Für viele Indie-Fans dürfte „A Guide to Love, Loss & Desperation“ noch immer untrennbar mit den späten 2000ern verbunden sein. Das Album erschien im November 2007 und brachte Songs hervor, die bis heute regelmäßig auf Indie-Partys auftauchen.
„Let’s Dance to Joy Division“, „Moving to New York“ und „Kill the Director“ machten The Wombats innerhalb kurzer Zeit international bekannt. 2027 wird genau diese Platte nun noch einmal zum Mittelpunkt einer kompletten Konzerttour.
Das Debütalbum wird vollständig gespielt
Das Konzept der Jubiläumsshows ist ziemlich eindeutig.
In der ersten Hälfte des Konzerts spielen The Wombats „A Guide to Love, Loss & Desperation“ vollständig und in Albumreihenfolge. Erst danach folgt ein zweiter Teil mit Songs aus den übrigen fünf Studioalben der Band.
Damit bekommen Fans nicht nur die offensichtlichen Singles zu hören. Auch Stücke, die bei regulären Tourneen seltener auf der Setlist auftauchen, kehren für das Jubiläum zurück.
Drei Deutschlandkonzerte im April
Die Deutschlandtermine liegen direkt hintereinander:
3. April 2027 – Köln, Palladium
4. April 2027 – Berlin, Columbiahalle
5. April 2027 – München, Zenith
Danach geht es für die Band weiter nach Amsterdam und Antwerpen, bevor der britische Teil der Tour beginnt. Dort stehen unter anderem Manchester, Glasgow, London und zum Abschluss eine besondere kleinere Show im heimischen Liverpool auf dem Programm.
The Snuts kommen als Support mit
Bei den deutschen Shows werden The Wombats von The Snuts begleitet.
Die schottische Indie-Rock-Band passt musikalisch ziemlich gut zum Abend und sorgt dafür, dass die Jubiläumstour nicht ausschließlich als nostalgischer Rückblick funktioniert.
Bei anderen Terminen der Europa- und UK-Tour sind außerdem Cherryholt, Abbie McCarthy und Filip Clements als Support angekündigt.
Für die Band steckt in dem Album die gesamte Anfangszeit
Drummer Dan Haggis beschreibt das Debüt als Ergebnis der ersten vier Jahre, die The Wombats überhaupt gemeinsam verbrachten.
Damals fuhr die Band noch im Auto seiner Großmutter durch Großbritannien und schlief teilweise auf den Böden von Veranstaltern. Wenig später folgten internationale Tourneen, Festivalauftritte und Konzerte in Japan, Australien und den USA.
Genau diese Entwicklung verbindet die Band heute stark mit ihrem ersten Album.
Ein Album voller Indie-Klassiker
„A Guide to Love, Loss & Desperation“ traf 2007 ziemlich genau den Nerv seiner Zeit.
Gitarrenbands wie Arctic Monkeys, Franz Ferdinand, Bloc Party, The Kooks oder Kaiser Chiefs hatten den britischen Indie-Rock wieder stark in den Mainstream gebracht. The Wombats kamen mit einem Sound dazu, der nervöse Gitarren, tanzbare Rhythmen und Texte über Liebeskummer, Unsicherheit und chaotische Beziehungen miteinander verband.
Gerade „Let’s Dance to Joy Division“ wurde schnell zu einem der bekanntesten Songs dieser Phase.
Platz elf in Großbritannien
Kommerziell war das Album ebenfalls ein Erfolg.
In den britischen Albumcharts erreichte „A Guide to Love, Loss & Desperation“ Platz elf. In Großbritannien wurden später mehr als 400.000 Exemplare verkauft, das Album erhielt Platinstatus und wurde inzwischen mehr als eine halbe Milliarde Mal gestreamt.
Damit ist die Platte längst mehr als nur ein nostalgischer Geheimtipp aus der Indie-Ära.
Danach veränderten The Wombats ihren Sound
Die späteren Alben klangen zunehmend anders.
Auf „This Modern Glitch“, „Glitterbug“, „Beautiful People Will Ruin Your Life“ und „Fix Yourself, Not the World“ wurden elektronische Elemente immer wichtiger. Die Produktionen wurden größer, während der typische Mix aus Melancholie und tanzbaren Melodien erhalten blieb.
2022 gelang The Wombats mit „Fix Yourself, Not the World“ sogar erstmals Platz eins der britischen Albumcharts.
„Oh! The Ocean“ ist das aktuelle Album
Das bislang jüngste Kapitel der Bandgeschichte heißt „Oh! The Ocean“.
Das sechste Studioalbum erschien im Februar 2025 und erreichte Platz vier der britischen Charts. Auch dort zeigen The Wombats, wie weit sie sich musikalisch vom nervösen Gitarren-Indie ihres Debüts entfernt haben.
Gerade deshalb dürfte der direkte Sprung zurück ins Jahr 2007 auf der Jubiläumstour besonders interessant werden.
Erst 2007 komplett zurück – danach durch die restliche Karriere
The Wombats wollen allerdings nicht den Eindruck vermitteln, dass ihre Geschichte nach dem Debüt aufgehört hätte.
Nach der vollständigen Albumperformance wird die zweite Hälfte des Abends bewusst Songs aus der gesamten weiteren Diskografie enthalten. Die Band selbst betont, dass das erste Album erst die Möglichkeit geschaffen habe, all die Musik danach überhaupt zu machen.
Damit wird aus der Tour gleichzeitig Rückblick und Karriereüberblick.
Auch Liverpool bekommt einen besonderen Abend
Der Abschluss der Jubiläumstour findet am 18. April 2027 im Arts Club in Liverpool statt.
Für eine Band, die inzwischen deutlich größere Hallen füllen kann, ist das ein bewusst kleinerer Heimatstadttermin. Gerade weil The Wombats aus Liverpool stammen, bekommt dieser Abschluss einen besonderen Charakter.
Vorher steht unter anderem die O2 Academy Brixton in London auf dem Tourplan.
Drei Abende für die deutsche Indie-Nostalgie
Köln.
Berlin.
München.
Drei Abende hintereinander und ein Album, das viele Menschen wahrscheinlich seit Schulzeit, Studium oder ersten Indie-Partys begleitet.
The Wombats könnten das Jubiläum einfach mit einer Handvoll alter Hits feiern.
Stattdessen spielen sie die komplette Platte.
Und wenn nach fast 20 Jahren wieder „Let’s Dance to Joy Division“, „Moving to New York“ und „Kill the Director“ direkt neben den weniger offensichtlichen Albumtracks stehen, dürfte aus einer normalen Tour ziemlich schnell eine kleine Zeitreise werden.
Quellen
EVENTIM, 12. Oktober 2026 – Deutschlandtermine in Köln, Berlin und München sowie The Snuts als Support.
Official Charts – Tourkonzept mit vollständiger Albumperformance, Chartplatzierung und internationale Termine.
VISIONS, 12. Oktober 2026 – Statement der Band und kompletter Deutschland-Tourplan.
NME, 12. Oktober 2026 – 20-Jahre-Tour, Supports und Hintergrund zur Bedeutung des Debütalbums.
Radio X, 12. Oktober 2026 – Verkaufszahlen, Streamingzahlen und Platinstatus des Albums.