Ein Klassiker bekommt ein Herbst-Upgrade
Eiersalat ist eigentlich unkompliziert. Eier, Mayonnaise, Senf, etwas Zwiebel und normalerweise Essiggurke – fertig.
Genau an dieser Stelle kommt der Kürbis ins Spiel. Eingelegt übernimmt er fast dieselbe Aufgabe wie die Gurke: Er bringt Säure, Würze und einen kleinen Crunch mit. Gleichzeitig sorgt seine leichte Süße dafür, dass der Salat deutlich herbstlicher schmeckt.
Damit das Ganze nicht zu süß wird, kommt ein säuerlicher Apfel dazu. Der sorgt für Frische und Biss. Der Bacon wiederum liefert Salz, Fett und kräftige Röstaromen.
Am Ende entsteht ein Sandwich, das vertraut schmeckt, aber trotzdem weit weg von einem normalen Pausenbrot ist.
Das brauchen wir für 4 Sandwiches
Für den eingelegten Kürbis
250 g Hokkaido-Kürbis
100 ml Apfelessig
100 ml Wasser
2 EL Zucker
1 TL Salz
½ TL Senfkörner
4 schwarze Pfefferkörner
2 Pimentkörner
1 kleines Lorbeerblatt
optional eine kleine Prise Zimt
Für den Eiersalat
6 Eier
etwa 100 g eingelegter Kürbis
½ säuerlicher Apfel, zum Beispiel Boskoop oder Elstar
1 kleine rote Zwiebel
3 EL Mayonnaise
1 EL Joghurt oder Schmand
1–2 TL Dijon-Senf oder mittelscharfer Senf
1 TL vom Kürbis-Einlegesud
1 kleiner Bund Schnittlauch
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Für die Sandwiches
8 Scheiben Bacon
8 Scheiben kräftiges Sauerteig- oder Bauernbrot
etwas Feldsalat
etwas Butter zum Rösten
Zuerst wird der Kürbis eingelegt
Den Hokkaido gründlich waschen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Bei Hokkaido kann die Schale dranbleiben.
Apfelessig, Wasser, Zucker und Salz gemeinsam mit Senfkörnern, Pfeffer, Piment und Lorbeerblatt in einen kleinen Topf geben und aufkochen.
Die Kürbiswürfel hineingeben und etwa drei bis fünf Minuten sanft köcheln lassen. Wichtig ist, dass der Kürbis nicht komplett weich wird. Ein bisschen Biss soll später noch übrig sein.
Anschließend Kürbis und Sud in ein sauberes Glas füllen und vollständig abkühlen lassen.
Am besten schmeckt der Kürbis, wenn er einige Stunden Zeit bekommt. Noch besser ist es, ihn bereits am Vortag vorzubereiten.
Bacon muss knusprig sein
Während der Kürbis zieht, kümmern wir uns um den Bacon.
Die Scheiben ohne zusätzliches Fett langsam in einer Pfanne auslassen und so lange braten, bis sie richtig knusprig sind. Anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Vier Scheiben bleiben ganz und kommen später direkt auf die Sandwiches. Die übrigen vier werden grob zerbröselt und landen im Eiersalat.
Jetzt wird aus Eiersalat Herbst
Die Eier hart kochen, kalt abschrecken und vollständig auskühlen lassen. Danach pellen und grob hacken.
Den eingelegten Kürbis aus dem Sud nehmen, gut abtropfen lassen und klein schneiden.
Den Apfel ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Die rote Zwiebel möglichst fein hacken.
Mayonnaise, Joghurt und Senf miteinander verrühren. Einen kleinen Teelöffel vom Kürbis-Einlegesud dazugeben. Das bringt genau die Säure zurück, die man sonst von der Essiggurke kennt.
Jetzt Eier, Kürbis, Apfel, Zwiebel, fein geschnittenen Schnittlauch und den zerbröselten Bacon vorsichtig unterheben.
Mit Salz und reichlich schwarzem Pfeffer abschmecken.
Jetzt wird gestapelt
Die Brotscheiben dünn mit Butter bestreichen und in einer Pfanne kräftig rösten.
Sie dürfen außen ruhig richtig knusprig werden, sollten innen aber noch etwas weich bleiben.
Auf vier Scheiben etwas Feldsalat verteilen. Danach großzügig Eiersalat daraufgeben.
Jeweils eine ganze Scheibe knusprigen Bacon darauflegen und mit der zweiten Brotscheibe abschließen.
Leicht andrücken, diagonal halbieren und möglichst sofort essen.
Warum Kürbis und Apfel so gut funktionieren
Der eingelegte Kürbis bringt genau die Mischung mit, die ein guter Eiersalat braucht: Säure, Würze und ein bisschen Süße.
Der Apfel sorgt dafür, dass der Salat trotz Mayonnaise und Bacon frisch bleibt. Besonders gut funktionieren säuerliche Sorten, weil sie einen schönen Kontrast zur cremigen Eiermasse bilden.
Der Bacon macht das Ganze schließlich richtig herzhaft. Salz, Röstaromen und Crunch sorgen dafür, dass Kürbis und Apfel nicht in eine zu süße Richtung abrutschen.
Lieber nicht zu süß
Gerade bei eingelegtem Kürbis gibt es sehr unterschiedliche Varianten.
Manche Rezepte gehen stark in Richtung süß-sauer. Für dieses Sandwich sollte der Kürbis aber eher würzig und säuerlich schmecken.
Deshalb reicht im Sud relativ wenig Zucker. Zusätzlichen Honig oder Ahornsirup braucht der Eiersalat nicht – Apfel und Kürbis bringen bereits genug natürliche Süße mit.
Der Kürbis lohnt sich auch ohne Sandwich
Wer schon einmal dabei ist, kann problemlos die doppelte Menge Kürbis einlegen.
Er hält sich gut verschlossen im Kühlschrank mehrere Tage und passt auch hervorragend zu Käse, Burgern, Salaten, Raclette oder als kleine Beilage zu kaltem Fleisch.
Und ganz nebenbei hat man damit auch schon die perfekte Ausrede, dieses Sandwich ein paar Tage später direkt noch einmal zu machen.
Unser Fazit
Eiersalat braucht eigentlich nicht viel, um gut zu sein.
Aber manchmal reicht eine einzige Idee, um aus einem Klassiker etwas völlig Neues zu machen.
In diesem Fall ist es der eingelegte Kürbis. Zusammen mit Apfel, Bacon und geröstetem Brot entsteht daraus ein Sandwich, das ziemlich genau nach Herbst schmeckt.
Cremig, knusprig, süß-säuerlich und ordentlich herzhaft.
Oder einfacher gesagt:
Der Herbst zwischen zwei Brotscheiben.