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Musik

Rolling Stones veröffentlichen bislang unbekannten Song „Who You Callin’ Crazy“

Ronnie Wood, Mick Jagger und Keith Richards stehen gemeinsam in einem Musikstudio; im Hintergrund sind Instrumente, Verstärker und das rote Zungenlogo der Rolling Stones zu sehen.

Die Rolling Stones öffnen erneut ihr Archiv der „Foreign Tongues“-Sessions: Mit „Who You Callin’ Crazy“ erscheint heute ein bislang unveröffentlichter Song, auf dem Mick Jagger, Keith Richards und Ronnie Wood Unterstützung vom britischen Jazz-Saxofonisten Courtney Pine bekommen. Der Track ist gleichzeitig der erste Vorgeschmack auf „Foreign Tongues, Loose Lips“ – eine Deluxe-Ausgabe mit fünf zusätzlichen Aufnahmen, die Ende November erscheint.

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Die Rolling Stones waren offenbar noch lange nicht fertig

Normalerweise erscheint ein Album.

Dann kommen ein paar Singles.

Vielleicht irgendwann eine Deluxe-Version.

Und irgendwann beginnt die nächste Ära.

Bei den Rolling Stones scheint die Sache derzeit etwas anders zu funktionieren.

Denn offenbar lagen nach den Aufnahmen zu „Foreign Tongues“ noch genügend Songs herum, um wenige Monate später einfach weiterzumachen.

Seit heute ist „Who You Callin’ Crazy“ digital verfügbar.

Der Song war auf der regulären Ausgabe des Albums nicht enthalten und gehört zu insgesamt fünf zusätzlichen Aufnahmen, die am 27. November 2026 auf der erweiterten Version „Foreign Tongues, Loose Lips“ erscheinen.

Und diesmal bringen Mick Jagger, Keith Richards und Ronnie Wood noch jemanden mit:

Courtney Pine.

Ein Jazz-Saxofonist trifft auf die Stones

Der britische Musiker gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Namen des britischen Jazz.

Courtney Pine spielt auf „Who You Callin’ Crazy“ Saxofon.

Und das ist nicht einfach irgendein kleines Gastspiel, das irgendwo tief im Begleitheft versteckt wird.

Sein Beitrag gehört ausdrücklich zu den Besonderheiten des neuen Songs.

Pine hatte erst kürzlich öffentlich verraten, dass er wieder mit Mick Jagger beziehungsweise den Rolling Stones im Studio gearbeitet habe.

Damit war bereits klar:

Da passiert noch etwas.

Jetzt wissen wir zumindest einen Teil davon.

„Who You Callin’ Crazy“ verbindet den typischen Stones-Sound mit einem deutlich hörbaren zusätzlichen Jazz-Farbton.

Und irgendwie ist es ziemlich beeindruckend, dass diese Band nach mehr als sechs Jahrzehnten Karriere weiterhin Musiker findet, die ihren Sound noch einmal in eine andere Richtung ziehen können.

Der Song stammt aus den Sessions zu „Foreign Tongues“

Bei „Who You Callin’ Crazy“ handelt es sich nicht um eine komplett neue Aufnahme, die erst nach dem Album entstanden ist.

Der Track gehört zu jener kreativen Phase, in der auch „Foreign Tongues“ aufgenommen wurde.

Das Album erschien im Sommer 2026 und war bereits das zweite große neue Stones-Projekt innerhalb weniger Jahre.

2023 hatten sie mit „Hackney Diamonds“ ihr erstes Studioalbum mit neuem Material seit „A Bigger Bang“ von 2005 veröffentlicht.

Danach hätte die Band problemlos wieder einige Jahre Pause machen können.

Stattdessen ging es praktisch direkt weiter.

„Foreign Tongues“.

Neue Singles.

Weitere Sessions.

Und jetzt schon wieder zusätzliches Material.

Wer bei den Rolling Stones inzwischen noch von einem gemütlichen Alterswerk sprechen möchte, bekommt langsam ein organisatorisches Problem.

Fünf weitere Songs erscheinen im November

„Who You Callin’ Crazy“ ist Teil von „Foreign Tongues, Loose Lips“.

Die erweiterte Ausgabe ergänzt das ursprüngliche Album um fünf Stücke:

  1. Where There’s A Will
  2. Who You Callin’ Crazy
  3. Human Tide
  4. Bad Luck Hideaway
  5. She Still Comes Around

Damit wächst das Gesamtprojekt auf 19 Songs.

Die ursprüngliche Version von „Foreign Tongues“ enthält 14 Titel.

Die Deluxe-Fassung liefert nun fünf zusätzliche Aufnahmen aus demselben kreativen Zeitraum.

Vier davon waren bei Veröffentlichung des regulären Albums überhaupt nicht zu hören.

Nur eine Nummer besitzt bereits eine etwas kompliziertere Vorgeschichte.

„Bad Luck Hideaway“ kennen manche Fans bereits

Gemeint ist „Bad Luck Hideaway“.

Der Song war zunächst ausschließlich als Bonusstück der iTunes-Ausgabe von „Foreign Tongues“ erhältlich.

Später wurde er auch auf anderen Plattformen verfügbar und erschien als B-Seite von „Mr. Charm“.

Besonders spannend:

Mick Jagger und Keith Richards teilen sich den Leadgesang.

Und am Schlagzeug ist Charlie Watts zu hören.

Der langjährige Rolling-Stones-Drummer starb am 24. August 2021.

Dass auch Jahre später noch Aufnahmen mit ihm erscheinen können, liegt an Material aus früheren Sessions und Archiven.

Bei „Bad Luck Hideaway“ hört man dadurch noch einmal jene Rhythmussektion, die den Stones-Sound über Jahrzehnte geprägt hat.

„Who You Callin’ Crazy“ ist dagegen tatsächlich eine Premiere

Bei der heutigen Single sieht die Sache anders aus.

„Who You Callin’ Crazy“ war bislang nicht regulär veröffentlicht.

Der Song dient damit als erster wirklicher Vorgeschmack auf das bislang unbekannte Material der Deluxe-Ausgabe.

Und das ist ein wichtiger Unterschied.

Denn wenn eine erweiterte Albumversion hauptsächlich aus bereits bekannten B-Seiten und Bonusstücken besteht, ist das für Sammler nett.

Hier kommen aber mehrere echte Premieren hinzu.

„Where There’s A Will“.

„Human Tide“.

„She Still Comes Around“.

Und eben „Who You Callin’ Crazy“.

Die „Loose Lips“-Erweiterung ist damit eher eine kleine zusätzliche EP als bloß ein paar Bonus-Tracks am Ende einer CD.

Courtney Pine passt erstaunlich gut in diese Bandgeschichte

Die Beteiligung des Saxofonisten wirkt außerdem nur auf den ersten Blick ungewöhnlich.

Die Rolling Stones hatten schließlich schon immer eine ziemlich enge Beziehung zu:

Blues,

Soul,

R&B,

Jazz

und amerikanischer Roots-Musik.

Saxofon gehörte regelmäßig zu ihrem Sound.

Einer der wichtigsten Namen in dieser Geschichte ist Bobby Keys.

Der US-Saxofonist war über Jahrzehnte enger Begleiter der Stones und spielte unter anderem auf Klassikern wie:

„Brown Sugar“

und

„Can’t You Hear Me Knocking“.

Courtney Pine tritt natürlich nicht einfach in seine Fußstapfen.

Aber ein markantes Saxofon auf einem Stones-Song besitzt durchaus Tradition.

Nur stammt der Musiker diesmal aus einer ganz anderen Jazzgeneration.

Produziert wurde erneut mit Andrew Watt

Auch hinter den Reglern bleibt die aktuelle Stones-Phase ziemlich konstant.

Andrew Watt produzierte „Foreign Tongues“ und arbeitete auch an den zusätzlichen Aufnahmen.

Die Zusammenarbeit hat sich inzwischen zu einer erstaunlich produktiven Partnerschaft entwickelt.

Watt war bereits Produzent von „Hackney Diamonds“.

Dieses Album gewann später sogar den Grammy für das beste Rockalbum.

Anschließend arbeitete er erneut mit der Band.

Das Ergebnis:

noch ein komplettes Studioalbum

plus zusätzliches Material.

Es sieht also nicht danach aus, als hätte die Chemie im Studio besonders schlecht funktioniert.

Die aktuelle Stones-Phase lebt stark von Gästen

Auch „Foreign Tongues“ war bereits prominent besetzt.

Über das Album verteilt arbeiteten die Stones mit verschiedenen Musikern zusammen.

Dazu gehörten unter anderem:

Steve Winwood,
Robert Smith,
Paul McCartney,
Bruno Mars,
Chad Smith,
Steve Jordan
und Darryl Jones.

Bei den neuen Aufnahmen geht es damit weiter.

Courtney Pine spielt auf „Who You Callin’ Crazy“.

Steve Winwood ist laut Berichten auf „Where There’s A Will“ an der Orgel beteiligt.

Und Charlie Watts taucht auf „Bad Luck Hideaway“ noch einmal am Schlagzeug auf.

Das erweitert die Platte im November nicht einfach nur quantitativ.

Die fünf Songs bringen auch musikalisch zusätzliche Farben mit.

Blues und Country sollen auf den neuen Songs ebenfalls stärker auftauchen

Die Band selbst kündigt die Erweiterung mit einer ziemlich eindeutigen Beschreibung an.

Es gehe um:

Blues, Country und diesen unverkennbaren Rhythmus- und Stones-Sound.

Wer also gehofft hat, die fünf zusätzlichen Songs würden plötzlich ein experimentelles Ambient-Album ergeben, wird wahrscheinlich enttäuscht.

Die Rolling Stones bleiben ziemlich klar bei ihren Wurzeln.

Aber gerade darin scheint aktuell ihre Produktivität zu liegen.

Sie müssen nicht mehr unbedingt beweisen, dass sie jede moderne Stilrichtung beherrschen.

Sie können einfach jene Musik spielen, die ihnen seit Jahrzehnten liegt.

Und dabei trotzdem neue Kombinationen ausprobieren.

Die Deluxe-Ausgabe erscheint in mehreren Formaten

„Foreign Tongues, Loose Lips“ wird am 27. November veröffentlicht.

Geplant sind mehrere Varianten.

Eine Deluxe-Doppel-CD enthält das ursprüngliche Album auf Disc eins und die fünf zusätzlichen Songs auf Disc zwei.

Dazu kommt eine Vinylversion.

Die fünf „Loose Lips“-Titel werden dabei auf einer eigenen Schallplatte veröffentlicht.

Für Sammler ist außerdem eine Ausgabe auf rotem Vinyl vorgesehen.

Zusätzlich wird die erweiterte Version natürlich digital verfügbar sein.

Wer „Foreign Tongues“ bereits besitzt, muss also nicht zwangsläufig das komplette Album noch einmal kaufen, um an die neuen Stücke zu kommen.

Die Zusatzsongs werden auch als eigener physischer Bestandteil angeboten.

Eine ungewöhnlich verbraucherfreundliche Idee für eine Deluxe-Ausgabe.

Und offenbar ist danach noch lange nicht Schluss

Besonders interessant wird es, wenn man Mick Jagger zuhört.

Der Sänger erklärte bereits im Sommer, dass er schon wieder neue Songs schreibt.

Ob diese automatisch für die Rolling Stones gedacht sind, ließ er offen.

Manche Ideen könnten auch für andere Künstler funktionieren.

Er schreibe einfach weiter.

Damit existiert theoretisch schon Material für die Zeit nach „Foreign Tongues“.

Man muss sich das kurz vor Augen führen.

Die Band veröffentlicht 2026 ein neues Album.

Dann fünf zusätzliche Songs.

Und der Sänger erzählt parallel, dass er schon wieder neue Stücke schreibt.

Mick Jagger wurde 1943 geboren.

Offenbar hat ihm bislang niemand erklärt, dass Menschen irgendwann eigentlich anfangen sollen, weniger Termine anzunehmen.

Nur bei einer neuen Tour sieht die Sache komplizierter aus

Musikalisch läuft es also.

Live ist die Situation derzeit weniger eindeutig.

Für 2026 gab es ursprünglich Pläne für eine neue europäische beziehungsweise britische Tour.

Diese wurden allerdings nicht umgesetzt.

Keith Richards konnte sich Berichten zufolge nicht auf eine große Tournee festlegen.

Mick Jagger äußerte dennoch die Hoffnung, 2027 wieder Konzerte mit den Rolling Stones zu spielen.

Ronnie Wood wäre ebenfalls bereit.

Konkrete Termine gibt es aktuell allerdings nicht.

Deshalb gilt weiterhin:

Neue Musik ja.

Neue Stones-Tour bislang noch nicht bestätigt.

Und solange Keith Richards nicht ebenfalls sagt „Los geht’s“, bleibt das vermutlich auch so.

Vielleicht ist genau das der Vorteil der aktuellen Situation

Wenn eine große Tour nicht permanent den Kalender dominiert, bleibt offenbar mehr Zeit fürs Studio.

Und dort scheinen die Rolling Stones derzeit ausgesprochen gern zu sein.

„Hackney Diamonds“.

„Foreign Tongues“.

„Foreign Tongues, Loose Lips“.

Mehrere Singles.

Bonusstücke.

Neue Sessions.

Es entsteht fast der Eindruck, als hätte die Band gerade erst wiederentdeckt, dass sie ziemlich gerne gemeinsam Musik aufnimmt.

„Who You Callin’ Crazy“ zeigt, wie viel Material noch vorhanden ist

Und damit sind wir wieder bei der heutigen Veröffentlichung.

„Who You Callin’ Crazy“ ist nicht einfach ein Song, der irgendwo aus einem uralten Archiv gezogen wurde.

Er stammt aus der aktuellen kreativen Phase.

Die gleiche Band.

Der gleiche Albumzyklus.

Der gleiche Produzent.

Aber ein Stück, das auf der ursprünglichen Platte keinen Platz gefunden hat.

Jetzt bekommt es seinen eigenen Moment.

Mit Courtney Pine am Saxofon.

Als Vorbote für vier weitere zusätzliche Aufnahmen.

Und als Erinnerung daran, dass bei den Rolling Stones eine Album-Trackliste offenbar manchmal eher als erste Auswahl verstanden werden sollte.

„Who You Callin’ Crazy“ ist ab sofort digital verfügbar.

„Foreign Tongues, Loose Lips“ erscheint am 27. November 2026.

Nach mehr als 60 Jahren Bandgeschichte haben Mick Jagger, Keith Richards und Ronnie Wood damit tatsächlich noch immer unveröffentlichte aktuelle Songs herumliegen.

Vielleicht sollte man bei den Rolling Stones langsam aufhören zu fragen:

„War das jetzt das letzte Album?“

Die offenbar passendere Frage lautet:

„Was habt ihr eigentlich noch alles aufgenommen?“

Quellen

The Rolling Stones – „Who You Callin’ Crazy“
Der offizielle Rolling-Stones-Smartlink führt die neue Single zu den verfügbaren Musikdiensten und bestätigt damit die digitale Veröffentlichung. Linkfire
„Who You Callin’ Crazy“ – offizielle Streaming-Auswahl

NME – „Five new Rolling Stones songs are on the way for ‘Loose Lips’ deluxe edition of ‘Foreign Tongues’“, 15. Oktober 2026
NME bestätigt die fünf zusätzlichen Aufnahmen, Courtney Pine auf „Who You Callin’ Crazy“, den digitalen Release am 16. Oktober sowie „Bad Luck Hideaway“ mit gemeinsamem Leadgesang von Mick Jagger und Keith Richards und Charlie Watts am Schlagzeug. NME

Rolling Stone – „The Rolling Stones’ Release Date for ‘Foreign Tongues’ Deluxe Edition“, 15. Oktober 2026
Bestätigung von „Foreign Tongues, Loose Lips“ für den 27. November und der fünf Songs aus den Sessions des aktuellen Albums. Rolling Stone Australia

Rolling Stone Deutschland – „Foreign Tongues, Loose Lips“, 14. Oktober 2026
Informationen zu den insgesamt 19 Songs der erweiterten Ausgabe, Courtney Pines Saxofonbeitrag und den verschiedenen physischen Formaten. Rolling Stone

SPIN – „Rolling Stones Re-Up ‘Foreign Tongues’ With Bonus Tracks“, 14. Oktober 2026
Bestätigung der neuen Aufnahmen, der Veröffentlichung von „Who You Callin’ Crazy“ sowie der erweiterten Deluxe-Ausgabe. SPIN

ROCKS – „Um fünf Songs erweitert: Foreign Tongues, Loose Lips“, 14. Oktober 2026
Zusätzliche Angaben zu den fünf neuen Titeln, den Aufnahmesessions mit Andrew Watt und den geplanten CD- und Vinylversionen. rocks-magazin.de

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