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Musik

Unheilig: Der Graf plant 2027 eine Pause – und will neue Musik schreiben

Der Graf von Unheilig trägt einen schwarzen Anzug mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte und blickt vor einem dunklen Studiohintergrund seitlich aus dem Bild.

Unheilig sind gerade erst zurück – und trotzdem spricht Der Graf schon über eine neue Pause. Diesmal müssen Fans allerdings keine weitere neunjährige Funkstille befürchten: Nach der großen Tourphase und den Sommerkonzerten 2027 möchte sich der Sänger bewusst zurückziehen, um neue Lieder zu schreiben und die turbulenten vergangenen Jahre zu verarbeiten. Ein Karriereende ist ausdrücklich nicht geplant.

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Bei Unheilig ist in den vergangenen Monaten ziemlich viel passiert. Nach seinem Abschied 2016 kehrte Der Graf 2025 überraschend zurück, veröffentlichte neue Musik und brachte im März 2026 mit „Liebe Glaube Monster“ das erste neue Studioalbum seit dem Comeback heraus.

Jetzt richtet sich der Blick bereits auf 2027. Und der Plan klingt zunächst überraschend: Nach den angekündigten Konzerten soll erst einmal wieder Ruhe einkehren.

Erst Arenatour, dann großer Open-Air-Sommer

Von einer sofortigen Pause kann allerdings keine Rede sein. Bevor Der Graf sich aus dem Tourbetrieb zurückzieht, stehen noch zahlreiche Konzerte an.

Die große „Liebe Glaube Monster Tour“ startet im November 2026 und führt bis Ende Februar 2027 durch große Hallen und Arenen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf dem Plan stehen unter anderem Köln, Berlin, München, Hamburg, Stuttgart, Mannheim, Wien und Innsbruck.

Danach folgt im Sommer noch einmal ein eigener Abschlussblock.

„Meilenweit“ wird das Finale der aktuellen Ära

Die Sommershows tragen den Titel „Meilenweit Tour – Das Liebe Glaube Monster Finale“.

Von Ende Juni bis September 2027 spielen Unheilig noch einmal mehrere große Open-Air-Konzerte. Bestätigt sind unter anderem Termine in Friedberg, Dresden, Hannover, Nürnberg, Kassel, Ludwigsburg, Traunreut, Coburg, Rostock, Osnabrück und Halle.

Diese Konzertreihe soll ganz bewusst den Abschluss der aktuellen „Liebe Glaube Monster“-Phase markieren.

Danach will Der Graf erst einmal aus dem Tourbus aussteigen.

Diesmal bedeutet Pause nicht Abschied

Bei Unheilig löst das Wort „Pause“ natürlich sofort Erinnerungen aus.

2014 kündigte Der Graf seinen Abschied an. Im September 2016 spielte die Band schließlich ihr emotionales Abschlusskonzert in Köln.

Danach verschwand er tatsächlich für fast ein Jahrzehnt aus der Öffentlichkeit.

Genau deshalb betont er diesmal, dass die Situation eine völlig andere ist.

Der Graf möchte neue Songs schreiben

Die geplante Auszeit soll vor allem eines sein:

kreative Arbeitszeit.

Der Graf erklärte bereits im September, dass er nach der intensiven Comebackphase wieder etwas Luft brauche. Er wolle die Zeit nutzen, um neue Lieder zu schreiben und an einem weiteren Album zu arbeiten.

Seine Botschaft an die Fans war dabei ziemlich eindeutig:

Nach der Pause soll es mit neuer Musik weitergehen.

Das nächste Album ist also bereits im Kopf

Ein konkreter Titel oder Veröffentlichungstermin existiert noch nicht.

Auch über Songs, Produzenten oder eine musikalische Richtung wurde bislang nichts verraten.

Aber der entscheidende Punkt steht fest: Der Graf sieht die Pause nicht als Ende von Unheilig, sondern als Voraussetzung für das nächste Kapitel.

Nach Monaten voller Shows möchte er wieder zurück an den Punkt, an dem Unheilig-Musik überhaupt entsteht.

Zuletzt ist ziemlich viel passiert

Dafür gibt es genügend Stoff.

In einem aktuellen Interview erklärte Der Graf, dass er die vergangenen Jahre erst einmal verarbeiten müsse. Dazu gehören nicht nur das Comeback und die erneuten Erfolge mit Unheilig.

Er verlor beide Eltern.

Er hatte gesundheitliche Probleme.

Und bei einem Konzert kam noch ein Bühnensturz hinzu.

Der Sänger fasste die vergangenen Ereignisse selbst sinngemäß als eine Geschichte zusammen, die beinahe wie ein Film wirke.

Musik ist für ihn die Art, solche Dinge zu verarbeiten

Das passt zu dem, was Der Graf schon immer über seine Songs gesagt hat.

Musik ist für ihn nicht nur Unterhaltung. Sie ist auch ein Ventil für Ängste, Zweifel und Erlebnisse, die ihn beschäftigen.

Genau dieses Prinzip bildet bereits die Grundlage von „Liebe Glaube Monster“.

Der Albumtitel ist deshalb deutlich persönlicher, als er zunächst klingt.

„Monster“ steht für seine eigenen Ängste

Der Graf erklärt das „Monster“ im Albumtitel als Sinnbild für Selbstzweifel und Versagensängste.

Auch nach großen Erfolgen stellt er sich offenbar immer wieder die Frage, ob etwas gut genug ist und welchen Platz er selbst im Leben einnimmt.

Diese Unsicherheit sieht er nicht ausschließlich als Belastung.

Sie ist gleichzeitig ein wichtiger Motor für seine Musik.

Denn aus genau solchen Gedanken entstehen seine Texte.

„Liebe“ und „Glaube“ gehören zur anderen Seite

Das Album soll deshalb keine rein düstere Platte sein.

„Liebe“ steht für Nähe, Familie und zwischenmenschliche Beziehungen. „Glaube“ beschreibt dabei nicht zwingend klassische Religion, sondern auch Vertrauen, Hoffnung und die Frage, woran ein Mensch persönlich festhält.

Zwischen diesen drei Begriffen bewegt sich ein großer Teil der Songs.

Liebe.

Glaube.

Monster.

Eigentlich eine ziemlich kompakte Beschreibung dessen, womit sich Der Graf musikalisch seit Jahren beschäftigt.

Im Oktober kam bereits die Winter Edition

Dass die aktuelle Phase noch längst nicht vorbei ist, zeigt auch die „Liebe Glaube Monster Winter Edition“, die Mitte Oktober erschienen ist.

Darauf befinden sich sechs zusätzliche Songs, darunter „Meilenweit“.

Dazu kommen Titel, die Der Graf im Rahmen von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ interpretiert hat.

Damit wächst das Comebackalbum noch einmal deutlich über seine ursprüngliche Veröffentlichung hinaus.

„Meilenweit“ blickt bewusst nach vorne

Besonders wichtig ist dabei der neue Song „Meilenweit“.

Unheilig beschreibt ihn als positive Hymne über Zukunft, Mut und Leichtigkeit.

Gerade mit Blick auf die geplante Pause bekommt der Titel eine zusätzliche Bedeutung.

Denn die „Meilenweit“-Tour wird nicht als Abschied beworben.

Sie ist lediglich das Finale des aktuellen Kapitels.

Danach geht die Geschichte weiter – nur eben zunächst hinter den Kulissen.

Das Comeback war für Der Graf schwieriger als der Abschied

Das klingt zunächst paradox.

Der Abschied 2016 war schließlich emotional und endgültig inszeniert.

Trotzdem sagt Der Graf heute, dass die Rückkehr für ihn schwieriger gewesen sei.

Der Grund ist nachvollziehbar: Der damalige Abschied hatte eine klare Erklärung.

Er wollte Zeit für seine Familie.

Er fühlte sich kreativ leer.

Und er wusste, warum er aufhören wollte.

Beim Comeback musste er dagegen eine Entscheidung rückgängig machen, die jahrelang als endgültig gegolten hatte.

In der Notaufnahme änderte sich seine Perspektive

Ein entscheidender Moment kam während einer medizinischen Untersuchung.

Der Graf wurde wegen extrem hohen Blutdrucks mit Verdacht auf einen stillen Herzinfarkt in die Notaufnahme geschickt.

Dort stellte er sich nach eigener Aussage eine ziemlich grundlegende Frage:

Worauf will ich eigentlich noch warten?

Der Verdacht bestätigte sich nicht als Herzinfarkt.

Aber die Situation veränderte seine Sicht auf sein eigenes Leben.

Musik hatte längst wieder angefangen

Ganz plötzlich kam das Comeback trotzdem nicht.

Schon während der Corona-Zeit hatte Der Graf wieder Texte und erste Demos geschrieben – zunächst ausschließlich für sich selbst.

Eigentlich plante er nicht, damit öffentlich zurückzukehren.

Doch irgendwann wurde klar, dass die Kreativität wieder da war.

Und genau das war beim Abschied zehn Jahre zuvor anders gewesen.

2016 verschenkte er sogar seine Instrumente

Wie ernst der damalige Rückzug gemeint war, zeigt ein Detail besonders deutlich.

Nach dem Abschiedskonzert rasierte sich Der Graf seinen markanten Bart ab, änderte seine Telefonnummer und verschenkte sogar Instrumente.

Gemeinsam mit seiner Frau zog er sich aus dem bisherigen Alltag zurück. Statt Tourbus und Arenen gab es einen Camper und Reisen.

Noch Anfang 2025 hätte er nach eigenen Angaben ausgeschlossen, jemals wieder mit Unheilig zurückzukehren.

Dann kam „Wunderschön“

Die Rückkehr begann schließlich mit „Wunderschön“.

Der Song handelt von Freundschaft, Verbundenheit und dem Gefühl, jemanden nach langer Zeit wieder in die Arme schließen zu können.

Als Comeback-Single hätte das Thema kaum passender sein können.

Bei seinem ersten großen TV-Auftritt nach neun Jahren bei der „Goldenen Henne“ wurde Der Graf sichtbar emotional.

In diesem Moment wurde deutlich:

Die Bühne hatte ihm offenbar stärker gefehlt, als er selbst erwartet hatte.

„Liebe Glaube Monster“ wurde daraus ein komplettes neues Kapitel

Im März 2026 folgte schließlich das neue Album.

Dabei wollte Der Graf bewusst kein musikalisches Museum seiner eigenen Vergangenheit bauen.

Unheilig bleiben stilistisch breit.

Rock.

Pop.

Elektronik.

Balladen.

Härtere Gitarren.

Und gelegentlich sogar Schlager- oder Punkrock-Einflüsse.

Der Graf bezeichnet genau diese Mischung als Teil der Unheilig-DNA.

Von Wacken bis Carmen Nebel

Unheilig waren musikalisch ohnehin immer schwer eindeutig einzuordnen.

Die Band konnte auf einem Festival wie Wacken auftreten und gleichzeitig im klassischen Samstagabendfernsehen funktionieren.

Für manche war das ein Widerspruch.

Für Der Graf gehörte genau das immer zum Konzept.

Diese Offenheit soll auch beim nächsten Album bestehen bleiben.

Wie es konkret klingt, dürfte sich allerdings erst während der geplanten Schreibphase entscheiden.

Der Abschied von 2016 bleibt trotzdem gültig

Interessant ist, wie Der Graf heute auf seinen früheren Abschied blickt.

Das Comeback soll die damalige Entscheidung nicht rückwirkend falsch machen.

Damals brauchte er diese Zeit.

Er wollte für seine Eltern da sein und mehr Zeit mit seiner Frau verbringen. Nach Jahren unterwegs hatte sich sein Leben zunehmend um Termine, Tourneen und Erwartungen gedreht.

Der Rückzug gab ihm etwas zurück, das vorher verloren gegangen war:

Zeit.

Beide Eltern sind inzwischen gestorben

Gerade deshalb gehört der Verlust seiner Eltern nun zu den Erfahrungen, die der Sänger in neuer Musik verarbeiten möchte.

Während seiner Pause konnte er noch viel Zeit mit ihnen verbringen. Der Graf hat mehrfach erzählt, wie wichtig ihm diese Entscheidung im Rückblick ist.

Diese persönlichen Erfahrungen dürften entsprechend Einfluss auf das bekommen, was nach „Liebe Glaube Monster“ entsteht.

Konkrete Songthemen hat er allerdings noch nicht angekündigt.

Ein Karriereende sieht anders aus

Wer nun trotzdem befürchtet, dass der Sommer 2027 erneut das endgültige Ende von Unheilig wird, bekommt vom Grafen eine ziemlich klare Antwort.

Er wolle Musik machen, solange es ihm möglich sei.

Seine Formulierung fällt dabei typisch für ihn aus:

Er möchte weitermachen, solange der liebe Gott es ihm erlaubt.

Das klingt nicht nach Ruhestand.

Diesmal ist die Pause Teil des Plans

Und genau darin liegt der entscheidende Unterschied zu 2016.

Damals sollte Schluss sein.

2027 soll lediglich die aktuelle Tourphase enden.

Danach wird geschrieben.

Verarbeitet.

Experimentiert.

Und irgendwann soll daraus neue Musik entstehen.

Vielleicht braucht Unheilig genau diesen Rhythmus

Der Graf hat inzwischen ziemlich deutlich gelernt, was passiert, wenn Arbeit und Erwartungen dauerhaft alles andere verdrängen.

Vielleicht ist deshalb gerade diese geplante Pause das deutlichste Zeichen dafür, dass das Comeback langfristig funktionieren könnte.

Nicht mehrere Jahre nonstop durchziehen.

Nicht warten, bis die Kreativität wieder vollständig verschwunden ist.

Sondern bewusst einen Schritt zurückgehen, bevor das nächste Kapitel entsteht.

Das Finale ist also nicht das Ende

2027 wird für Unheilig trotzdem ein großes Jahr.

Zuerst kommen die letzten Arena-Konzerte.

Dann die Open-Air-Saison.

Dann das „Liebe Glaube Monster“-Finale.

Und danach?

Keine Abschiedsshow.

Keine endgültige Auflösung.

Sondern wahrscheinlich ein Schreibtisch, ein Studio und jede Menge Gedanken aus ziemlich turbulenten Jahren.

Der Graf hat bereits verraten, was daraus werden soll:

neue Lieder.

Und irgendwann ein neues Unheilig-Album.

Quellen

  • t-online/dpa, 1. November 2026 – aktuelles Interview mit dem Grafen: kreative Pause nach den Sommerkonzerten 2027, neue Musik, Verarbeitung des Todes seiner Eltern, gesundheitlicher Probleme und eines Bühnensturzes sowie Hintergründe zu „Liebe Glaube Monster“.

  • MDR Schlagerwelt, 15. September 2026 – Der Graf erklärt die geplante Auszeit ausdrücklich als Schreibphase für neue Songs und ein weiteres Album; kein erneutes Karriereende geplant.

  • Unheilig – offizielle Website: Arena-Termine 2027 sowie „Meilenweit Tour – Das Liebe Glaube Monster Finale“ mit den anschließend geplanten Open-Air-Shows.

  • Unheilig – offizielle Website: „Liebe Glaube Monster Winter Edition“ mit sechs neuen Songs und „Meilenweit“.

  • SWP / Interview mit Der Graf – Comebackentscheidung nach Krankenhausaufenthalt, familiäre Gründe für den ursprünglichen Rückzug und Entstehung erster neuer Demos während der Pause.

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