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Rolling Stones überraschen mit weiteren Songs – und einer besonderen Aufnahme mit Charlie Watts

Drei Mitglieder der Rolling Stones stehen gemeinsam in einem Musikstudio vor Schlagzeug, Gitarren und Verstärkern; im Hintergrund ist das bekannte rote Zungenlogo der Band zu sehen.

Die Rolling Stones sind mit „Foreign Tongues“ noch lange nicht fertig: Ende November erscheint eine erweiterte Ausgabe mit fünf zusätzlichen Aufnahmen. Besonders emotional dürfte „Bad Luck Hideaway“ werden – Mick Jagger und Keith Richards teilen sich dort den Gesang, während der 2021 verstorbene Charlie Watts am Schlagzeug zu hören ist. Einen ersten bislang unveröffentlichten Song gibt es schon in wenigen Tagen.

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Die Rolling Stones öffnen noch einmal die Studiotür

Eigentlich hatten die Rolling Stones im Juli bereits ordentlich geliefert.

Mit „Foreign Tongues“ erschien ein neues Studioalbum mit 14 Titeln – gerade einmal drei Jahre nach dem erfolgreichen „Hackney Diamonds“.

Damit hätte man es in einem Bandalter von mehr als sechs Jahrzehnten durchaus bewenden lassen können.

Mick Jagger, Keith Richards und Ronnie Wood sehen das offenbar anders.

Am 27. November 2026 erscheint „Foreign Tongues, Loose Lips“.

Die Deluxe-Ausgabe erweitert das Album um fünf weitere Aufnahmen, die während derselben kreativen Phase entstanden sind.

Und dabei handelt es sich nicht einfach um fünf alternative Mixe oder Liveversionen.

Es sind fünf zusätzliche Songs.

Diese fünf Stücke kommen dazu

Die neue Sammlung trägt den Zusatz „Loose Lips“ und enthält:

„Where There’s A Will“
„Who You Callin’ Crazy“
„Human Tide“
„Bad Luck Hideaway“
„She Still Comes Around“

Zusammen mit den 14 Songs des ursprünglichen Albums wächst „Foreign Tongues“ damit auf insgesamt 19 Stücke.

Vier der fünf Aufnahmen waren bei der ursprünglichen Veröffentlichung regulär überhaupt nicht verfügbar.

„Bad Luck Hideaway“ bildet die Ausnahme – und ist gleichzeitig einer der spannendsten Songs der neuen Ausgabe.

Mick und Keith teilen sich das Mikrofon

Bei „Bad Luck Hideaway“ übernehmen Mick Jagger und Keith Richards gemeinsam den Leadgesang.

Das allein ist bei den Rolling Stones immer etwas Besonderes.

Natürlich singt Richards seit Jahrzehnten einzelne Songs der Band selbst.

Doch echte gemeinsame Leadvocals von Jagger und Richards gehören trotzdem nicht gerade zum Standardprogramm jeder Stones-Platte.

„Bad Luck Hideaway“ verbindet ihre beiden Stimmen nun direkt miteinander.

Und dann sitzt hinter ihnen auch noch ein Musiker am Schlagzeug, dessen Sound eigentlich längst nicht mehr neu auf einer Stones-Platte auftauchen könnte.

Charlie Watts.

Charlie Watts ist erneut auf einer neuen Aufnahme zu hören

Watts starb am 24. August 2021 im Alter von 80 Jahren.

Mehr als fünf Jahre später erscheint trotzdem erneut eine Rolling-Stones-Veröffentlichung, auf der sein Schlagzeugspiel zu hören ist.

„Bad Luck Hideaway“ stammt aus Material, das noch mit Watts aufgenommen wurde.

Damit bekommt der Song eine völlig andere Bedeutung.

Es ist keine nachträglich digital erzeugte Rekonstruktion.

Kein neuer Musiker versucht, seinen Stil nachzuahmen.

Es ist tatsächlich Charlie Watts selbst, aufgenommen zu Lebzeiten.

Für Fans wird aus einem Bonustrack dadurch fast automatisch ein kleines Stück Bandgeschichte.

Ganz neu ist „Bad Luck Hideaway“ allerdings nicht

Wer besonders aufmerksam verfolgt, was die Rolling Stones veröffentlichen, kennt den Song möglicherweise schon.

„Bad Luck Hideaway“ war zunächst als Bonusstück einer exklusiven iTunes-Version von „Foreign Tongues“ erhältlich.

Später machte die Band die Aufnahme einem größeren Publikum zugänglich.

Sie erschien als B-Seite einer neuen digitalen Veröffentlichung von „Mr. Charm“.

Mit „Loose Lips“ bekommt der Song nun allerdings erstmals einen festen Platz innerhalb einer regulär erhältlichen physischen Stones-Veröffentlichung.

Und im Zusammenhang mit den vier weiteren Songs ergibt er ein eigenes kleines Nachspiel zum Album.

Charlie Watts war schon auf dem ursprünglichen Album dabei

„Bad Luck Hideaway“ ist außerdem nicht die einzige Verbindung zwischen „Foreign Tongues“ und dem verstorbenen Schlagzeuger.

Bereits auf dem regulären Album ist Watts auf „Hit Me In The Head“ zu hören.

Die Aufnahme entstand während einer seiner letzten Studiosessions.

Damit existiert 2026 eine merkwürdige, aber zugleich ziemlich schöne Situation:

Steve Jordan ist längst der aktuelle Schlagzeuger der Rolling Stones.

Trotzdem taucht Charlie Watts weiterhin auf neuen Veröffentlichungen der Band auf, weil aus seinen letzten Sessions noch Material vorhanden ist.

Für eine Gruppe, deren Zusammenspiel jahrzehntelang stark von Watts geprägt wurde, dürfte es kaum einen passenderen Weg geben, ihn weiterhin Teil der Musik sein zu lassen.

Der nächste neue Song kommt bereits am 20. Oktober

Bis zum 27. November müssen Fans allerdings nicht warten.

Schon am 20. Oktober erscheint „Who You Callin’ Crazy“ digital.

Das Datum stammt aus der offiziellen internationalen Universal-Mitteilung zur Deluxe-Ausgabe.

Damit wird der Song zum ersten regulär veröffentlichten Vorgeschmack auf das bislang unveröffentlichte Material von „Loose Lips“.

Und auch hier gibt es einen besonderen Gast.

Courtney Pine bringt das Saxofon mit

Auf „Who You Callin’ Crazy“ spielt der britische Jazz-Saxofonist Courtney Pine.

Pine gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten britischen Jazzmusikern.

Eine Verbindung zu Mick Jagger gab es bereits lange vor dieser Stones-Aufnahme.

Pine spielte auf Jaggers Soloalbum „Wandering Spirit“ von 1993.

Mehr als drei Jahrzehnte später landet sein Saxofon nun auf einer Rolling-Stones-Aufnahme.

Die Zusammenarbeit dürfte ziemlich gut zum Stil passen, den die Band für das neue Material beschreibt:

Blues, Country und dieser ziemlich eindeutig erkennbare Stones-Groove.

Auch Steve Winwood ist wieder dabei

Bei einem weiteren neuen Song taucht ebenfalls ein alter Bekannter auf.

Steve Winwood spielt Orgel auf „Where There’s A Will“.

Winwood war bereits am regulären „Foreign Tongues“-Album beteiligt und gehört seit Jahrzehnten zum erweiterten musikalischen Umfeld der Stones.

Seine Karriere reicht von Spencer Davis Group über Traffic und Blind Faith bis zu seinen erfolgreichen Solojahren.

Wenn man als Rolling Stones 2026 noch Gäste sucht, scheint das Prinzip also ungefähr zu lauten:

Warum nicht einfach jemanden anrufen, der selbst längst Musikgeschichte geschrieben hat?

Funktioniert offenbar.

Über „Human Tide“ ist bislang erstaunlich wenig bekannt

Bei den übrigen Songs hält sich die Band noch deutlich stärker zurück.

„Human Tide“ und „She Still Comes Around“ wurden zwar offiziell bestätigt, ausführliche Informationen zu Sound und Entstehung gibt es bislang jedoch kaum.

Und genau das macht die Veröffentlichung eigentlich interessanter.

Bei Deluxe-Ausgaben kennt man häufig längst jeden Bonustrack aus Singles, B-Seiten oder früheren Editionen.

Hier bleiben mehrere Stücke bis zur Veröffentlichung tatsächlich weitgehend unbekannt.

Das ist bei einer Band, deren Archive seit Jahrzehnten von Fans durchleuchtet werden, fast schon ungewöhnlich.

Das ursprüngliche Album entstand in weniger als einem Monat

„Foreign Tongues“ entstand während einer besonders produktiven Phase der Band.

Mick Jagger, Keith Richards und Ronnie Wood gingen erneut mit Produzent Andrew Watt ins Studio.

Watt hatte bereits „Hackney Diamonds“ produziert.

Dieses Mal fanden die Aufnahmen vor allem in den Metropolis Studios in West London statt.

Das Album entstand laut Universal in weniger als einem Monat.

Allein das ist bemerkenswert.

Die Rolling Stones können jahrelang über neue Projekte sprechen – und wenn sie dann tatsächlich im Studio sitzen, scheint plötzlich ziemlich viel Musik auf einmal zu entstehen.

Offenbar sogar mehr, als auf ein einzelnes Album passt.

„Foreign Tongues“ hatte ohnehin schon reichlich Gäste

Die ursprünglichen 14 Songs waren bereits ziemlich prominent besetzt.

Neben der Kernband und langjährigen Begleitmusikern wirkten unter anderem Paul McCartney, Robert Smith von The Cure, Steve Winwood und Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers mit.

Dazu kam Charlie Watts auf „Hit Me In The Head“.

Außerdem nahmen die Stones eine eigene Version von Amy Winehouses „You Know I’m No Good“ auf.

Der Abschluss „Beautiful Delilah“ wiederum verweist auf einen der größten frühen Einflüsse der Band: Chuck Berry.

„Loose Lips“ erweitert diese ohnehin ziemlich ungewöhnliche Zusammenstellung jetzt noch einmal.

Und das Album war international erfolgreich

„Foreign Tongues“ funktionierte dabei nicht nur als spätes Prestigeprojekt einer legendären Band.

Das Album erreichte laut Universal in 14 Ländern Platz eins der Charts.

In Großbritannien wurde es ein weiterer Nummer-eins-Erfolg der Stones.

Dass eine Rockband mehr als 60 Jahre nach ihrer Gründung noch neue Studioalben veröffentlicht, wäre schon bemerkenswert genug.

Dass diese Veröffentlichungen weiterhin international ganz oben landen, macht die Geschichte noch ungewöhnlicher.

Offenbar besteht also tatsächlich Bedarf an fünf weiteren Songs.

Die Vinyl-Version wird selbst zur kleinen Sonderausgabe

„Foreign Tongues, Loose Lips“ erscheint in mehreren Varianten.

Digital gibt es die komplette erweiterte Fassung.

Dazu kommt eine Deluxe-Doppel-CD.

CD 1 enthält das ursprüngliche Album mit 14 Songs.

CD 2 enthält die fünf „Loose Lips“-Titel.

Interessant ist besonders die Vinyl-Version.

Die fünf neuen Songs werden auf schwerem rotem Vinyl veröffentlicht.

Dazu kommt das ursprüngliche „Foreign Tongues“-Album separat auf CD.

Die Verpackung erhält ein ausgestanztes Element auf der Vorderseite sowie matte und glänzende Details.

Bei den Rolling Stones darf selbst eine Bonus-EP offenbar ein bisschen aussehen, als wolle sie direkt in die Sammlervitrine.

Mehr neues Material bedeutet nicht automatisch schon das nächste Album

Wer angesichts der Veröffentlichung bereits auf das nächste komplette Stones-Album spekuliert, sollte allerdings noch etwas vorsichtig sein.

„Loose Lips“ besteht aus Material aus dem Umfeld der „Foreign Tongues“-Sessions.

Es handelt sich also nicht um ein neu aufgenommenes Nachfolgealbum.

Gleichzeitig hat Mick Jagger bereits angedeutet, dass er weiter Songs schreibt.

Das Problem der Rolling Stones scheint aktuell also überraschenderweise weniger ein Mangel an Material zu sein.

Eher die Frage, was sie damit alles machen wollen.

Bei Konzerten sieht die Zukunft weniger eindeutig aus

Musikalisch herrscht also Bewegung.

Bei einer neuen großen Tour ist die Lage dagegen wesentlich unklarer.

Die Band hat für 2026 bislang keine neue umfangreiche Konzertserie angekündigt.

Ronnie Wood äußerte sich zwar offen für weitere Auftritte, doch konkrete Tourpläne gibt es derzeit nicht.

Vielleicht liegt genau deshalb der Fokus momentan so stark auf Studioveröffentlichungen.

Und wenn in den Archiven weiterhin Charlie-Watts-Aufnahmen warten, könnten Fans selbst Jahre nach seinem Tod noch einzelne Momente entdecken, die bisher niemand gehört hat.

Das vielleicht Schönste an „Loose Lips“ ist deshalb nicht einmal die Menge

Fünf neue Rolling-Stones-Songs sind natürlich grundsätzlich eine Nachricht.

Aber „Bad Luck Hideaway“ macht daraus etwas Besonderes.

Mick Jagger singt.

Keith Richards singt.

Charlie Watts spielt Schlagzeug.

Drei Musiker, deren Zusammenspiel einen großen Teil der Rockgeschichte geprägt hat, sind 2026 noch einmal gemeinsam auf einer „neuen“ Veröffentlichung zu hören.

Nicht durch technische Tricks.

Sondern weil irgendwo noch eine Aufnahme lag, die diesen Moment festgehalten hat.

„Foreign Tongues, Loose Lips“ erscheint am 27. November 2026.

Und vielleicht passt der Titel besser, als die Rolling Stones selbst gedacht haben.

Denn offensichtlich hatten diese Sessions noch einiges zu erzählen.

Quellen

Universal Music – „Foreign Tongues, Loose Lips“: The Rolling Stones kündigen Deluxe-Edition an, 14. Oktober 2026
Offizielle deutsche Ankündigung mit Veröffentlichung am 27. November, den fünf zusätzlichen Songs und den geplanten Formaten. www.universal-music.de
Universal Music: Foreign Tongues, Loose Lips

Universal Music Canada – „The Rolling Stones announce Foreign Tongues, Loose Lips“, 14. Oktober 2026
Offizielle internationale Pressemitteilung mit Trackliste, Charlie Watts bei „Bad Luck Hideaway“, dem Duett von Mick Jagger und Keith Richards, Veröffentlichung von „Who You Callin’ Crazy“ am 20. Oktober sowie Details zu Vinyl und Doppel-CD. Universal Music Canada
Universal Music Canada: Deluxe-Edition und Trackdetails

Universal Music – „Foreign Tongues“, 8. Mai / 10. Juli 2026
Hintergrund zur Entstehung des ursprünglichen Albums, Produzent Andrew Watt, den Metropolis Studios, Gastmusikern und Charlie Watts’ Beitrag zu „Hit Me In The Head“. www.universal-music.de

Rolling Stone Deutschland – „Rolling Stones kündigen fünf neue Songs an“, 14. Oktober 2026
Einordnung von „Bad Luck Hideaway“, den zusätzlichen Songs und den Veröffentlichungsformaten. Beim Vorabtermin für „Who You Callin’ Crazy“ nennt der Artikel den 16. Oktober; die offizielle Universal-Mitteilung nennt dagegen den 20. Oktober, den wir im Artikel zugrunde legen. Rolling Stone
Rolling Stone: Fünf zusätzliche Rolling-Stones-Songs

Banquet Records / Polydor – Foreign Tongues, Loose Lips
Produktinformationen zur Deluxe-Ausgabe und Bestätigung von Steve Winwoods Orgelbeitrag bei „Where There’s A Will“. banquetrecords.com

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