Eigentlich stand die Trackliste von Bryan Adams’ neuem Studioalbum längst fest. „How’s It Goin’“ erscheint am 6. November und ist als musikalische Liebeserklärung an Kanada konzipiert.
Dann kam im August ein politischer Streit um den Namen des Lake Ontario dazu – und Adams schrieb offenbar noch einen Song.
„Lake Ontario“ erschien am 28. Oktober als neue Single und wird nun zusätzlich als 13. Titel auf der digitalen Ausgabe des Albums veröffentlicht.
Aus zwölf Songs werden digital dreizehn
Die physischen Ausgaben von „How’s It Goin’“ bleiben bei zwölf Songs.
Auf CD und Vinyl endet das Album mit „Heave Away“. Wer die Platte digital hört, bekommt anschließend mit „Lake Ontario“ noch einen zusätzlichen Bonustrack.
Der Zeitpunkt dürfte erklären, warum der Song nicht mehr auf den bereits produzierten physischen Ausgaben enthalten ist. Das Album war bereits im September mit zwölf Songs angekündigt worden; „Lake Ontario“ kam erst später hinzu.
Ein politischer Anlass für einen neuen Song
Hinter „Lake Ontario“ steckt eine sehr aktuelle Geschichte.
US-Präsident Donald Trump unterzeichnete am 27. August 2026 Executive Order 14422. Darin wird die US-Regierung angewiesen, den bisher als Lake Ontario bezeichneten See in offiziellen amerikanischen Bundesreferenzen künftig „Lake America“ zu nennen.
Wichtig dabei: Die Verfügung regelt die Bezeichnung innerhalb der US-Bundesverwaltung. Sie ändert nicht automatisch den Namen, den Kanada oder internationale Stellen verwenden.
Bryan Adams macht genau diese Auseinandersetzung jetzt zum Thema seines Songs.
„Lake Ontario ist für immer“
In seinem offiziellen Statement setzt Adams dem politischen Streit einen ziemlich einfachen Gedanken entgegen.
Regierungen, Machthaber und politische Systeme kommen und gehen – der Lake Ontario bleibe bestehen. Der Sänger beschreibt den Song als Stück für Menschen auf beiden Seiten der Grenze, die davon ausgehen, dass die aktuelle Kontroverse irgendwann vorübergehen wird.
Damit geht es ihm nicht nur um Geografie. Der See wird im Song zu einem Symbol für etwas Dauerhaftes, das politische Entscheidungen überlebt.
Der Song beginnt mit der Geschichte des Sees
Musikalisch und textlich nähert sich Adams dem Thema zunächst nicht ausschließlich über aktuelle Politik.
Laut seiner offiziellen Beschreibung beginnt „Lake Ontario“ mit der Geschichte eines der fünf Großen Seen Nordamerikas. Von dort entwickelt sich der Song zu einer ironischen Reaktion auf die Umbenennungsdebatte und schließlich zu einem Kommentar darüber, wie politische Ablenkung Aufmerksamkeit erzeugen kann.
Damit passt der Titel ziemlich genau zum Konzept des gesamten Albums.
„How’s It Goin’“ dreht sich komplett um Kanada
Bryan Adams beschreibt „How’s It Goin’“ als musikalischen Liebesbrief an seine Heimat.
Die Songs beschäftigen sich mit kanadischen Landschaften, Menschen, historischen Ereignissen und Geschichten. Musikalisch verbindet das Album Rock mit Folk- und teilweise keltischen beziehungsweise akadischen Einflüssen.
Die Idee entstand laut Adams ursprünglich durch seine Arbeit an Musik für die Dokumentation „Canada’s Wild Eastern Edge“. Während der Recherche habe er immer mehr Geschichten gefunden, über die er Songs schreiben wollte.
Schon „51st State“ schlug eine politische Richtung ein
„Lake Ontario“ ist nicht der erste politisch gefärbte Song des Albums.
Bereits „51st State“ beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten. Der Titel setzt sich deutlich mit der Idee auseinander, Kanada könne politisch oder wirtschaftlich stärker an die USA gebunden werden.
Adams bleibt dabei nicht abstrakt. Die neuen Songs verbinden aktuelle politische Themen immer wieder mit kanadischer Identität, Geschichte und Selbstverständnis.
Terry Fox bekommt ebenfalls einen eigenen Song
Ganz anders fällt „The Ballad of Terry Fox“ aus.
Der Song erinnert an den kanadischen Sportler und Aktivisten Terry Fox, der 1980 mit seinem „Marathon of Hope“ quer durch Kanada laufen wollte, um Geld für die Krebsforschung zu sammeln.
Der Titel wird außerdem in einer kommenden Dokumentation über Fox verwendet. Damit zeigt sich die Bandbreite des Albums: aktuelle Politik steht neben historischen Ereignissen und persönlichen Geschichten.
Auch kanadische Geschichte landet auf der Platte
Weitere Titel heißen unter anderem:
„Highway 16“
„Diesel & Dirt“
„The Battle of Lundy’s Lane“
„When Canada Joined Newfoundland“
„A Handful of Gold“
„Iron Ribbon“
„The Bridge“
„Canada’s Wild Eastern Edge“
„Heave Away“
Schon anhand dieser Namen wird deutlich, wie konsequent Adams das Kanada-Konzept durchzieht.
„Lake Ontario“ passt deshalb eigentlich perfekt auf das Album – auch wenn der Song offenbar so spät entstand, dass er nur noch digital ergänzt werden konnte.
Die komplette Trackliste
Die digitale Ausgabe von „How’s It Goin’“ besteht aus 13 Songs:
How’s It Goin’
Highway 16
Diesel & Dirt
The Battle of Lundy’s Lane
The Ballad of Terry Fox
51st State
When Canada Joined Newfoundland
A Handful of Gold
Iron Ribbon
The Bridge
Canada’s Wild Eastern Edge
Heave Away
Lake Ontario – Digital Bonus Track
Die physische CD- und Vinyl-Version enthält die ersten zwölf Titel.
Bryan Adams veröffentlicht das Album über sein eigenes Label
„How’s It Goin’“ erscheint über BAD Records, Bryan Adams’ eigenes Label.
Damit setzt er einen Weg fort, den er bereits bei seinen jüngeren Veröffentlichungen eingeschlagen hat. Neben der digitalen Version erscheinen CD und Vinyl sowie eine aufwendigere Hardcover-Ausgabe mit CD, Songtexten und Bildern zu den Geschichten des Albums.
Die Platte kommt am 6. November 2026 auf den Markt.
Der Song bekommt auch ein eigenes Video
Parallel zur Single wurde ein offizielles Video zu „Lake Ontario“ veröffentlicht.
Damit bekommt der kurzfristig hinzugekommene Bonustrack deutlich mehr Aufmerksamkeit, als man bei einem klassischen zusätzlichen Albumsong erwarten würde. Die Veröffentlichung wirkt eher wie eine vollwertige Single innerhalb der „How’s It Goin’“-Ära.
Von Kanada direkt nach Las Vegas
Während „Lake Ontario“ erscheint, steht Bryan Adams gleichzeitig weiter auf der Bühne.
Auf seiner offiziellen Tourseite sind für den 29., 30. und 31. Oktober sowie den 1. November mehrere Shows in Las Vegas eingetragen. Wenige Tage später folgt am 6. November – dem Album-Release-Tag – ein Konzert im spanischen Murcia.
2027 geht es anschließend mit weiteren internationalen Konzerten weiter.
Mit 66 Jahren noch einmal ein ungewöhnlich persönliches Album
Bryan Adams hat in seiner Karriere längst genug Hits veröffentlicht, um problemlos nur noch von seinem Backkatalog leben zu können.
„Summer of ’69“, „Heaven“, „Run to You“, „Cuts Like a Knife“ oder „(Everything I Do) I Do It for You“ gehören seit Jahrzehnten zum festen Bestand internationaler Rock- und Popradios.
Umso auffälliger ist, dass er sich für sein neues Album nicht einfach auf den bekannten Sound konzentriert, sondern ein thematisch extrem spezifisches Projekt über Kanada veröffentlicht.
„Lake Ontario“ macht das Konzept noch aktueller
Eigentlich war „How’s It Goin’“ schon vorher ein Album über Heimat, Geschichte und kanadische Identität.
Mit „Lake Ontario“ kommt jetzt allerdings noch eine sehr aktuelle Ebene hinzu.
Aus einer politischen Entscheidung vom August wird innerhalb von zwei Monaten ein neuer Bryan-Adams-Song.
Und statt einen vollkommen neuen Albumzyklus daraus zu machen, packt er den Titel einfach noch hinten an die digitale Version.
Das passt erstaunlich gut zur direkten Botschaft des Stücks.
Politische Namen können sich ändern.
Regierungen können sich ändern.
Aber für Bryan Adams bleibt eines offenbar ziemlich einfach:
Lake Ontario bleibt Lake Ontario.
Quellen
Bryan Adams – offizielle Website, 28. Oktober 2026: Veröffentlichung von „Lake Ontario“, Hintergrund des Songs und „How’s It Goin’“.
Nasty Little Man / BAD Records, 28. Oktober 2026: Digital-Bonustrack, Albumkonzept, Trackliste und Veröffentlichung des Videos.
Bryan Adams / Albumankündigung: „How’s It Goin’“ als musikalische Liebeserklärung an Kanada und vollständige Trackliste.
Exclaim!, 9. September 2026: Entstehung des Kanada-Konzepts und ursprüngliche Albumankündigung.
White House, Executive Order 14422 vom 27. August 2026: Anweisung zur Verwendung des Namens „Lake America“ in US-Bundesreferenzen.