„Backstabber“ gehörte schon immer zu den Songs, die bei langjährigen Kesha-Fans einen besonderen Stellenwert hatten. Der Titel erschien 2010 auf ihrem Debütalbum „Animal“, bekam damals aber nie den offiziellen Single-Moment, den sich Kesha selbst für den Song gewünscht hatte.
Das hielt sie allerdings nicht davon ab, schon 2009 ein komplettes Musikvideo zu drehen. Jetzt, mehr als 16 Jahre später, ist genau dieses Video endlich offiziell erschienen.
Kesha wollte beweisen, dass „Backstabber“ eine Single sein sollte
Kesha erklärte nun selbst, dass sie damals fest davon überzeugt war, „Backstabber“ müsse eine Single werden. Deshalb nahm sie die Sache kurzerhand selbst in die Hand.
Gemeinsam mit Freunden blieb sie eine ganze Nacht wach, organisierte Styling und Make-up selbst und drehte den Clip in Los Angeles. Die Aufnahmen entstanden unter anderem in Downtown L.A., Echo Park und Silver Lake – also genau in jener Umgebung, in der Kesha damals lebte, arbeitete und ihre ersten musikalischen Schritte machte.
Es war ihr allererstes Musikvideo
Besonders spannend: Laut Kesha war „Backstabber“ ihr erstes Musikvideo überhaupt.
Der Clip entstand also noch vor dem großen internationalen Durchbruch. Kurz danach veränderte sich ihr Leben komplett: „TiK ToK“ wurde zum weltweiten Hit, „Animal“ erreichte Platz eins der US-Charts und Kesha wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem der prägendsten Popstars der frühen 2010er.
Dadurch wirkt das Video heute fast wie eine Zeitkapsel aus der Phase unmittelbar vor diesem Umbruch.
Warum das Video so lange verschwand
Warum der fertige Clip nie regulär veröffentlicht wurde, hat Kesha bis heute nicht vollständig erklärt.
Auf die Frage eines Fans schrieb sie lediglich, das sei eine sehr lange Geschichte. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass sie die Veröffentlichung über Jahre hinweg immer wieder versucht habe.
Bekannt ist allerdings, dass ihr damaliges Label „TiK ToK“ als Debütsingle auswählte. „Backstabber“ wurde dadurch nicht zur regulären Single, obwohl Kesha selbst offenbar genau das wollte.
Fans kannten jahrelang nur eine unfertige Version
Ganz unbekannt war das Video trotzdem nicht.
Schon Jahre zuvor tauchte eine unfertige Version im Internet auf. Dieser Leak entwickelte sich bei Fans fast zu einem kleinen Mythos, weil klar war, dass es ein richtiges Video gab – nur eben keine offizielle Veröffentlichung.
Jetzt ist erstmals die vollständige und offiziell freigegebene Version verfügbar. Laut Forbes wurde der Clip außerdem in 4K aufbereitet.
Goldener Trans Am, Glitter und typische frühe Kesha-Ästhetik
Optisch ist das Video ein ziemlich perfekter Rückblick auf Keshas frühe Phase.
Zu sehen sind Glitter-Make-up, Animal-Prints, Leder, zerzauste Haare und eine wilde Nacht in Los Angeles. Mittelpunkt der Handlung ist ein goldener Trans Am, der Kesha von einer vermeintlichen Freundin gestohlen wird.
Im Verlauf des Videos holt sie sich nicht nur das Auto zurück, sondern rächt sich auch an der Verräterin. Das Ganze ist bewusst überzeichnet und trägt genau jene chaotische, trashig-glamouröse Energie, die Keshas Anfangsjahre geprägt hat.
Der Song basiert tatsächlich auf einer echten Geschichte
Hinter „Backstabber“ steckt dabei mehr Realität, als man zunächst vermuten könnte.
Kesha erzählte bereits 2010, dass eine enge Freundin eines Nachts tatsächlich ihr Auto genommen habe. Später habe sie außerdem erfahren, dass diese Person hinter ihrem Rücken über sie gesprochen habe.
Aus dieser Erfahrung entstand schließlich die Grundidee für den Song. Die übertriebene Rachehandlung des Videos übersetzt diese Geschichte einfach in typische Popvideo-Sprache.
Eine Jacke aus Müllsäcken gehört ebenfalls zur Geschichte
Auch beim Styling wurde improvisiert.
Kesha erinnerte sich nun daran, dass eine im Video getragene Jacke aus Müllsäcken entstand. Es sei das erste Mal gewesen, dass sie selbst ein Kleidungsstück aus diesem Material gebaut habe.
Solche Details passen gut zu der Do-it-yourself-Atmosphäre des gesamten Drehs. Statt einer riesigen Labelproduktion entstand das Video mit Freunden und vergleichsweise wenig Budget – lange bevor aufwendige internationale Produktionen zu ihrem Alltag gehörten.
„Backstabber“ bekam Jahre später ein zweites Leben
Dass das Video ausgerechnet jetzt veröffentlicht wird, kommt nicht völlig aus dem Nichts.
„Backstabber“ hat in den vergangenen Jahren über TikTok noch einmal deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen. Der Song wird dort besonders häufig für Videos über zerbrochene Freundschaften, Verrat oder Streit verwendet.
Gleichzeitig blieb der Titel Teil von Keshas Live-Set und wurde dadurch auch bei jüngeren Fans wieder bekannter.
Selbst nach 16 Jahren war der Song nie wirklich weg
Genau darin liegt wahrscheinlich der Grund, warum die Veröffentlichung heute überhaupt noch funktioniert.
„Backstabber“ war nie der große Single-Hit von „Animal“, aber der Song blieb über Jahre präsent. Fans kannten ihn, Live-Auftritte hielten ihn am Leben und Social Media brachte schließlich noch einmal ein neues Publikum dazu.
Das Musikvideo musste also nicht plötzlich Interesse an einem vergessenen Titel erzeugen.
Das Interesse war längst da.
Dazu kommt eine ungewöhnliche Vinyl-Veröffentlichung
Passend zum überraschenden Video-Release bekommt „Backstabber“ außerdem noch eine physische Sonderausgabe.
Kesha kündigte eine messerförmige Vinyl-Version an. Auf der anderen Seite beziehungsweise als zusätzlicher Titel befindet sich „Cannibal“.
Schon allein die Form dürfte dafür sorgen, dass die Platte ziemlich schnell zu einem Sammlerstück unter Fans wird.
Ein Stück Kesha-Geschichte kommt endlich aus dem Archiv
Gerade weil der Clip 2009 entstand, zeigt er heute eine Kesha, die noch nicht wissen konnte, wie groß ihre Karriere nur wenige Monate später werden würde.
Sie arbeitete noch Teilzeit, zog mit Freunden durch Los Angeles und versuchte mit einem selbst organisierten Video zu beweisen, dass einer ihrer Songs eine Single verdient hatte.
Dann kam „TiK ToK“.
Und alles änderte sich.
16 Jahre später bekommt „Backstabber“ nun doch noch genau den Moment, den Kesha damals für den Song wollte.
Nicht als neue Aufnahme.
Nicht als nostalgisches Remake.
Sondern mit genau dem Musikvideo, das sie damals bereits gedreht hatte.
Quellen
People, 26. Oktober 2026 – offizielle Veröffentlichung nach mehr als 16 Jahren, Video-Handlung und Keshas Aussagen zum langen Veröffentlichungsweg.
Forbes, 26. Oktober 2026 – Dreh 2009 in Los Angeles, ursprünglicher Single-Wunsch, Auswahl von „TiK ToK“ und 4K-Aufbereitung.
Rolling Stone Deutschland, 26. Oktober 2026 – Video-Handlung, Leak und Hintergrund zur Entstehung des Songs.
Times of India / IANS, 27. Oktober 2026 – Keshas Erinnerungen an den selbstorganisierten Dreh mit ihren Freunden.
Music Times, 27. Oktober 2026 – Einordnung des lange unveröffentlichten Videos und des erneuten Erfolgs von „Backstabber“.