„La Dolce Vita“ erscheint am 23. Oktober 2026 über CB X, das eigene Label von Clean Bandit. Für den Track arbeitet das britische Trio mit der palästinensisch-italienischen Sängerin und Songwriterin TÄRA zusammen, die ihren eigenen Stil als „Arab’n’B“ beschreibt – eine Mischung aus modernem R&B und arabischen Einflüssen.
Musikalisch treffen dadurch zwei Welten aufeinander. Clean Bandit bringen ihre typischen Streicherarrangements und großen Pop-Synths mit, während TÄRA dem Song mit italienischen und arabischen Vocals sowie levantinischen Klangfarben eine deutlich andere Atmosphäre gibt.
Mehr als nur Sonne, Pasta und Dolce Vita
Der Titel weckt sofort Bilder von Italien, Sommer, langen Abenden und möglichst wenig Stress. Inhaltlich ist der Song allerdings nicht ganz so unbeschwert, wie sein Name vermuten lässt. TÄRA beschreibt „La Dolce Vita“ als einen Track über die Leichtigkeit, mit der persönlicher Komfort dazu führen kann, die Probleme anderer Menschen auszublenden.
Genau dieser Kontrast ist Teil des Konzepts. Die Musik wirkt warm und zugänglich, während der Text eine deutlich ernstere Frage stellt: Wo endet notwendige Erholung – und wo beginnt Gleichgültigkeit? Jack Patterson von Clean Bandit erklärte, dass die Produktion bewusst so gebaut wurde, dass diese Ironie im Song hörbar bleibt.
TÄRA bringt neue Instrumente in den Clean-Bandit-Sound
Auch musikalisch hat die Zusammenarbeit neue Elemente in die Produktion gebracht. Grace Chatto erzählte, dass TÄRA ihr arabische Instrumente gezeigt habe, für die sie zuvor noch nie Streicherparts geschrieben hatte. Dadurch bekommt der Song einen anderen Klang als viele frühere Clean-Bandit-Veröffentlichungen.
Trotzdem bleibt die Handschrift der Band sofort erkennbar. Streicher, elektronische Produktion und eine klare Popstruktur bilden weiterhin das Fundament. Die arabischen Einflüsse wirken nicht wie ein aufgesetztes Zusatzdetail, sondern sind direkt in die Komposition eingebaut.
Das Musikvideo entstand in Italien
Passend zum Titel wurde das Musikvideo tatsächlich in Italien gedreht. TÄRA entwickelte die Idee und führte selbst Regie. Gedreht wurde im Sommer in San Giorgio a Liri in der Region Latium.
Grace Chatto hatte dabei nach eigener Aussage einen ziemlich angenehmen Job: Ein großer Teil ihrer Rolle bestand darin, zu angeln und Spaghetti zu essen. TÄRA übernahm dagegen nicht nur die musikalische, sondern auch die visuelle Gestaltung des Projekts.
Damit ist „La Dolce Vita“ deutlich mehr als eine klassische Gaststimme auf einem Clean-Bandit-Song. TÄRA prägt sowohl Sound als auch Bildsprache der Veröffentlichung.
Italienisch und Arabisch treffen auf britischen Dance-Pop
Gerade die Mehrsprachigkeit macht den Song besonders. TÄRA singt auf Italienisch und Arabisch und verbindet diese Sprachen mit einer Produktion, die klar aus dem britischen Dance-Pop kommt. Das Ergebnis ist international, ohne vollkommen glatt zu wirken.
Clean Bandit haben solche Genregrenzen schon immer gerne verschoben. Klassische Streicher treffen bei ihnen seit Jahren auf House, Pop und elektronische Beats. „La Dolce Vita“ erweitert dieses Prinzip jetzt um arabische Klangfarben und macht daraus eine der ungewöhnlicheren Veröffentlichungen ihrer aktuellen Phase.
Der Song gehört zum kommenden Clean-Bandit-Album
„La Dolce Vita“ steht außerdem nicht für sich allein. Der Track ist die neueste Single aus dem kommenden Studioalbum von Clean Bandit, das 2027 erscheinen soll. Ein genauer Termin wurde bislang noch nicht genannt.
Zuvor hatte die Band bereits weitere Songs über CB X veröffentlicht. Dazu gehören „Company“ mit Chlöe und Omah Lay sowie „I Don’t Wanna Hurt You“ mit Biig Piig. „La Dolce Vita“ setzt diese Reihe nun fort und zeigt erneut, dass Clean Bandit für ihr neues Kapitel stark auf internationale Kollaborationen setzen.
TÄRA ist dabei deutlich mehr als ein Newcomer-Feature
Für TÄRA kommt die Veröffentlichung ebenfalls in einer starken Phase. Nur wenige Tage zuvor spielte sie ein ausverkauftes Konzert im Arci Bellezza in Mailand. Außerdem arbeitete sie bereits mit den italienischen Alternative-Pop-Veteranen Subsonica zusammen.
Ihre palästinensisch-italienische Herkunft spielt in ihrer Musik bewusst eine Rolle. Mit ihrem selbst beschriebenen Arab’n’B versucht sie, verschiedene musikalische Welten miteinander zu verbinden. Dass ausgerechnet Clean Bandit bei einer solchen Zusammenarbeit mitziehen, passt ziemlich gut zu ihrer eigenen Bandgeschichte.
Clean Bandit waren schon immer schwer einzuordnen
Spätestens seit „Rather Be“ mit Jess Glynne ist klar, dass Clean Bandit nicht einfach nur eine klassische Danceband sind. Violinen, Cello und elektronische Produktion gehören von Anfang an zusammen. Später folgten Hits wie „Rockabye“, „Symphony“ oder „Solo“, die ihre Mischung aus klassischer Instrumentierung und Mainstream-Pop weiter ausbauten.
„La Dolce Vita“ führt dieses Prinzip 2026 weiter. Statt noch einmal exakt denselben Sound zu wiederholen, holen sie diesmal neue kulturelle und musikalische Einflüsse dazu.
Der Titel klingt leichter, als der Song eigentlich ist
Genau darin liegt vermutlich die größte Stärke des Tracks. Wer nur den Titel liest, erwartet vielleicht Sommer, Aperitivo und Mittelmeerromantik. Die Produktion liefert dieses Gefühl teilweise tatsächlich – aber eben nicht ohne zweite Ebene.
„La Dolce Vita“ fragt gleichzeitig, wie bequem man es sich in seiner eigenen kleinen Welt machen kann, während außerhalb davon Dinge passieren, die unangenehm oder ungerecht sind. Diese Spannung macht den Song interessanter als einen reinen Gute-Laune-Track.
Und vielleicht passt gerade das ziemlich gut zum Jahr 2026: ein Popsong, der leicht genug klingt, um ihn sofort mitsummen zu können, aber nicht so leicht ist, dass danach gar nichts hängen bleibt.
Quellen
RadioDate, 23. Oktober 2026 – Veröffentlichung von „La Dolce Vita“, Zusammenarbeit mit TÄRA, CB X, Arab’n’B-Einflüsse, neues Clean-Bandit-Album und Musikvideo in Italien.
Visory Records, 23. Oktober 2026 – Hintergrund zur Bedeutung des Songs, italienisch-arabische Vocals, TÄRAs Regiearbeit und thematische Einordnung.
Official Charts – „La Dolce Vita“ als Neuveröffentlichung vom 23. Oktober 2026.