Die Ankündigung fiel dabei erstaunlich unspektakulär aus. Während eines Konzerts im Madison Square Garden erwähnte Styles am 24. Oktober fast beiläufig, dass am Montag ein Video zu „Coming Up Roses“ erscheinen werde. Viele Fans bemerkten die Ankündigung erst später durch Mitschnitte aus dem Publikum.
Einen Tag später bestätigte er den Termin offiziell. Am 26. Oktober ging das Musikvideo schließlich online.
Harry Styles bittet zum Walzer
Im Mittelpunkt des Videos steht ein altmodisch wirkender Tanzsaal. Styles trägt einen grauen Anzug und bewegt sich darin durch eine Reihe unterschiedlichster Tanzpartner.
Darunter befinden sich unter anderem ein Mann mit Halskrause, eine schwangere Frau, eine Braut und eine ältere Dame. Die Begegnungen wirken gleichzeitig elegant, komisch und leicht melancholisch – genau diese Mischung trägt den Clip.
Kein klassisches Glamour-Video
Statt einer großen Hochglanzproduktion mit schnellen Schnitten und spektakulären Kulissen wirkt „Coming Up Roses“ bewusst zurückgenommen. Der Tanzsaal erinnert eher an einen Gemeindesaal oder eine alte Tanzschule.
Dadurch stehen die Figuren und ihre kleinen Eigenheiten stärker im Mittelpunkt. Styles wechselt immer wieder den Partner, tanzt sich durch die Szene und wirkt dabei fast wie ein Beobachter innerhalb dieser leicht schrägen Gesellschaft.
Am Ende sitzt er schließlich alleine da und isst einen Keks, während die übrigen Gäste den Raum verlassen.
Der Song ist eine orchestrale Ballade
„Coming Up Roses“ gehört zu den ruhigeren Stücken auf „Kiss All the Time. Disco, Occasionally.“. Der Song lebt stark von Klavier und Orchester und unterscheidet sich dadurch deutlich von den tanzbareren Singles des Albums.
Styles schrieb den Titel selbst, produziert wurde er von Kid Harpoon. Für das orchestrale Arrangement war unter anderem Jules Buckley verantwortlich. Die offizielle Veröffentlichung führt ein großes Ensemble mit Streichern, Holzbläsern und weiteren klassischen Instrumenten auf.
Eigentlich sollte daraus einmal ein Weihnachtssong werden
Besonders kurios ist die Entstehungsgeschichte des Stücks. Styles erklärte, dass „Coming Up Roses“ ursprünglich als Weihnachtssong begonnen habe.
Diese Idee hielt allerdings offenbar nicht besonders lange. Nach nur wenigen Zeilen entwickelte sich der Song in eine völlig andere Richtung.
Am Ende entstand eine Ballade über eine Beziehung, die von außen stabil wirkt, innerlich aber zunehmend von Unsicherheit geprägt ist. Styles selbst zählt den Titel zu seinen persönlichen Favoriten des Albums.
Die vierte Single aus dem aktuellen Album
„Coming Up Roses“ ist inzwischen die vierte Single aus Harry Styles’ aktuellem Studioalbum.
Zuvor erschienen bereits „Aperture“, „American Girls“ und „Dance No More“. Für alle drei Songs wurden ebenfalls eigene Videos veröffentlicht. Die offizielle Website von Styles führt die vier Titel inzwischen gemeinsam als aktuelle Veröffentlichungen.
Damit bekommt „Kiss All the Time. Disco, Occasionally.“ nach und nach eine immer umfangreichere visuelle Begleitung.
Das Album erschien im März
Harry Styles veröffentlichte sein viertes Studioalbum im März 2026. Nach „Harry Styles“, „Fine Line“ und „Harry’s House“ setzte er damit seine Solokarriere fort.
„Coming Up Roses“ gehört dabei zu den Stücken, die besonders stark auf klassische Instrumentierung setzen. Der Song steht damit musikalisch fast im Kontrast zum Albumtitel, der deutlich mehr Disco erwarten lässt.
Gerade dieser Wechsel zwischen orchestralen Momenten und moderner Popproduktion gehört jedoch zum Konzept des Albums.
Auch live spielt der Song eine wichtige Rolle
Styles befindet sich derzeit auf seiner „Together, Together Tour“. Rund um die Veröffentlichung des Videos absolvierte er eine 30 Konzerte umfassende Residency im Madison Square Garden in New York.
Genau dort kündigte er das Video auch an – während der 27. Show dieser Konzertserie. Nach dem Abschluss der New-York-Termine geht die Tour weiter und soll sich bis 2027 erstrecken.
Sogar eine spezielle Vinyl-Version kommt
Parallel zum Video bekommt „Coming Up Roses“ noch eine physische Sonderveröffentlichung.
Für den 4. Dezember 2026 ist eine limitierte 7-Inch-Vinyl angekündigt. Auf der B-Seite befindet sich eine Live-Version des Songs vom Meltdown Festival 2026 im Londoner Southbank Centre, aufgenommen gemeinsam mit dem Jules Buckley Orchestra.
Damit wird gerade dieser Song innerhalb der aktuellen Albumphase noch einmal besonders hervorgehoben.
Ein Musikvideo, das nicht laut sein muss
Das Interessante an „Coming Up Roses“ ist am Ende weniger die Größe der Produktion als ihre Atmosphäre.
Harry Styles braucht diesmal keine riesige Kulisse, keine Explosionen und keine aufwendige Geschichte. Stattdessen reichen ein Tanzsaal, eine Reihe ungewöhnlicher Menschen und ein Walzer, der zunehmend ein kleines Eigenleben entwickelt.
Und vielleicht passt genau das besonders gut zum Song.
Denn während musikalisch alles beinahe elegant und romantisch wirkt, steckt darunter eine deutlich unsicherere Geschichte.
Alles sieht aus, als würde es rosig laufen – aber vielleicht eben nur auf den ersten Blick.
Quellen
Harry Styles – offizielle Website: „Coming Up Roses“ als aktuelle Veröffentlichung und Video.
Harry Styles / YouTube – offizielle Song-Credits und Albumzuordnung.
Rolling Stone, 26. Oktober 2026 – Video, Handlung und Einordnung als vierte Single des Albums.
Billboard Canada, 25. Oktober 2026 – spontane Ankündigung während der Madison-Square-Garden-Show.
People, 27. Oktober 2026 – Tanzpartner, Handlung des Videos und Hintergrund zum Song.
Harry Styles Official Store – limitierte 7-Inch-Version mit Live-Aufnahme vom Meltdown Festival.