es neue Gesichter. Strafverteidiger Matthias Klagge und Rechtsanwältin Jana Jürgen stoßen neu zur Sendung.
Damit versucht die Neuauflage einen Spagat: Sie soll vertraut genug wirken, um frühere Zuschauer wieder abzuholen, gleichzeitig aber nicht einfach aussehen wie eine Wiederholung aus dem Jahr 2008.
Von 2001 bis 2013 gehörte Hold zum Sat.1-Alltag
Die ursprüngliche Ausgabe von „Richter Alexander Hold“ startete 2001. Über viele Jahre gehörte die Gerichtsshow fest zum Tagesprogramm von Sat.1.
Das Konzept war typisch für die große Ära der deutschen Courtshows: Gespielte Fälle wurden in einem möglichst authentisch wirkenden Gerichtssaal verhandelt. Alexander Hold brachte dabei allerdings eine Besonderheit mit – er war nicht einfach Schauspieler in Richterrobe, sondern tatsächlich Jurist und hatte zuvor als Staatsanwalt sowie Richter gearbeitet.
2013 endete die Produktion neuer Folgen. Wiederholungen blieben allerdings weiterhin im Fernsehen präsent und liefen unter anderem bei Sat.1 und Sat.1 Gold.
Gerade die Wiederholungen machten das Comeback interessant
Dass Sat.1 ausgerechnet jetzt wieder neue Episoden bestellt, kommt nicht vollständig überraschend. Wiederholungen der alten Folgen erreichten zuletzt weiterhin auffällig gute Einschaltquoten.
Offenbar gibt es also auch mehr als ein Jahrzehnt nach Produktionsende noch ein Publikum für die Sendung. Genau darauf baut der Sender nun mit der Neuauflage auf.
Dass Nostalgie dabei eine Rolle spielt, dürfte niemand bestreiten. Sat.1 setzt aber nicht ausschließlich auf alte Erinnerungen, sondern verbindet das bekannte Konzept mit neuen Fällen und neuen Figuren.
Alexander Hold hat inzwischen einen ziemlich anderen Hauptjob
Besonders ungewöhnlich wird das Comeback durch das heutige Leben des 64-Jährigen. Alexander Hold arbeitet längst nicht mehr hauptsächlich fürs Fernsehen.
Er sitzt für die Freien Wähler im Bayerischen Landtag und ist dort sogar Vizepräsident des Parlaments.
Seine politische Tätigkeit hat für ihn deshalb weiterhin Vorrang. Die neuen Folgen entstanden während der sitzungsfreien Zeit des Landtags. Hold selbst bezeichnete seine Rückkehr vor die Kamera augenzwinkernd als eine Art „Ferienjob“.
Damit dürfte er einer der wenigen deutschen Politiker sein, die ihre parlamentarische Sommerpause nutzen, um nebenbei 50 Folgen einer Gerichtsshow zu drehen.
Das alte Konzept bleibt erhalten
Grundsätzlich verändert Sat.1 das Format nicht radikal. Auch in den neuen Episoden werden fiktionale beziehungsweise inszenierte Strafrechtsfälle verhandelt.
Dabei reicht das Spektrum von Betrug und Diebstahl bis hin zu schweren Straftaten und komplizierten familiären Konflikten. Zeugenaussagen, überraschende Enthüllungen und Wendungen im Gerichtssaal sollen wie früher dafür sorgen, dass sich ein zunächst klar wirkender Fall noch einmal komplett drehen kann.
Der eigentliche Kern bleibt also erhalten: Am Anfang steht ein Vorwurf – und bis Hold sein Urteil verkündet, soll möglichst lange unklar bleiben, was tatsächlich passiert ist.
Warum Gerichtsshows plötzlich wieder funktionieren
Das Comeback von Alexander Hold ist gleichzeitig Teil eines größeren Trends. Formate, die vor zehn oder 20 Jahren aus dem Fernsehen verschwanden, werden zunehmend wiederbelebt.
Dabei spielt Nostalgie sicherlich eine Rolle. Für Zuschauer, die mit „Richter Alexander Hold“, „Barbara Salesch“ oder ähnlichen Formaten aufgewachsen sind, sind diese Sendungen sofort vertraut.
Gleichzeitig funktionieren Gerichtsfälle auch unabhängig von ihrer Entstehungszeit ziemlich einfach: Ein Konflikt wird präsentiert, mehrere Versionen der Wahrheit treffen aufeinander und am Ende gibt es eine Auflösung. Das ist fast schon ein Krimi im Schnellformat.
Mehr als 13 Jahre später wieder auf dem Richterstuhl
Für Alexander Hold selbst dürfte das Comeback trotzdem ungewöhnlich gewesen sein. Zwischen der letzten regulären neuen Folge und der Neuauflage liegen mehr als 13 Jahre.
Im Interview erklärte er allerdings, dass sich seine Rückkehr in den Gerichtssaal überraschend vertraut angefühlt habe. Die Richterrolle gehört offenbar noch immer so sehr zu seiner öffentlichen Wahrnehmung, dass selbst seine politische Karriere daran wenig geändert hat.
Und spätestens seit dieser Woche gilt wieder:
Wenn um 18 Uhr in Sat.1 gestritten, beschuldigt und ausgesagt wird, sitzt am Ende wieder Alexander Hold vorne und entscheidet.
Quellen
Sat.1 / Presseportal, 28. September 2026: Ankündigung des Primetime-Films am 26. Oktober sowie der 50 neuen Folgen ab dem 27. Oktober um 18:00 Uhr; Rückkehr von Christina Dissmann, Stephan Lucas und Frank Seelhoff.
Joyn, 30. September 2026: Informationen zu „Richter Alexander Hold – Seine neuen Fälle“, neuen und bekannten Ensemblemitgliedern sowie zum Auftaktfilm.
DWDL, 28. September 2026: Einordnung des Comebacks nach mehr als 13 Jahren, erfolgreiche Wiederholungen und Produktion während der sitzungsfreien Zeit des Landtags.
Prisma, 27. Oktober 2026: Start der neuen regulären Folgen am heutigen Dienstag und Bestätigung von 50 neuen Ausgaben.
Gala / spot on news, 26. Oktober 2026: Alexander Hold über die Verbindung seiner Fernseharbeit mit seinem Amt als Vizepräsident des Bayerischen Landtags.