Es ist ein bedeutsamer Meilenstein in einer der ungewöhnlichsten Karrieren der britischen Popgeschichte: Die Sugababes veröffentlichen erstmals seit 26 Jahren wieder ein komplett neu entstandenes Studioalbum in ihrer ursprünglichen Besetzung. Mutya Buena, Keisha Buchanan und Siobhán Donaghy haben angekündigt, dass das schlicht nach der Gruppe benannte Werk „Sugababes“ am 12. Februar 2027 erscheint. Das Album wird über das Label Sacred Three/The Orchard auf den Markt gebracht. Ein erster Vorgeschmack liegt mit der Single „Ghost“ bereits vor.
Die Entstehung der neuen Single „Ghost“
Mit der Single „Ghost“ schlägt das Trio eine Brücke zwischen seinem bekannten, mehrstimmigen Gesang und einem raueren, modernen Pop-Sound. Inhaltlich widmet sich das Stück dem Verarbeiten einer Beziehung, die formal beendet ist, deren Präsenz jedoch im Alltag spürbar bleibt. Siobhán Donaghy erklärte im Gespräch mit der britischen „Vogue“, dass persönliche Erfahrungen mit ihrer ersten großen Liebe in den Titel eingeflossen seien – insbesondere das Gefühl, eine Person zu verlieren, obwohl diese da draußen weiterexistiert.
An der Entstehung von „Ghost“ arbeiteten namhafte Branchengrößen mit. Beteiligt waren unter anderem die Songwriter Jon Shave, der zuvor unter anderem für Charli xcx schrieb, und Wayne Hector, der unter anderem Stücke für Tate McRae verfasste. Das dazugehörige Musikvideo wurde von Regisseur Thomas James inszeniert.
Zwölf Tracks und musikalische Vielfalt
Das Album umfasst insgesamt zwölf Titel. Neben der aktuellen Auskopplung „Ghost“ enthält die Platte die vorab veröffentlichten Stücke „Jungle“, „Weeds“ und „Shook“. Die weiteren Songs heißen „Peace & Love“, „Love Language“, „Modern Love“, „After All“, „Plot Twist“, „Scorpio“, „Ain't It Funny“ sowie der finale Track „Full Circle“.
Musikalisch deckt die Zusammenstellung unterschiedliche Stile ab, ohne das Fundament aus Pop und R&B zu verlassen, das die Gruppe seit ihren Anfängen prägt:
- „Modern Love“: verarbeitet Einflüsse aus dem Bereich UK Garage
- „After All“: integriert Amapiano-Rhythmen
- „Scorpio“: orientiert sich stärker an Dance-Elementen
- „Love Language“: arbeitet mit orchestralen Elementen
Visuelle Bezüge zum Debütalbum
Dass die Wahl auf den schlichten Albumtitel „Sugababes“ fiel, war eine bewusste Entscheidung des Trios. Die Musikerinnen erklärten, dass sie den Entstehungsprozess nicht überstürzen wollten. Im Laufe der Arbeit zeichnete sich ab, dass kein anderer Name dem Projekt gerecht werden würde. Für Siobhán Donaghy schließt sich damit ein Kreis: Dieselben drei Frauen, die 1998 als Teenagerinnen in London zusammenfanden, präsentieren nun wieder gemeinsam ein neues Album.
Auch bei der Gestaltung des Artworks knüpft die Band an ihre Anfangstage an. Für die Fotografien zeichnet Liz Collins verantwortlich. Collins hatte bereits das Cover des Debütalbums „One Touch“ aus dem Jahr 2000 fotografiert.
Vom Besetzungskarussell zurück zum Ursprung
Die Bandgeschichte der Sugababes begann 1998 mit der Gründung durch Mutya Buena, Keisha Buchanan und Siobhán Donaghy. Im Jahr 2000 erschien ihr Debütalbum „One Touch“, das mit Titeln wie „Overload“ und „Run for Cover“ erste Erfolge feierte. In den Folgejahren kam es jedoch zu zahlreichen Besetzungswechseln. Siobhán Donaghy verließ die Band als erste Gründerin und wurde durch Heidi Range ersetzt. Später stiegen auch Mutya Buena und Keisha Buchanan aus. Ab 2009 bestand die Gruppe zeitweise aus einer Besetzung, in der kein einziges Gründungsmitglied mehr vertreten war.
Trotz der personellen Veränderungen entwickelte sich die Formation zu einer der kommerziell erfolgreichsten britischen Girlgroups. Zu den bekanntesten Hits zählen „Freak Like Me“, „Round Round“, „Hole in the Head“, „Push the Button“ und „About You Now“. Insgesamt verzeichnete die Band sechs Nummer-eins-Singles in den britischen Charts.
Der Weg zur offiziellen Wiedervereinigung
Die drei Gründungsmitglieder schlossen sich später wieder zusammen und brachten 2013 unter dem Namen Mutya Keisha Siobhán die Single „Flatline“ heraus. Im Jahr 2019 erhielten sie schließlich die offiziellen Markenrechte am Namen Sugababes zurück. Es folgten Auftritte auf Festivals, eigene Arena-Tourneen und weitere Veröffentlichungen:
- 2022: Veröffentlichung des Archivprojekts „The Lost Tapes“, dessen Aufnahmen weitgehend aus den frühen 2010er-Jahren stammten
- 2023: Release der Single „When the Rain Comes“
- 2025: Veröffentlichung der Titel „Jungle“, „Weeds“ und „Shook“
- 2027: Erscheinen des ersten komplett neu erarbeiteten Studioalbums „Sugababes“
Mit dem Erscheinen des Albums am 12. Februar 2027 und dem schlussfolgernden Track „Full Circle“ kehrt die Formation somit nach knapp drei Jahrzehnten zu ihren musikalischen Wurzeln zurück.