Fast 13 Jahre hat es gedauert – jetzt steht Miley Cyrus wieder ganz oben in den amerikanischen Albumcharts.
Ihr neues Album „Bass Persuades“ steigt direkt auf Platz eins der Billboard 200 ein. Damit gelingt der Sängerin erstmals seit „Bangerz“ im Oktober 2013 wieder der Sprung an die Spitze der wichtigsten US-Albumcharts.
Für Miley ist es gleichzeitig ein weiterer Meilenstein in einer Karriere, die inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte umfasst.
61.000 Einheiten reichen für Platz eins
„Bass Persuades“ kommt in seiner ersten vollständigen Tracking-Woche in den USA auf 61.000 sogenannte Equivalent Album Units.
Davon entfallen rund 47.000 auf klassische Albumverkäufe. Der Streaminganteil entspricht weiteren rund 14.000 Einheiten und basiert auf etwa 14,22 Millionen On-Demand-Streams der Songs des Albums.
Gerade die physischen und digitalen Verkäufe spielten beim Nummer-eins-Erfolg also eine entscheidende Rolle.
Das Album steigt dadurch gleichzeitig auf Platz eins der Top Album Sales Charts ein.
Ein extrem knappes Rennen
Der Weg an die Spitze war allerdings denkbar knapp.
Auch Ella Langley erreichte mit ihrem Album „Dandelion“ fast 61.000 Einheiten. Dahinter folgt Riley Green mit „That’s Just Me“ und rund 60.000 Einheiten.
Nur wenige Tausend Verkäufe beziehungsweise Streams trennten damit gleich mehrere Veröffentlichungen voneinander.
Am Ende hatte Miley die Nase vorn.
Erste Nummer eins seit „Bangerz“
Der Erfolg ist vor allem deshalb besonders, weil Miley Cyrus seit beinahe 13 Jahren kein Album mehr an die Spitze der Billboard 200 gebracht hatte.
Zuletzt gelang ihr das im Oktober 2013 mit „Bangerz“.
Das Album markierte damals einen radikalen Neustart ihrer Karriere. Songs wie „We Can't Stop“ und „Wrecking Ball“ machten deutlich, dass Miley das Image ihrer früheren Disney-Jahre endgültig hinter sich lassen wollte.
Seitdem veröffentlichte sie zahlreiche erfolgreiche Alben – darunter „Plastic Hearts“, „Endless Summer Vacation“ und zuletzt „Something Beautiful“.
Ganz nach oben reichte es allerdings nicht mehr.
Bis jetzt.
Insgesamt bereits die sechste Nummer eins
Zählt man ihre Veröffentlichungen aus der Zeit rund um Hannah Montana mit, ist „Bass Persuades“ bereits Mileys sechstes Nummer-eins-Album in den USA.
Gleichzeitig ist es ihre mittlerweile 16. Top-10-Platzierung in den Billboard 200.
Das zeigt auch, wie ungewöhnlich die fast 13-jährige Pause an der Spitze eigentlich ist.
Miley war während dieser Zeit keineswegs aus den Charts verschwunden. Ihre Alben erreichten weiterhin hohe Positionen und mit „Flowers“ landete sie 2023 sogar einen ihrer größten Hits überhaupt.
Nur der erste Platz bei den Alben blieb ihr lange verwehrt.
„Bass Persuades“ eröffnet eine neue Ära
Das neue Album ist Mileys mittlerweile zehntes Studioalbum und erschien am 18. September 2026.
Gleichzeitig handelt es sich um ihre erste Veröffentlichung bei Atlantic Records, nachdem sie zuvor über viele Jahre bei Sony beziehungsweise Columbia Records unter Vertrag stand.
Auch ihr Künstlername wurde passend dazu reduziert.
In der aktuellen Albumkampagne tritt die Sängerin offiziell nur noch als „Miley“ auf. Der Nachname Cyrus verschwand unter anderem aus ihren Social-Media-Auftritten und aus offiziellen Presseinformationen.
Damit soll „Bass Persuades“ bewusst für einen neuen Abschnitt ihrer Karriere stehen.
Zehn Songs zwischen Dance-Pop und persönlicheren Momenten
Das Album umfasst insgesamt zehn Titel.
Bereits vor der Veröffentlichung erschien der Titelsong „Bass Persuades“. Der elektronische Dance-Pop-Track kombiniert einen deutlichen 80er-Jahre-Einfluss mit einer ziemlich direkten Botschaft:
Musik soll Menschen wieder bewegen.
Der Song beschäftigt sich unter anderem damit, wie stark Bildschirme, Smartphones und digitale Kommunikation inzwischen das gemeinsame Erleben beeinflussen.
Die passende Antwort liefert Miley gewissermaßen direkt mit:
Wenn der Bass einsetzt, sollen die Menschen wieder gemeinsam tanzen.
„Bass Persuades“ legt einen starken Start hin
Schon vor dem Albumrelease hatte der Titelsong für Aufmerksamkeit gesorgt.
„Bass Persuades“ erreichte unter anderem Platz eins bei Spotify US und bei iTunes in den Vereinigten Staaten. In den Billboard Hot 100 startete der Song auf Platz 35.
Auch ein Remix mit der New Yorker Rockband Model/Actriz wurde veröffentlicht.
Damit kombiniert die neue Ära erneut verschiedene musikalische Seiten Mileys – von Pop und elektronischen Elementen bis zu Rockeinflüssen.
Liebe steht diesmal im Mittelpunkt
Inhaltlich beschreibt Miley das Album allerdings nicht nur als Dance-Platte.
Bereits vor der Veröffentlichung erklärte sie, dass „Bass Persuades“ für sie eine Art Liebesgeschichte sei.
Dabei gehe es nicht ausschließlich um romantische Beziehungen.
Ein wichtiges Thema sei auch die Beziehung zu sich selbst und die Entwicklung, die sie in den vergangenen Jahren durchlaufen habe.
Miley sprach dabei von einer „friedlicheren Form von Liebe“, die sich durch ihre letzten Veröffentlichungen gezogen habe.
Millionen Fans wollen sie wieder live sehen
Auch auf der Bühne beginnt derzeit ein neues Kapitel.
Am 16. und 18. Oktober 2026 spielt Miley zwei Konzerte im legendären Hollywood Bowl in Los Angeles.
Das Interesse daran war enorm.
Nach Berichten von People versuchten während des Presales zeitweise fast 1,5 Millionen Menschen, Tickets für die beiden Shows zu bekommen.
Die Konzerte gehören zu ihren ersten großen öffentlichen Auftritten seit mehreren Jahren.
Eine klassische Welttournee ist aktuell trotzdem nicht geplant.
Miley hatte bereits mehrfach erklärt, dass sie lange Tourneen nicht mehr in derselben Form absolvieren möchte wie früher. Stattdessen kann sie sich künftig eher einzelne große Shows oder möglicherweise eine Residency vorstellen.
Von Hannah Montana zur Grammy-Gewinnerin
Der aktuelle Erfolg zeigt gleichzeitig, wie außergewöhnlich lange Mileys Karriere inzwischen andauert.
Bekannt wurde sie als Teenager durch die Disney-Serie „Hannah Montana“.
Danach folgte eine Solokarriere, die sich musikalisch mehrfach komplett veränderte: Teen-Pop, elektronische Experimente, Country-Einflüsse, Rock und klassischer Mainstream-Pop gehörten ebenso dazu wie ungewöhnlichere Projekte.
Mit „Flowers“ erreichte sie schließlich einen ihrer größten Erfolge.
Der Song stand 2023 insgesamt acht Wochen an der Spitze der Billboard Hot 100 und brachte ihr später unter anderem ihren ersten Grammy ein.
Jetzt gehört auch die Albumspitze wieder Miley
Trotz all dieser Erfolge fehlte seit 2013 allerdings ein bestimmter Meilenstein.
Ein Nummer-eins-Album in den USA.
Mit „Bass Persuades“ ist diese Serie nun beendet.
Fast 13 Jahre nach „Bangerz“ steht Miley wieder dort, wo sie schon als sehr junge Künstlerin mehrfach angekommen war: an der Spitze der Billboard 200.
Und vielleicht passt gerade deshalb der reduzierte Name ihrer neuen Ära so gut.
Kein großes Rebranding, keine komplizierte Erklärung.
Einfach:
Miley ist wieder Nummer eins.
Quellen
- Billboard: Chartbericht zu „Bass Persuades“ – Platz eins der Billboard 200, 61.000 Equivalent Album Units, Verkaufs- und Streamingzahlen sowie Rückkehr an die Spitze nach „Bangerz“. Billboard
- People: Informationen zum Nummer-eins-Debüt, Mileys sechstem Billboard-200-Spitzenalbum und ihrer 16. Top-10-Platzierung. People
- Billboard Canada: Albumankündigung, Veröffentlichung am 18. September, Konzept von „Bass Persuades“ und Mileys neue Künstlerära. Billboard Canada
- Rolling Stone: Informationen zum Titelsong „Bass Persuades“, dem elektronischen Sound und der neuen musikalischen Ausrichtung. Rolling Stone Canada
- People: Angaben zum enormen Ticketinteresse für die beiden Hollywood-Bowl-Konzerte im Oktober 2026. People