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Gnarls Barkley sagen Comeback-Tour wenige Tage vor dem Start ab

CeeLo Green und Danger Mouse sitzen gemeinsam in einer surrealen, retrofuturistischen Studiokulisse mit warmem Licht, dunklen Anzügen und psychedelischen Hintergrundelementen.

Aus dem großen Gnarls-Barkley-Comeback wird vorerst nichts. Nur wenige Tage vor dem geplanten Tourauftakt in San Francisco wurde die komplette nordamerikanische „To Whom It Still Concerns Tour“ abgesagt. Eine Begründung gibt es bislang nicht. Besonders bitter: Schon zuvor hatte sich herausgestellt, dass Danger Mouse bei der vermeintlichen Reunion-Tour überhaupt nicht auftreten sollte.

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Am 30. Oktober wurden die nordamerikanischen Termine der „To Whom It Still Concerns Tour“ offiziell abgesagt. Ticketmaster kennzeichnet die geplanten Shows inzwischen als „Cancelled“. Käufer sollen ihr Geld automatisch zurückerhalten.

Der Tourstart wäre bereits am 5. November gewesen

Viel Vorlauf blieb zwischen Absage und erstem Konzert nicht mehr.

Die Tour sollte am 5. November im The Masonic in San Francisco beginnen. Danach waren Shows in Los Angeles, Atlanta, Detroit, Boston, Silver Spring, Toronto, New York und Chicago geplant.

Das Finale hätte am 28. November im House of Blues in Chicago stattfinden sollen.

Statt einer großen Rückkehr endet die Nordamerika-Etappe damit noch bevor überhaupt eine einzige Show gespielt wurde.

Einen offiziellen Grund gibt es bislang nicht

Das Auffälligste an der Absage ist derzeit das, was fehlt:

eine Erklärung.

Weder CeeLo Green noch Live Nation haben bislang öffentlich einen konkreten Grund genannt. Pollstar berichtet, dass beide auf Anfragen zunächst nicht reagierten.

Damit bleibt aktuell offen, ob organisatorische, wirtschaftliche, persönliche oder andere Gründe hinter der Entscheidung stehen.

Alles Weitere wäre Spekulation.

Die Tour war schon vorher kompliziert

Ganz überraschend kommt das Chaos allerdings nicht.

Als die Tour Mitte September angekündigt wurde, wurde sie zunächst als große Rückkehr von Gnarls Barkley vermarktet. Live Nation sprach sogar von der ersten Tour des Duos seit 18 Jahren.

Kurz darauf folgte jedoch eine entscheidende Klarstellung:

Danger Mouse würde bei keinem der Konzerte auftreten.

Damit fehlte ausgerechnet die zweite Hälfte von Gnarls Barkley.

Danger Mouse hatte offenbar nie vor mitzutouren

Danger Mouse, mit bürgerlichem Namen Brian Burton, ist gemeinsam mit CeeLo Green das zweite Mitglied von Gnarls Barkley und verantwortlich für einen großen Teil der Produktion hinter dem Projekt.

Sein Umfeld stellte später klar, dass Burton offenbar von Anfang an nicht geplant hatte, an der Tour teilzunehmen.

Er habe CeeLo Green allerdings die Erlaubnis gegeben, die Musik von Gnarls Barkley live aufzuführen und den Namen entsprechend zu verwenden.

Damit wurde aus der vermeintlichen Reunion-Tour offiziell:

„CeeLo Green performing Gnarls Barkley“.

CeeLo wollte Missverständnisse vermeiden

CeeLo Green reagierte damals selbst auf die entstandene Verwirrung.

Er erklärte ausdrücklich, Danger Mouse werde nicht auftreten und man wolle „keine Missverständnisse oder Enttäuschungen“.

Gleichzeitig bezeichnete er Burton weiterhin als Produzenten und Geschäftspartner und betonte, dessen Entscheidung zu respektieren.

Danger Mouse werde „im Geiste“ dabei sein.

Für Fans, die bereits Tickets gekauft hatten und von einer vollständigen Reunion ausgegangen waren, dürfte diese Erklärung trotzdem schwierig gewesen sein.

Genau dieser Punkt sorgte bereits für Kritik

Die ursprüngliche Vermarktung hatte bei Teilen des Publikums für Unmut gesorgt.

Frühe Werbematerialien zeigten beide Mitglieder, gleichzeitig wurde die Tour als Rückkehr von Gnarls Barkley nach 18 Jahren dargestellt.

Erst nach Beginn der Presales wurde deutlich kommuniziert, dass Danger Mouse überhaupt nicht auf der Bühne stehen würde.

Anschließend wurden Werbematerialien geändert und die Shows als CeeLo-Green-Auftritte mit Gnarls-Barkley-Songs vermarktet.

Wenige Wochen später fällt nun zumindest die gesamte nordamerikanische Tour aus.

Ticketkäufer bekommen ihr Geld zurück

Ticketmaster informiert Käufer darüber, dass Rückerstattungen automatisch erfolgen sollen.

Laut Pollstar sollen die Beträge innerhalb von ungefähr 14 bis 21 Tagen auf die ursprüngliche Zahlungsmethode zurückgehen.

Damit müssen Fans zumindest nicht selbst einen zusätzlichen Erstattungsprozess anstoßen.

Für Menschen, die bereits Hotels oder Reisen gebucht haben, löst das allerdings natürlich nur einen Teil des Problems.

Bei den UK-Terminen ist die Lage noch unübersichtlich

Interessant wird die Frage, was mit den für Dezember angekündigten Shows in Großbritannien passiert.

Ursprünglich waren vier Termine geplant:

    1. Dezember – Manchester

    1. Dezember – Glasgow

    1. Dezember – Wolverhampton

    1. Dezember – London

Zum aktuellen Stand am 30. Oktober ist zumindest der Glasgow-Termin bei Ticketmaster bereits als abgesagt markiert.

Andere Termine werden dagegen auf einzelnen Veranstalterseiten weiterhin geführt. London beispielsweise ist aktuell noch bei der British Airways ARC beziehungsweise AXS gelistet.

Deshalb wäre es zum jetzigen Zeitpunkt zu früh zu behaupten, dass wirklich sämtliche internationalen Shows gestrichen wurden.

Die eigentliche Gnarls-Barkley-Reunion hatte bereits musikalisch stattgefunden

Besonders schade ist die Situation, weil Gnarls Barkley 2026 tatsächlich musikalisch zurückgekehrt waren.

CeeLo Green und Danger Mouse veröffentlichten zunächst „Pictures“, ihren ersten gemeinsamen neuen Song seit 18 Jahren.

Im März folgte schließlich das dritte Studioalbum „Atlanta“.

Die Platte wurde ausdrücklich als Abschluss ihrer gemeinsamen Geschichte beschrieben.

„Atlanta“ sollte das letzte Album werden

Der Name des Albums ist kein Zufall.

Sowohl CeeLo Green als auch Danger Mouse stammen aus Atlanta, Georgia. Mit der Platte wollten sie den Kreis ihrer gemeinsamen Karriere schließen.

Gnarls Barkley hatten zuvor nur zwei Studioalben veröffentlicht:

  • „St. Elsewhere“ – 2006

  • „The Odd Couple“ – 2008

  • „Atlanta“ – 2026

Zwischen dem zweiten und dritten Album lagen damit ganze 18 Jahre.

Dass auf diese Rückkehr plötzlich wieder eine Tour folgen sollte, wirkte deshalb wie eine unerwartete Zugabe.

Alles begann mit „Crazy“

2006 wurde Gnarls Barkley praktisch über Nacht zu einem internationalen Phänomen.

„Crazy“ entwickelte sich zu einem der prägendsten Songs der 2000er und schrieb in Großbritannien sogar Chartgeschichte.

Der Titel wurde dort zum ersten Song, der allein durch Downloads Platz eins der Singlecharts erreichte, und hielt sich anschließend neun Wochen an der Spitze.

Der Erfolg machte aus dem ungewöhnlichen Duo aus einem Soul-Sänger und einem experimentierfreudigen Produzenten eines der auffälligsten Popprojekte seiner Zeit.

Danach machten beide getrennt weiter

Nach „The Odd Couple“ wurde es allerdings ruhig.

CeeLo Green setzte seine Solokarriere fort und landete unter anderem mit „Forget You“ einen weiteren riesigen Hit.

Danger Mouse konzentrierte sich dagegen stärker auf Produktion und Kollaborationen. Er arbeitete unter anderem mit The Black Keys, Gorillaz, Adele, Red Hot Chili Peppers und Karen O.

Gnarls Barkley verschwanden praktisch vollständig.

Bis 2026.

Deshalb war die Tourankündigung so überraschend

Ein neues Album nach 18 Jahren war bereits unerwartet genug.

Eine Tour wirkte deshalb zunächst wie die vollständige Wiedervereinigung.

Genau das war sie allerdings nie.

Danger Mouse wollte nicht auf Tour gehen.

CeeLo sollte die Songs allein mit einer Liveband präsentieren.

Und jetzt fällt zumindest der gesamte nordamerikanische Teil ebenfalls weg.

Eine merkwürdige Comeback-Geschichte

Damit bleibt von der großen Live-Rückkehr zunächst vor allem Verwirrung.

Erst heißt es:

Gnarls Barkley gehen nach 18 Jahren wieder auf Tour.

Dann:

Danger Mouse ist gar nicht dabei.

Dann wird daraus:

CeeLo Green performing Gnarls Barkley.

Und wenige Wochen später:

Die komplette Nordamerika-Tour ist abgesagt.

Ohne Begründung.

Das Album bleibt trotzdem bestehen

Wichtig ist allerdings:

Die musikalische Reunion selbst ist damit nicht rückgängig gemacht.

„Atlanta“ ist veröffentlicht.

CeeLo Green und Danger Mouse haben nach 18 Jahren tatsächlich wieder gemeinsam Musik aufgenommen.

Nur der Versuch, daraus noch einmal eine Live-Ära zu machen, läuft momentan ziemlich anders als erwartet.

Ob einige der britischen Dezember-Shows tatsächlich stattfinden oder ebenfalls komplett verschwinden, dürfte sich in den kommenden Tagen klären.

Für Nordamerika steht die Entscheidung dagegen bereits fest:

Das Comeback endet dort vorerst, bevor es überhaupt begonnen hat.

Quellen

  • Pollstar, 30. Oktober 2026 – Absage der nordamerikanischen „To Whom It Still Concerns Tour“, Rückerstattungen und bislang fehlende Begründung.

  • Live Nation, 18. September 2026 – ursprüngliche Ankündigung der neun nordamerikanischen Termine sowie Hinweis, dass Danger Mouse nicht teilnehmen werde.

  • NME, 25. September 2026 – Klarstellung zu Danger Mouse und Umbenennung der Shows in „CeeLo Green performing Gnarls Barkley“.

  • San Francisco Chronicle, 30. Oktober 2026 – Absage der Nordamerika-Tour und Hintergrund zur ursprünglichen Vermarktung.

  • Ticketmaster, 30. Oktober 2026 – nordamerikanische Termine sowie Glasgow als abgesagt gekennzeichnet.

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