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Paul McCartney hat ein Problem mit seinem Beatles-Darsteller – und schreibt dem Regisseur persönlich

PaulMcCarthney im Stil der Beatles zu sehen sind.

Paul Mescal darf Paul McCartney in Sam Mendes’ riesigem Beatles-Filmprojekt spielen – doch ein Detail lässt den echten Beatle nicht los: Sein Darsteller wirkt neben John-Lennon-Darsteller Harris Dickinson zu klein. McCartney griff deshalb persönlich zum Handy und schrieb dem Regisseur. Hinter der zunächst lustigen Geschichte steckt eine alte Frustration über die Darstellung seiner Rolle innerhalb der Beatles.

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Vier Beatles-Filme – und Paul McCartney achtet auf jedes Detail

Wenn das eigene Leben mit Hollywood-Budget verfilmt wird, könnte man vermutlich über ziemlich viele Dinge diskutieren.

Welche Songs vorkommen.

Welche Ereignisse ausgelassen werden.

Ob Dialoge stimmen.

Oder ob die Frisur wirklich so aussah.

Paul McCartney beschäftigt dagegen gerade eine andere Frage: Warum ist Paul McCartney plötzlich kleiner als John Lennon?

Genauer gesagt geht es natürlich um die Schauspieler.

In Sam Mendes’ kommendem Beatles-Großprojekt spielt Paul Mescal den jungen McCartney.

Harris Dickinson übernimmt John Lennon.

Und als McCartney Bilder der Schauspieler sah, fiel ihm etwas auf:

Mescal wirkte deutlich kleiner als Dickinson.

Für den 84-Jährigen offenbar keine Kleinigkeit.

Also schreibt McCartney einfach Sam Mendes

In Amy Poehlers Podcast „Good Hang“ erzählte McCartney jetzt, dass er das Thema direkt beim Regisseur angesprochen habe.

Er habe Mendes bereits vorher darauf hingewiesen, dass ihm die Größenverhältnisse der Beatles wichtig seien.

Als er später Material der vier Schauspieler sah und Mescal darin erneut kleiner wirkte, schrieb er dem Regisseur persönlich.

Die Botschaft war sinngemäß ziemlich eindeutig:

Mach das nicht – du hattest mir versprochen, darauf zu achten.

Sam Mendes reagierte ebenfalls direkt.

Nach McCartneys Erzählung erklärte der Regisseur, der Unterschied sei auf die jeweilige Schrittposition beziehungsweise die Aufnahme zurückzuführen.

Anschließend schickte er McCartney sogar ein weiteres Bild, auf dem die Darsteller deutlich gleichmäßiger groß wirkten.

Problem zumindest vorerst gelöst.

Warum beschäftigt ihn ausgerechnet die Körpergröße?

Auf den ersten Blick wirkt die Geschichte herrlich nebensächlich.

Vier aufwendig produzierte Spielfilme über eine der größten Bands aller Zeiten entstehen – und Paul McCartney kontrolliert, ob Paul Mescal auf einem Foto zwei Zentimeter zu klein aussieht.

Für McCartney steckt allerdings mehr dahinter.

Er betont, dass John Lennon, George Harrison und er ungefähr gleich groß gewesen seien.

Lediglich Ringo Starr sei etwas kleiner gewesen.

Das lässt sich auch auf zahlreichen historischen Bandfotos nachvollziehen: Lennon, McCartney und Harrison erscheinen meist ungefähr auf Augenhöhe.

McCartney stört deshalb offenbar weniger die tatsächliche Körpergröße Paul Mescals als das Bild, das dadurch entstehen könnte.

Nämlich dass Lennon körperlich größer und dominanter dargestellt wird.

Und genau dieses Problem kennt McCartney schon aus einem anderen Film.

„Nowhere Boy“ hat ihn offenbar bis heute nicht losgelassen

2009 erschien „Nowhere Boy“.

Der Film konzentrierte sich auf John Lennons Jugendjahre und seine ersten musikalischen Schritte vor der Gründung der Beatles.

Aaron Taylor-Johnson spielte Lennon.

Der junge Paul McCartney wurde von Thomas Brodie-Sangster dargestellt.

Und genau damit hatte der echte McCartney ein Problem.

In seiner Erinnerung wirkte sein Filmcharakter deutlich kleiner, schmächtiger und unterlegener als Lennon.

McCartney störte insbesondere, dass dadurch eine Dynamik entstand, die seiner Ansicht nach nicht der Realität entsprach.

Er sprach die Regisseurin Sam Taylor-Johnson darauf an.

Ihre Antwort überzeugte ihn offenbar nicht besonders.

Sinngemäß habe sie ihm erklärt: Es sei schließlich ein Spielfilm und keine Dokumentation.

McCartney akzeptierte, dass er daran nichts mehr ändern konnte.

Vergessen hat er die Angelegenheit offensichtlich nicht.

Es geht also nicht wirklich um ein paar Zentimeter

Damit wird aus der lustigen Geschichte über Paul Mescals Größe plötzlich eine interessante Frage darüber, wie Popgeschichte erzählt wird.

Die Beatles sind so berühmt, dass viele Menschen ihre Vorstellung von der Band längst nicht mehr ausschließlich aus Originalaufnahmen bekommen.

Spielfilme, Dokumentationen, Bücher und Serien beeinflussen ebenfalls, wie Lennon, McCartney, Harrison und Starr wahrgenommen werden.

Wenn Lennon dabei immer als größer, dominanter oder durchsetzungsstärker dargestellt wird, entsteht automatisch ein bestimmtes Bild der Beziehung innerhalb der Band.

Und genau dagegen scheint sich McCartney zu wehren.

Nicht:

„Paul Mescal muss exakt meine Körpergröße haben.“

Sondern eher:

„Macht mich nicht wieder zum kleinen Typen neben John.“

Paul Mescal scheint ansonsten ziemlich gut anzukommen

Grundsätzlich spricht allerdings wenig dafür, dass McCartney mit seinem Darsteller unzufrieden wäre.

Im Gegenteil.

Mescal und McCartney haben bereits gemeinsam öffentlich über Musik gesprochen.

Der Schauspieler interviewte den Musiker in diesem Jahr sogar ausführlich rund um dessen Album „Boys of Dungeon Lane“.

Dabei wirkte das Verhältnis zwischen beiden ausgesprochen entspannt.

Mescal hat außerdem angekündigt, in den Beatles-Filmen selbst zu singen.

Der Schauspieler muss also nicht nur McCartneys Auftreten nachbilden.

Er muss sich auch musikalisch sehr intensiv mit ihm beschäftigen.

Eine Aufgabe, bei der ein falsch wirkender Größenunterschied vermutlich tatsächlich noch zu den leichter lösbaren Problemen gehört.

Vier Filme erzählen dieselbe Geschichte aus vier Perspektiven

Das gesamte Projekt von Sam Mendes ist ohnehin deutlich ungewöhnlicher als ein klassisches Musik-Biopic.

Unter dem Titel „The Beatles – A Four-Film Cinematic Event“ entstehen gleich vier eigenständige Kinofilme.

Jeder konzentriert sich auf einen anderen Beatle.

Paul Mescal spielt Paul McCartney.

Harris Dickinson spielt John Lennon.

Joseph Quinn spielt George Harrison.

Barry Keoghan spielt Ringo Starr.

Die Filme erzählen dieselbe große Geschichte aus verschiedenen Perspektiven.

Dabei sollen sich Ereignisse und Figuren überschneiden.

Ein Moment, der in McCartneys Film auf eine bestimmte Weise erscheint, könnte in Lennons Film also einen völlig anderen Blickwinkel bekommen.

Zum ersten Mal gibt es vollständige Lebens- und Musikrechte

Auch rechtlich ist das Projekt außergewöhnlich.

Zum ersten Mal haben Apple Corps, Paul McCartney, Ringo Starr sowie die Familien von John Lennon und George Harrison vollständige Lebensgeschichts- und Musikrechte für fiktionale Beatles-Filme freigegeben.

Das bedeutet für Mendes deutlich mehr Freiheit als bei vielen bisherigen Produktionen über die Band.

Originalmusik kann verwendet werden.

Die Lebensgeschichten der vier Musiker können direkt erzählt werden.

Und genau deshalb sind die Erwartungen entsprechend hoch.

Wenn man einmal vier Beatles-Filme gleichzeitig produziert, sollte am Ende vermutlich tatsächlich ziemlich viel stimmen.

Sogar die Körpergröße.

Im April 2028 wird das Kino zum Beatles-Marathon

Die vier Filme sollen im April 2028 weltweit ins Kino kommen.

Sony und die Produzenten planen dabei ein ungewöhnliches Veröffentlichungskonzept.

Die Filme sollen innerhalb desselben Zeitraums erscheinen, nach aktuellen Planungen wahrscheinlich über mehrere Wochen verteilt.

Produzentin Pippa Harris erklärte beim London Film Festival, dass die einzelnen Filme zwar jeweils für sich funktionieren sollen.

Die volle Wirkung entstehe aber erst, wenn Zuschauer alle vier Perspektiven erleben.

Das Konzept erinnert damit beinahe an eine Streamingserie.

Nur dass jede Episode ein kompletter Kinofilm ist.

Sam Mendes bezeichnete das Projekt bereits als eine Art „bingeable theatrical experience“.

Vier Kinokarten statt einer Netflix-Nacht.

Hollywood findet wirklich immer neue Möglichkeiten.

Die Dreharbeiten laufen längst

Das Projekt befindet sich bereits mitten in der Produktion.

Im Oktober sprach Pippa Harris davon, dass die Dreharbeiten inzwischen ungefähr den 180. Drehtag erreicht hätten.

Der Aufwand ist entsprechend enorm.

Zwischendurch wurden die vier Hauptdarsteller bereits dabei beobachtet, wie sie die berühmte „Abbey Road“-Szene nachstellten.

Genau solche Bilder dürften McCartney vermutlich besonders genau anschauen.

Denn bei einem Motiv, das seit 1969 millionenfach reproduziert wurde, fallen Unterschiede natürlich sofort auf.

Und offenbar war genau eine solche Aufnahme der Moment, in dem die Größenfrage wieder aktuell wurde.

Auch der restliche Cast ist riesig

Die vier Beatles sind nur der Anfang.

Zum Ensemble gehören mittlerweile zahlreiche weitere bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler.

James Norton spielt Beatles-Manager Brian Epstein.

Harry Lloyd übernimmt Produzent George Martin.

David Morrissey spielt Paul McCartneys Vater Jim.

Leanne Best verkörpert John Lennons Tante Mimi.

Dazu kommen unter anderem Arthur Darvill, Adam Pally, Bobby Schofield und Daniel Hoffmann-Gill.

Weitere zentrale Figuren aus der Beatles-Geschichte werden ebenfalls besetzt.

Das Projekt soll also offensichtlich nicht nur ein paar berühmte Konzertmomente nachspielen.

Mendes baut eine komplette filmische Welt rund um die Band auf.

Und dann sitzt der echte Paul McCartney daneben

Für die Schauspieler entsteht dadurch eine ziemlich außergewöhnliche Situation.

Viele Musik-Biopics beschäftigen sich mit Künstlern, die nicht mehr leben.

Paul Mescal hat dagegen die Möglichkeit – oder vielleicht auch den Druck –, dass der Mann, den er spielt, das Ergebnis persönlich sehen wird.

McCartney ist außerdem aktiv in das Projekt eingebunden.

Wenn ihm etwas auffällt, kann er offenbar einfach dem Regisseur schreiben.

Für historische Genauigkeit ist das eigentlich ziemlich praktisch.

Für Sam Mendes bedeutet es möglicherweise, dass irgendwann mitten am Abend eine Nachricht auf dem Handy erscheint:

„Sam, Paul ist schon wieder zu klein.“

Eine lustige Geschichte mit ziemlich ernstem Kern

Natürlich erzählt McCartney die Geschichte mit Humor.

Und wahrscheinlich weiß auch er selbst, wie absurd es klingt, sich bei einem gigantischen Beatles-Projekt ausgerechnet über die Größenverhältnisse auf einem Foto aufzuregen.

Trotzdem steckt darin etwas Interessantes.

Paul McCartney hat jahrzehntelang erlebt, wie die Geschichte der Beatles erzählt, neu bewertet und vereinfacht wurde.

John Lennon wird dabei häufig als dominante kreative Figur beschrieben.

McCartney kämpfte immer wieder gegen Darstellungen an, die seinen eigenen Einfluss kleiner erscheinen ließen.

Dass ihn nun sogar eine optische Größenverschiebung stört, passt überraschend gut dazu.

Vielleicht geht es also am Ende gar nicht um Zentimeter.

Sondern darum, dass vier junge Schauspieler 2028 nicht nur Beatles-Frisuren und Liverpooler Akzente übernehmen.

Sie werden für eine neue Generation möglicherweise zu deren Bild von John, Paul, George und Ringo.

Und Paul McCartney möchte offenbar sicherstellen, dass dabei eines nicht passiert:

Dass aus Paul wieder der kleine Beatle wird.

Quellen

Good Hang with Amy Poehler / Paul McCartney, 13. Oktober 2026
McCartney erzählte im Podcast von seinem Austausch mit Sam Mendes, seinem Problem mit den Größenverhältnissen der Darsteller und seiner früheren Kritik an „Nowhere Boy“. Die Aussagen wurden von mehreren Medien aus der Episode aufgegriffen. TheWrap

Variety – „Paul McCartney Calls Out Beatles Movies Because Paul Mescal Is Shorter Than John Lennon Actor“, 15. Oktober 2026
Aktueller Bericht zu McCartneys Nachricht an Sam Mendes, Paul Mescal und Harris Dickinson sowie zur Reaktion des Regisseurs. Variety Australia
Variety: Paul McCartney über die Beatles-Filme

The Beatles – „The Beatles: A Four-Film Cinematic Event“
Offizielle Bestätigung von Sam Mendes, den vier Hauptdarstellern und dem Kinostart im April 2028. The Beatles
Offizielle Beatles-Seite zum Filmprojekt

The Beatles / Sony Pictures – weitere Besetzung, 3. Dezember 2025
Offizielle Angaben zu James Norton, Harry Lloyd, David Morrissey und weiteren Darstellern sowie zur erstmaligen Freigabe der vollständigen Lebens- und Musikrechte für fiktionale Beatles-Filme. The Beatles

Variety – Produzentin Pippa Harris über das Veröffentlichungskonzept, 13. Oktober 2026
Aktuelle Informationen zum Produktionsstand und zur geplanten Veröffentlichung aller vier Filme im April 2028. Variety Australia

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